NVIDIA hat das klassische NVIDIA Control Panel nach 20 Jahren offiziell in den Ruhestand geschickt. Die Änderung steht in NVIDIAs Blogbeitrag zum neuen GeForce Game Ready Driver für 007 First Light. Sie betrifft Game Ready Drivers und Studio Drivers. Für Nutzer von GPU-Software ist das ein wichtiger Schnitt, weil die NVIDIA App künftig die zentrale Oberfläche für Treiber, Grafikprofile und Display-Einstellungen wird.
Das Control Panel verschwindet aber nicht sofort von bestehenden Windows-Systemen. NVIDIA schreibt, dass vorhandene Installationen erhalten bleiben. Erst eine saubere Neuinstallation der Treiber kann das klassische Control Panel entfernen. Nutzer können das alte Programm weiterhin über den Microsoft Store beziehen. Neue Funktionen, Fehlerbehebungen oder sonstige Änderungen soll es aber nicht mehr geben.
NVIDIA App übernimmt die Funktionen des Control Panels
NVIDIA begründet den Schritt mit der abgeschlossenen Migration der aktiv unterstützten Control-Panel-Funktionen für GeForce-Nutzer. Die NVIDIA App soll die moderne Funktionalität des alten Werkzeugs enthalten und zusätzlich schneller sowie effizienter arbeiten. Damit endet die lange Übergangsphase von der klassischen Systemsteuerung hin zu einem einheitlichen Client.
Für Nutzer ändert sich vor allem die Navigation. Die früheren 3D-Einstellungen aus dem Control Panel liegen in der NVIDIA App unter Graphics und Program Settings. Globale und spielspezifische Profile sind dort erreichbar. Display-Optionen, Monitor-Konfigurationen und weitere Systemfunktionen liegen im Bereich System.
Die NVIDIA App bündelt außerdem Funktionen, die früher auf mehrere Programme verteilt waren. Dazu gehören Treiberdownloads, Game Ready Drivers, Studio Drivers, DLSS-Overrides, Leistungsstatistiken über Alt+R, Aufnahmen und Screenshots über Alt+Z sowie weitere NVIDIA-Anwendungen. NVIDIA positioniert die App damit nicht nur als Ersatz für das Control Panel, sondern auch als Nachfolger zentraler GeForce-Experience-Funktionen.
Bestehende Installationen bleiben vorerst nutzbar
Für die meisten GeForce-Nutzer hat die Änderung zunächst keine harte Auswirkung. Wer das NVIDIA Control Panel bereits installiert hat und keine saubere Treiberinstallation ausführt, kann es weiter verwenden. Das Programm bleibt auf dem System. Der Unterschied liegt bei der Pflege. NVIDIA liefert künftig keine neuen Features, Fixes oder Anpassungen mehr für das klassische Control Panel.
Neue Systeme und frische Treiberinstallationen dürften stärker in Richtung NVIDIA App gelenkt werden. Wer das alte Control Panel nach einer sauberen Installation weiter nutzen möchte, muss es separat aus dem Microsoft Store installieren. NVIDIA hält diesen Weg offen, macht aber klar, dass die Zukunft der GPU-Steuerung in der NVIDIA App liegt.
NVIDIA RTX PRO bleibt ein Sonderfall. Für professionelle Nutzer soll das Control Panel weiter unterstützt werden, bis NVIDIA auch die professionellen Funktionen in die NVIDIA App übertragen hat. Einen Termin für diese Migration nennt NVIDIA nicht. Workstations und professionelle Umgebungen erhalten dadurch mehr Übergangszeit als klassische GeForce-Systeme.
Der Abschied kommt zusammen mit dem neuen GeForce Game Ready Driver 610.47 WHQL. Der Treiber optimiert Systeme für 007 First Light, unterstützt weitere Spiele und fügt mehr als 40 neue G-SYNC-Compatible-Displays hinzu. Der größere Einschnitt steckt aber in der Softwareoberfläche. Nach zwei Jahrzehnten verliert das NVIDIA Control Panel seine Rolle als zentrale Anlaufstelle für Grafikeinstellungen unter Windows.