Firefox profitiert von EU-Browserwahl und erreicht sechs Millionen Auswahlen

Mozilla meldet mehr als sechs Millionen Firefox-Auswahlen über Browserwahlbildschirme in der Europäischen Union. Die Entwicklung hängt mit dem Digital Markets Act zusammen. Die EU-Regelung verpflichtet große Plattformbetreiber wie Apple und Google dazu, Nutzern auf neuen Geräten eine Auswahl alternativer Browser anzubieten. Mozilla veröffentlichte die Zahlen am 11. Mai 2026. The Register griff den Effekt anschließend in einem Bericht über die EU-Browserwahl auf. Nach Angaben von Mozilla wird Firefox über DMA-Auswahlbildschirme inzwischen alle zehn Sekunden ausgewählt.

Firefox gewinnt durch EU-Auswahlbildschirme neue Nutzer

Die stärkste Veränderung sieht Mozilla im Apple-Ökosystem. Eine akademische Analyse zur Wirkung der Browserwahlbildschirme kommt auf 113 Prozent höhere tägliche Firefox-Aktivität auf iOS im Vergleich zu einem Szenario ohne DMA-Vorgaben. Auf Android liegt der gemessene Effekt bei 12 Prozent.

Mozilla erklärt den Unterschied mit der Umsetzung auf den Plattformen. Beim iPhone erscheint der Auswahlbildschirm beim ersten Öffnen von Safari. Die Browserwahl wird dadurch Teil der normalen Nutzung. Auf Android erscheint die Auswahl vor allem bei der Einrichtung eines neuen Geräts oder nach einem Zurücksetzen. Dadurch sehen viele Nutzer den Hinweis seltener im Alltag.

Auch andere unabhängige Browser profitieren von den EU-Regeln. DuckDuckGo meldet laut mehreren Berichten einen deutlichen Anstieg der Nutzung auf Android. Auch Opera, Vivaldi und Aloha berichten über Wachstum nach der Einführung der Browserwahlbildschirme.

Warum der Zuwachs für Mozilla wichtig ist

Für unabhängige Browser ist die Sichtbarkeit auf mobilen Geräten besonders wichtig. Vorinstallierte Standardbrowser haben auf Smartphones einen großen Vorteil. Ein Auswahlbildschirm senkt diese Hürde. Nutzer sehen Alternativen früher und müssen nicht aktiv nach einem anderen Browser suchen.

Die Entwicklung auf Smartphones wirkt auch auf den Desktop-Markt. Viele Nutzer verwenden Konten, Lesezeichen und Passwörter über mehrere Geräte hinweg. Wer Firefox auf dem Smartphone auswählt, kann den Browser später auch auf Windows, macOS oder Linux nutzen.

Für Mozilla passt der Zuwachs in eine breitere Strategie rund um Wahlfreiheit, Datenschutz und Kontrolle. Dazu gehört auch die stärkere Nutzerkontrolle in Firefox, etwa bei integrierten KI-Funktionen.

Der Zuwachs ändert die Kräfteverhältnisse im Browsermarkt nicht grundlegend. Firefox bleibt weltweit deutlich hinter Chrome, Safari und Edge zurück. Trotzdem zeigen die Zahlen, dass regulatorische Auswahlbildschirme unabhängigen Browsern neue Nutzer bringen können. Mozilla fordert deshalb, ähnliche Regeln auch in weiteren Märkten und auf mehr Plattformen umzusetzen.