Google prüft Werbung in der Gemini App nach Tests in AI Mode

Google prüft Werbung in der Gemini App, will aber zuerst Anzeigenformate in AI Mode der Google Suche testen. Alphabet Chief Business Officer Philipp Schindler sagte im Zusammenhang mit dem Q1 2026 Earnings Call, dass Werbung ein wichtiger Teil bei der Skalierung großer Produkte sein könne. Gleichzeitig betonte Google, dass die Gemini App aktuell keine Anzeigen enthält und dass ein möglicher Rollout nicht unmittelbar bevorsteht. Der Schritt wäre dennoch wichtig, weil Gemini bisher vor allem über kostenlose Nutzung, Google AI Pro und andere Abo Angebote monetarisiert wird.

Google testet Anzeigen zuerst in AI Mode

AI Mode ist für Google der naheliegende Testbereich, weil die Funktion näher an der klassischen Suche liegt. Dort ist Werbung seit Jahren das zentrale Geschäftsmodell. Wenn Nutzer in AI Mode kommerzielle Fragen stellen, etwa zu Produkten, Reisen oder Dienstleistungen, kann Google neue Anzeigenformate testen, ohne sofort die Gemini App zu verändern.

Schindlers Aussage macht klar, dass Gemini nicht mehr grundsätzlich außerhalb der Werbedebatte steht. Google hat aber keinen konkreten Anzeigentyp, keinen Starttermin und keine Platzierung für die Gemini App angekündigt. Offen bleibt deshalb, ob Anzeigen später innerhalb von Antworten, zwischen Konversationen, in Empfehlungen oder als klar getrennte kommerzielle Hinweise erscheinen würden.

Die Reihenfolge ist strategisch. Erst AI Mode, dann möglicherweise Gemini. Google kann damit testen, welche Anzeigenformate in einer KI Antwortumgebung funktionieren, ohne die Nutzererfahrung der eigenständigen Gemini App sofort zu verändern.

Gemini bleibt vorerst werbefrei, aber Monetarisierung wird wichtiger

Die Gemini App ist derzeit weiterhin werbefrei. Google verdient dort vor allem über bezahlte KI Pläne wie Google AI Pro. Alphabet meldete für Q1 2026 den bisher stärksten Quartalswert bei Consumer AI Plänen, vor allem durch die Nutzung der Gemini App. Insgesamt erreichte Google 350 Millionen bezahlte Abonnements über seine Dienste hinweg.

Werbung in Gemini wäre trotzdem ein logischer nächster Schritt, wenn Google die kostenlose Nutzung langfristig stärker monetarisieren will. Die Kosten für KI Modelle, Rechenzentren und Inferenz bleiben hoch. Ein werbefinanziertes Modell könnte Google helfen, kostenlose Gemini Nutzung breiter anzubieten, ohne allein auf Abos zu setzen.

Für Nutzer bleibt die wichtigste Frage, wie Google Werbung kennzeichnet und wie stark sie in Gespräche eingreift. Eine klar markierte Anzeige neben einer kommerziellen Antwort wäre weniger störend als Werbung, die wie eine normale Gemini Empfehlung wirkt. Google hat dazu noch keine Details genannt.

Aktuell gilt deshalb: Gemini bekommt nicht sofort Werbung. Google prüft aber aktiv, ob Anzeigenformate aus AI Mode später auch in der Gemini App funktionieren könnten.