OpenAI führt mit Trusted Contact eine neue optionale Sicherheitsfunktion in ChatGPT ein, die Erwachsene mit einer Vertrauensperson verbinden soll, wenn Gespräche auf eine ernste Selbstgefährdung hindeuten. Die Funktion wird seit dem 7. Mai 2026 schrittweise ausgerollt und steht für persönliche ChatGPT Konten in unterstützten Regionen zur Verfügung. Nutzer wählen selbst eine Vertrauensperson aus, diese muss die Einladung annehmen, und nur bei schweren Sicherheitssignalen können automatisierte Systeme und geschulte Reviewer eine Benachrichtigung auslösen. OpenAI betont, dass Trusted Contact kein Notdienst, kein Kriseninterventionssystem und kein Ersatz für professionelle Hilfe ist.
So funktioniert Trusted Contact in ChatGPT

Trusted Contact ist ein Opt-in-System. Nutzer müssen die Funktion aktiv einrichten und eine erwachsene Person auswählen. Die benannte Person erhält eine Einladung und muss innerhalb einer Woche zustimmen. Erst danach wird sie als Trusted Contact aktiv. Pro berechtigtem ChatGPT Konto kann eine Vertrauensperson eingerichtet werden.
| Schritt | Was passiert | Wichtig für Nutzer |
|---|---|---|
| Kontakt auswählen | Der Nutzer wählt eine erwachsene Vertrauensperson aus. | Name und E-Mail sind erforderlich, Telefonnummer wird empfohlen. |
| Einladung senden | ChatGPT sendet eine Einladung per E-Mail, SMS, WhatsApp oder In-App-Nachricht. | Die Funktion wird erst nach Annahme aktiv. |
| Annahme abwarten | Die Person muss innerhalb von einer Woche akzeptieren. | Bei Ablehnung oder Ablauf kann ein anderer Kontakt gewählt werden. |
| Sicherheitssignal erkennen | Automatisierte Systeme erkennen mögliche ernste Selbstgefährdungssignale. | Nicht jede schwierige Unterhaltung führt zu einer Benachrichtigung. |
| Human Review | Geschulte Reviewer prüfen die Situation vor einer Benachrichtigung. | Chatverläufe werden nicht automatisch weitergegeben. |
| Benachrichtigung senden | Die Vertrauensperson erhält eine kurze Nachricht mit Bitte zum Check-in. | Es werden keine Chatdetails oder Transkripte geteilt. |
OpenAI beschreibt den Ablauf bewusst mehrstufig. Wenn automatisierte Systeme eine mögliche ernste Situation erkennen, kann ChatGPT den Nutzer darauf hinweisen, dass die Vertrauensperson möglicherweise informiert wird. Anschließend prüft ein kleines Team geschulter Reviewer, ob tatsächlich eine ernsthafte Sicherheitslage vorliegt. Erst dann kann eine kurze Benachrichtigung an die Vertrauensperson gesendet werden.
Welche Informationen ChatGPT mit der Vertrauensperson teilt
Die Benachrichtigung ist laut OpenAI absichtlich begrenzt. Die Vertrauensperson erfährt nur allgemein, dass Suizid oder Selbstverletzung in einer möglicherweise besorgniserregenden Weise im Gespräch vorkam. Sie wird ermutigt, sich beim Nutzer zu melden und Unterstützung anzubieten. ChatGPT teilt keine vollständigen Gespräche, keine Chatdetails und keine Transkripte.
Trusted Contacts sollen nicht als Therapeuten oder Krisenhelfer auftreten. OpenAI beschreibt ihre Rolle als persönlicher Check-in: zuhören, ruhig Kontakt aufnehmen und bei Bedarf helfen, weitere Unterstützung zu finden. Die Funktion ergänzt bestehende Sicherheitsmaßnahmen in ChatGPT, ersetzt aber keine Notrufnummer, keine Krisenhotline und keine medizinische oder psychologische Versorgung.
- Optional: Nutzer müssen Trusted Contact selbst aktivieren.
- Nur persönliche Konten: Nicht für Business, Enterprise oder Edu Workspaces.
- Altersgrenze: Erwachsene ab 18 Jahren, in Südkorea ab 19 Jahren.
- Eine Vertrauensperson: Pro Konto kann ein Trusted Contact eingerichtet werden.
- Keine Chattranskripte: OpenAI teilt keine vollständigen Unterhaltungen mit der Vertrauensperson.
- Schrittweiser Rollout: Die Funktion erscheint nicht sofort in allen berechtigten Konten.
OpenAI ordnet Trusted Contact in seine breitere Arbeit zu sensiblen Gesprächen ein. Das Unternehmen verweist auf die Zusammenarbeit mit mehr als 170 Mental-Health-Experten, um ChatGPT in Krisenmomenten besser reagieren zu lassen, Gespräche zu deeskalieren und Nutzer zu realer Unterstützung zu führen. Für ChatGPT ist Trusted Contact damit ein weiterer Schritt von reiner Modellantwort hin zu einem System, das bei ernsten Signalen reale Kontakte einbeziehen kann.