Google und Blackstone starten KI Cloud Joint Venture für TPU Rechenleistung

Google und Blackstone gründen ein neues US Unternehmen für KI Rechenleistung. Blackstone kündigte am 18. Mai 2026 ein Joint Venture mit Google an. Die neue Gesellschaft soll Rechenzentrumskapazität, Betrieb, Netzwerkleistung und Google Cloud Tensor Processing Units als Compute as a Service anbieten.

Für Google ist der Schritt ein weiterer Versuch, die eigenen KI Chips breiter zu vermarkten. Für Blackstone ist es eine Wette auf die Infrastruktur hinter generativer KI. Weitere Entwicklungen rund um Google zeigen bereits seit Monaten, wie stark der Konzern Cloud, Gemini, eigene Chips und Unternehmensdienste zusammenführt.

Blackstone stellt zunächst 5 Milliarden US Dollar Eigenkapital bereit. Damit sollen die ersten 500 Megawatt Rechenzentrumskapazität im Jahr 2027 online gehen. Google liefert laut Blackstone Hardware, Software und Dienste für das neue Unternehmen. Dazu gehören auch die TPUs, also von Google entwickelte Spezialchips für KI Training und KI Inferenz.

Google und Blackstone setzen auf TPUs als Cloud Alternative

Die neue Gesellschaft soll Kunden einen zusätzlichen Zugang zu Cloud TPUs geben. Bisher sind Googles Spezialchips vor allem eng mit Google Cloud verbunden. Das Joint Venture öffnet diesen Zugang über ein separates Angebot. Damit positionieren Google und Blackstone die TPUs als Alternative zu GPU dominierten KI Cloud Angeboten.

Benjamin Treynor Sloss soll das neue Unternehmen als CEO führen. Sloss ist ein langjähriger Google Manager mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung beim Aufbau und Betrieb der globalen Google Infrastruktur. Thomas Kurian, CEO von Google Cloud, beschrieb das Joint Venture als Antwort auf die steigende Nachfrage nach effizienter KI Rechenleistung.

Reuters berichtet, dass Google bei neuer KI Nachfrage stärker profitiert. Ein Grund ist Googles Kombination aus Cloud Diensten, Unternehmenssoftware und eigenen KI Chips. Als wichtiger TPU Kunde gilt Anthropic. Das Unternehmen hinter Claude kündigte im April 2026 eine Ausweitung der Nutzung von Google Cloud und TPUs an. Google Cloud sprach dabei von mehreren Gigawatt TPU Kapazität ab 2027.

KI Infrastruktur wird zum Milliardenmarkt

Der Zeitpunkt ist wichtig. KI Modelle benötigen enorme Mengen Rechenleistung. Große Anbieter sichern sich deshalb Chips, Strom, Rechenzentren und langfristige Cloud Verträge. Reuters nennt für 2026 erwartete Big Tech Ausgaben von mehr als 700 Milliarden US Dollar für KI Infrastruktur inklusive Rechenzentren.

Blackstone baut seine Rolle in diesem Markt aus. Der Vermögensverwalter verweist selbst auf seine Stärke bei Energie und digitaler Infrastruktur. Genau diese Kombination wird für KI Rechenzentren zentral. Ohne Stromversorgung, Kühlung, Netzwerkanbindung und Kapital lässt sich der Bedarf großer KI Labore kaum decken.

Für Google kann das Joint Venture auch strategisch wichtig werden. Nvidia dominiert den Markt für KI Beschleuniger weiter mit GPUs. Google versucht dagegen, die eigenen Tensor Processing Units stärker außerhalb der eigenen Dienste zu platzieren. Die TPUs treiben bereits Gemini und andere KI Produkte von Google an.

Offen bleibt, wie schnell das neue Unternehmen über die ersten 500 Megawatt hinaus skaliert. Reuters verweist auf einen möglichen Gesamtwert von bis zu 25 Milliarden US Dollar inklusive Fremdkapital. Google und Blackstone bestätigten diese Bloomberg Angabe Reuters zufolge zunächst nicht. Der bestätigte Kern bleibt damit das 5 Milliarden US Dollar Startkapital, der geplante Start der ersten Kapazität im Jahr 2027 und der zusätzliche Marktzugang zu Googles TPU Infrastruktur.