Atlassian stellt seine Datennutzung für Jira, Confluence und Jira Service Management um. Ab dem 17. August 2026 will das Unternehmen Metadaten und je nach Tarif auch In-App-Daten verwenden, um Apps und KI-Erlebnisse für alle Kunden zu verbessern. Die neuen Einstellungen werden laut Atlassian bis 19. Mai 2026 in der Atlassian-Administration ausgerollt. Der Schritt betrifft zunächst Jira, Confluence, Jira Service Management sowie Plattform-Apps wie Rovo, Home, Teams, Projects, Assets, Goals, Analytics und Administration.
Was Atlassian ab dem 17. August 2026 mit Jira- und Confluence-Daten macht
Atlassian trennt die neue Datennutzung in zwei Bereiche. Metadaten sind laut dem Unternehmen statistische Merkmale, numerische Felder und abgeleitete Eigenschaften aus Inhalten. Als Beispiele nennt Atlassian die Anzahl der Story Points eines Jira-Work-Items oder die Komplexität einer Confluence-Seite. Hinzu kommen sogenannte common patterns, also häufige Phrasen, Keywords und Themen aus Suchanfragen, Suchergebnissen, Rovo Chat und Konfigurationsdaten, sofern sie bei vielen Kunden vorkommen. Der zweite Bereich ist In-App-Daten. Dazu zählen unter anderem Titel und Inhalte von Confluence-Seiten, Titel, Beschreibungen und Kommentare von Jira-Vorgängen, Custom-Emoji-Namen, Statusnamen und Workflow-Namen. Atlassian sagt, diese Daten würden vor der Nutzung de-identifiziert und aggregiert. Namen und E-Mail-Adressen sollen dabei entfernt werden.
Inhaltlich zielt Atlassian damit nicht nur auf generelle Produktverbesserungen, sondern ausdrücklich auch auf KI-Erlebnisse. In der Support-Dokumentation spricht das Unternehmen von smarteren Assistenten, schnelleren Workflows und predictive insights. In den FAQ nennt Atlassian als Beispiel, dass Metadaten genutzt werden können, um Jira-Vorgänge nach Intent zu klassifizieren und daraus bessere Vorlagen und Abläufe abzuleiten. Bei In-App-Daten nennt Atlassian etwa präzisere Vorschläge in Rovo, die stärker zum tatsächlichen Workflow passen. Wichtig ist auch die Abgrenzung: Das Ausschalten von AI in Atlassian-Produkten und die neuen Data Contribution Settings sind laut Atlassian zwei getrennte Dinge. Wer KI-Funktionen deaktiviert, ändert damit nicht automatisch die Freigabe dieser Trainings- und Verbesserungsdaten.
Welche Tarife betroffen sind und wo der Opt-out wirklich möglich ist
Die heikelste Stelle liegt in den Default-Einstellungen nach Tarif. Laut Atlassian gilt für Free und Standard, dass sowohl Metadaten als auch In-App-Daten standardmäßig auf On stehen. Bei Premium ist Metadata On und In-App Data Off. Bei Enterprise ist in der veröffentlichten Tabelle ebenfalls Metadata On und In-App Data Off hinterlegt. Gleichzeitig sagt Atlassian ausdrücklich, dass nur Organisationen mit einem aktiven Enterprise-Plan die Metadaten-Nutzung komplett deaktivieren können. Für Organisationen mit Free, Standard oder Premium bleibt Metadata Contribution immer aktiv. Genau darin liegt der eigentliche Unterschied zwischen den Tarifen.
Einige Organisationen sind von der Datennutzung vollständig ausgenommen. Dazu zählen laut Atlassian Kunden mit Customer-Managed Keys oder BYOK, Atlassian Government Cloud, Atlassian Isolated Cloud oder HIPAA-Compliance. Zusätzlich nennt das Unternehmen bestimmte weitere Regierungs- und Finanzdienstleistungs-Kunden. Data Center-Produkte gehören ebenfalls nicht zu dieser Änderung. Für Löschung und Nachwirkungen setzt Atlassian konkrete Fristen: Nach einem Opt-out oder nach dem Löschen einer App oder Site sollen die betroffenen In-App-Daten innerhalb von 30 Tagen aus den entsprechenden Datensätzen entfernt werden, die dazugehörigen Content Attributes innerhalb von 90 Tagen. Modelle, die mit diesen Daten trainiert wurden, sollen danach neu trainiert werden. De-identifizierte und auf Kundenebene nicht mehr zuordenbare Daten dürfen laut Support-Dokumentation jedoch bis zu sieben Jahre aufbewahrt werden.