Pentagon sperrt Anthropic, jetzt klagt der KI Konzern

Das Pentagon hat Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft und damit einen der sichtbarsten Konflikte um militärische KI Nutzung in den USA ausgelöst. Anthropic reagierte am 9. März mit einer Klage gegen die Maßnahme. Im Kern geht es um die Frage, ob ein KI Anbieter dem Militär jede rechtlich zulässige Nutzung seiner Modelle erlauben muss oder ob einzelne rote Linien bestehen bleiben dürfen.

Pentagon sperrt Anthropic trotz laufender Militärnutzung von Claude

Der Streit ist deshalb so brisant, weil Anthropic bis vor kurzem zu den wichtigsten KI Partnern im US Sicherheitsapparat gehörte. Das Unternehmen erhielt im Juli 2025 einen Vertrag des US Verteidigungsministeriums mit einer Obergrenze von 200 Millionen Dollar. Bereits im Juni 2025 hatte Anthropic zudem eigene Claude Gov Modelle für nationale Sicherheitskunden vorgestellt. Laut dem Unternehmen liefen seine Modelle als erste Frontier Systeme in klassifizierten Netzen der US Regierung und wurden für Analyse, operative Planung, Simulationen und Cyber Aufgaben eingesetzt.

Der Bruch folgte an zwei Punkten, bei denen Anthropic nicht nachgeben wollte. Das Unternehmen wollte die Nutzung seiner Modelle für massenhafte Inlandsüberwachung und vollständig autonome Waffen weiter ausschließen. Das Pentagon verlangte dagegen laut Anthropic Zugang für jede rechtmäßige Nutzung. Am 4. März bestätigte das Ministerium die Einstufung als Lieferkettenrisiko. Anthropic argumentiert seitdem, dass der Schritt rechtlich eng begrenzt sei und vor allem Pentagon bezogene Vertragsarbeit treffe, nicht aber den allgemeinen kommerziellen Einsatz von Claude.

Die Klage macht den Fall zu einem Test für staatliche KI Aufträge

Anthropic hat am 9. März vor Bundesgerichten gegen die Entscheidung geklagt. Reuters und AP berichten, dass das Unternehmen die Maßnahme als rechtswidrig bezeichnet und sich auf Meinungsfreiheit sowie rechtsstaatliche Garantien beruft. AP schreibt zudem, dass es nach aktuellem Kenntnisstand das erste Mal ist, dass die US Regierung diese Art von Einstufung gegen ein amerikanisches Unternehmen einsetzt. Parallel meldete Reuters, dass auch Mitarbeiter von OpenAI und Google einen unterstützenden Schriftsatz eingereicht haben, weil sie einen abschreckenden Effekt auf die öffentliche Debatte über KI Sicherheit befürchten.

Für Ghacks Leser ist vor allem die größere Bedeutung des Falls entscheidend. Hier geht es nicht nur um Anthropic, sondern um die Spielregeln für alle KI Anbieter, die mit Regierungen arbeiten wollen. Wenn das Pentagon sich mit seiner Position durchsetzt, könnten Schutzklauseln gegen bestimmte Militär oder Überwachungsanwendungen künftig deutlich schwerer durchzusetzen sein. Der Konflikt trifft Claude zudem in einer Phase, in der Anthropic auch außerhalb des Regierungsmarkts weiter an Reichweite gewinnt.