Apple plant laut einem aktuellen Bericht, Siri mit iOS 27 für weitere KI-Dienste zu öffnen und dabei neben OpenAI auch Modelle wie Google Gemini und Claude von Anthropic direkt einzubinden. Eine erste Vorschau soll demnach auf der WWDC im Juni erscheinen. Apple hat die Änderung bislang nicht offiziell angekündigt.
Apple würde Siri damit von einer einzelnen Erweiterung zu einer offenen KI-Schicht ausbauen
Der Schritt wäre ein deutlicher Ausbau von Apples bisheriger Strategie. Aktuell kann Siri bereits auf ChatGPT zugreifen, wenn Nutzer die ChatGPT-Erweiterung in Apple Intelligence aktivieren. Apple beschreibt diese bestehende Integration in seinen Support-Seiten ausdrücklich als Möglichkeit, mit Siri über ChatGPT ausführlichere Antworten zu erhalten. Die neue iOS-27-Planung würde dieses Modell deutlich erweitern, weil Siri dann nicht nur mit OpenAI, sondern auch mit rivalisierenden KI-Anbietern arbeiten könnte.
Der Bericht beschreibt die neue Richtung als direkten Siri-Zugang für Drittanbieter-KI und nicht nur als lose Verknüpfung im Hintergrund. Genannt werden dabei ausdrücklich Gemini und Claude. Gleichzeitig heißt es, Apple arbeite an Werkzeugen, mit denen einzelne Anfragen an unterschiedliche KI-Dienste weitergeleitet werden könnten. Falls Apple diesen Ansatz umsetzt, würde sich das iPhone stärker zu einer KI-Plattform entwickeln, auf der mehrere Modelle parallel nebeneinander stehen.
Die WWDC im Juni wird damit zum nächsten Fixpunkt für Apples KI-Strategie
Apple hat seine Entwicklerkonferenz WWDC für den 8. bis 12. Juni 2026 bestätigt. Der Eröffnungstag am 8. Juni gilt traditionell als Bühne für neue iPhone- und Systemfunktionen. Genau dort wird laut dem aktuellen Bericht auch eine Vorschau auf die neue Siri-Richtung erwartet. Offiziell hat Apple für die WWDC nur allgemein die Vorstellung neuer Tools, Frameworks und Plattformfunktionen angekündigt.
Der mögliche Siri-Umbau passt in eine Phase, in der Apple seine KI-Strategie sichtbar verbreitert. Apple Intelligence ist bereits systemweit mit Siri, Writing Tools und ChatGPT verknüpft. Auf der deutschen Apple-Intelligence-Seite beschreibt Apple, dass Siri bei Bedarf auf das Wissen von ChatGPT zugreifen kann. Wenn künftig zusätzlich Gemini und Claude direkt in Siri auftauchen, würde Apple sein eigenes System nicht nur verbessern, sondern die Sprachassistenz klar als Schaltstelle für mehrere KI-Anbieter neu definieren.
Apple reagiert damit auf den Druck im KI-Markt
Der Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Apple seinen KI-Bereich organisatorisch und personell neu ausrichtet. Heute wurde bekannt, dass Apple die frühere Google-Managerin Lilian Rincon als Vice President of Product Marketing for Artificial Intelligence verpflichtet hat. Die Personalie wird in direktem Zusammenhang mit Apples Bemühungen gesehen, Siri und die breitere KI-Strategie zu stärken.
Noch ist offen, wie weit Apple die Öffnung tatsächlich treibt und ob alle genannten Anbieter zum Start dabei wären. Ebenso offen bleibt, ob Apple die Funktion schon mit iOS 27 ausliefert oder zunächst nur vorstellt. Klar ist aber schon jetzt: Wenn Siri auf der WWDC tatsächlich für Gemini und Claude geöffnet wird, wäre das eine der größten Änderungen an Apples Sprachassistent seit Beginn von Apple Intelligence.