Google setzt heute den nächsten Schritt bei der Einstellung von Firebase Studio um. Seit dem 22. Juni 2026 können Nutzer keine neuen Workspaces mehr erstellen. Bestehende Workspaces bleiben vorerst nutzbar und können weiterhin migriert werden. Die endgültige Abschaltung ist für den 22. März 2027 geplant. An diesem Tag löscht Google alle verbleibenden Daten dauerhaft.
Für Entwickler im Google-Ökosystem ist der Stichtag wichtig, weil Firebase Studio kein neues Projektwerkzeug mehr ist. Wer neue KI-gestützte App-Prototypen, Web-Apps oder Full-Stack-Projekte starten will, muss auf andere Google-Werkzeuge ausweichen. Google empfiehlt dafür vor allem Google AI Studio und Google Antigravity.
Google sperrt neue Firebase-Studio-Workspaces
Firebase Studio war als cloudbasierte Entwicklungsumgebung für KI-gestützte Full-Stack-Apps gedacht. Entwickler konnten Projekte direkt im Browser starten, Code importieren, Templates nutzen, Gemini-Unterstützung einbinden und Apps aus Prompts oder bestehenden Repositories erzeugen. Google beschreibt Firebase Studio weiterhin als Preview-Produkt. Genau diese Preview-Phase endet nun schrittweise.
Der heutige Einschnitt betrifft neue Workspaces. Wer bereits ein Firebase-Studio-Projekt besitzt, kann es weiterhin öffnen, bearbeiten und migrieren. Wer ab heute ein neues Projekt beginnen will, bekommt diesen Weg nicht mehr. Damit wird Firebase Studio faktisch zu einer Übergangsplattform für bestehende Nutzer.
Google nennt drei Termine für die Einstellung. Am 19. März 2026 wurde das Sunset angekündigt und die Migration begann. Am 22. Juni 2026 endet die Erstellung neuer Workspaces. Am 22. März 2027 wird Firebase Studio vollständig abgeschaltet. Danach sind verbleibende Daten laut Google dauerhaft gelöscht und nicht wiederherstellbar.
| Datum | Änderung | Bedeutung für Entwickler |
|---|---|---|
| 19. März 2026 | Google kündigt das Sunset an und startet Migrationstools | Teams sollten Migrationspfade prüfen |
| 22. Juni 2026 | neue Workspaces in Firebase Studio werden deaktiviert | neue Projekte müssen auf andere Tools ausweichen |
| 22. März 2027 | Firebase Studio wird abgeschaltet und verbleibende Daten werden gelöscht | Projekte, Code und relevante Daten müssen vorher exportiert sein |
Firebase-Kerndienste bleiben laut Google weiter nutzbar
Wichtig ist die Abgrenzung. Google stellt nicht Firebase als Plattform ein. Betroffen ist nur die Entwicklungsumgebung Firebase Studio. Google schreibt ausdrücklich, dass Kerndienste wie Cloud Firestore, Firebase Authentication und App Hosting weiter funktionieren. Auch bereits bereitgestellte Apps sollen nach dem Sunset weiterlaufen.
Für Agenturen, Entwicklerteams und Start-ups ist diese Unterscheidung entscheidend. Eine App, die Firebase-Dienste nutzt, muss nicht automatisch neu gebaut werden. Gefährdet sind vor allem Projekte, Code, Workspaces, Chatverläufe und Entwicklungsabläufe, die noch direkt in Firebase Studio liegen. Diese Inhalte müssen rechtzeitig exportiert oder migriert werden.
Google empfiehlt unterschiedliche Wege. Für schnelles browserbasiertes Prototyping nennt Google Google AI Studio. Der Dienst soll besonders für Prompt-basierte App-Erstellung und schnelle Web-Prototypen geeignet sein. Für codezentrierte Arbeit verweist Google auf Google Antigravity, eine agentische Entwicklungsumgebung mit stärkerem Fokus auf lokale Kontrolle, Terminal, Codebasis und Multi-Agent-Workflows.
Teams sollten vor der Migration prüfen, wie ihre Projekte veröffentlicht wurden. Wer Apps über Firebase Studio zu App Hosting gebracht hat und bestehende URLs behalten will, muss laut Google unter anderem GitHub Sync, App Hosting und Umgebungsvariablen sauber neu einrichten. Besonders wichtig ist der Umgang mit Gemini API Keys. Diese dürfen nicht versehentlich in ein GitHub-Repository gelangen.
Auch Chatverläufe sind ein Sonderfall. Google schreibt, dass die Agent-Chat-Historie nicht automatisch Teil des normalen Zip-Exports ist. Entwickler können entsprechende Dateien aber aus dem Workspace sichern. Wer Firebase Studio für Kundenprojekte, Prototyping-Sessions oder Prompt-gestützte Dokumentation genutzt hat, sollte diese Daten gesondert prüfen.
Der Schritt passt zu Googles größerer Konsolidierung bei KI-Entwicklerwerkzeugen. Firebase Studio war ein schneller Weg, um KI-gestützte App-Ideen im Browser zu bauen. Google bündelt diese Fähigkeiten nun stärker in AI Studio und Antigravity. Für Nutzer beginnt damit eine klare Frist: Neue Projekte starten nicht mehr in Firebase Studio, und bestehende Workspaces müssen vor dem 22. März 2027 migriert oder exportiert sein.