Microsoft erweitert Copilot Researcher um Critique und Council

Microsoft hat am 30. März mehrere neue Copilot-Funktionen vorgestellt, die den Assistenten stärker in Richtung Multi-Modell-Arbeit und längerer Workflows verschieben. Im Mittelpunkt stehen die neuen Researcher-Funktionen Critique und Council, die GPT- und Claude-Antworten innerhalb desselben Arbeitsablaufs gegeneinander prüfen oder direkt nebeneinanderstellen. Parallel hat Microsoft Copilot Cowork, die eigene Funktion für länger laufende, mehrstufige Arbeit in Microsoft 365, breiter über das Frontier-Programm freigeschaltet.

Microsoft macht Copilot Researcher zu einem Multi-Modell-Werkzeug

Microsoft beschreibt Critique als Mechanismus, bei dem eine Antwort aus GPT mit Claude überprüft und überarbeitet wird. Council geht einen Schritt weiter und lässt mehrere Modelle eigenständige Reports erzeugen, die anschließend von einem zusätzlichen Bewertungsmodell verdichtet werden. Laut Microsoft hebt dieses Judge-Modell hervor, wo sich die Modelle klar decken, wo sie voneinander abweichen und welche Punkte nur von einem der Modelle eingebracht wurden. Beide Funktionen sind laut Microsoft seit dem 30. März im Frontier-Programm breit verfügbar.

Damit ändert Microsoft die Rolle von Researcher spürbar. Bislang war Copilot vor allem ein einzelner Assistent, der eine Antwort oder einen Entwurf liefert. Mit Critique und Council wird daraus ein System, das mehrere Modelle in denselben Entscheidungsprozess einbindet. Microsoft formuliert das ausdrücklich als multi-model intelligence in Researcher. Der praktische Nutzen liegt vor allem in Recherche-, Bewertungs- und Entscheidungsaufgaben, bei denen nicht nur eine schnelle Antwort zählt, sondern ein besser abgesicherter Abgleich zwischen unterschiedlichen Modellstärken.

Microsoft rollt Copilot Cowork als zweiten Ausbaupfad breiter aus

Parallel dazu hat Microsoft Copilot Cowork weiter geöffnet. Auf der offiziellen Microsoft-365-Seite beschreibt das Unternehmen Cowork als Funktion für long-running, multi-step work. Nutzer geben nicht nur einen Prompt ein, sondern beschreiben ein gewünschtes Ergebnis. Danach erstellt Cowork einen Plan, arbeitet über Dateien und Unterhaltungen hinweg weiter und zeigt dabei sichtbaren Fortschritt sowie Eingriffsmöglichkeiten für den Nutzer an. Microsoft nennt als eingebaute Fähigkeiten unter anderem Kalenderverwaltung, Daily Briefings sowie wiederkehrende Prozesse wie monatliche Budgetreviews.

Wichtig ist auch der breitere Kontext. Auf der Roadmap führt Microsoft Cowork inzwischen als Teil der Frontier Program-Erweiterungen von Microsoft 365 Copilot. Dort wird der Dienst zusammen mit Researcher, Agent 365 und weiteren Frontier-Funktionen als früher Zugang zu neuen KI Arbeitsformen positioniert. Microsoft verbindet Cowork zugleich ausdrücklich mit der Technologieplattform hinter Claude Cowork und macht damit klar, dass Copilot nicht mehr nur als einzelner Assistent gedacht ist, sondern als orchestrierte Arbeitsoberfläche für mehrere Modelle und längere, eigenständig fortgeführte Abläufe.

Für Microsoft ist das ein strategischer Schritt. Copilot wird damit nicht nur besser im Antworten, sondern auch breiter im Ausführen, Vergleichen und Weiterarbeiten. Die neuen Researcher-Funktionen zielen auf mehr Qualität und weniger Modellblindheit. Cowork zielt auf mehr operative Tiefe in Microsoft 365. Zusammen ergibt das ein klareres Bild davon, wohin Microsoft Copilot entwickelt: weg vom einzelnen Chatfenster, hin zu einem Multi-Modell-Assistenten, der Recherche, Vergleich und längere Arbeitsschritte in einem System zusammenzieht.