Nothing bringt 2026 kein neues CMF Phone auf den Markt. Mitgründer Akis Evangelidis begründet die Entscheidung mit stark gestiegenen Speicherpreisen. Ein geplanter Nachfolger des CMF Phone 2 Pro, in der Berichterstattung meist als CMF Phone 3 Pro bezeichnet, lasse sich derzeit nicht als sinnvoller Fortschritt zu einem passenden Budgetpreis bauen.
Damit trifft die RAM-Krise nicht nur teure Flaggschiffe, sondern auch günstige Smartphone-Hardware. Genau dort wirken höhere Komponentenkosten besonders hart. Hersteller wie CMF verkaufen Geräte mit knappen Margen und müssen Preissprünge schneller an Käufer weitergeben oder Modelle streichen. Nothing entscheidet sich in diesem Fall gegen ein neues Budget-Smartphone.
Nothing sieht keinen sinnvollen Preis für ein neues CMF Phone
Evangelidis schreibt laut The Verge, Nothing habe an einem Nachfolger gearbeitet. Mit den aktuellen Speicherpreisen könne CMF aber kein Smartphone bauen, das sich wie ein echter Schritt nach vorn anfühle und zugleich zum Preisversprechen der Marke passe. Deshalb werde es 2026 kein neues CMF Phone geben.
Das ist mehr als eine normale Verschiebung. CMF ist die Budgetmarke von Nothing und lebt vom Verhältnis aus Design, Ausstattung und Preis. Das CMF Phone 2 Pro startete in Europa ab 249 Euro und setzt auf 8 GB RAM, 128 oder 256 GB Speicher, ein großes AMOLED-Display und ein auffälliges Zubehörkonzept. Genau diese Kombination wird schwieriger, wenn RAM und Flash-Speicher plötzlich einen viel größeren Teil der Gerätekosten ausmachen.
Nothing-CEO Carl Pei hatte die Lage bereits beim Phone 4A eingeordnet. Laut The Verge sagte Pei, die Speicherkosten hätten sich zwischen der Entscheidung für das Gerät und dem Start verdoppelt. Danach hätten sie sich erneut verdoppelt. Außerdem sei Speicher inzwischen die teuerste Komponente in einem Smartphone.
| Punkt | Auswirkung | Warum es Käufer betrifft |
|---|---|---|
| CMF Phone 3 Pro | kein neues CMF Phone 2026 | erwarteter Nachfolger fällt aus |
| CMF Phone 2 Pro | bleibt vorerst das aktuelle CMF-Smartphone | Käufer müssen mit Lagerbestand oder Alternativen planen |
| RAM und Speicher | deutlich höhere Komponentenkosten | mehr Druck auf Ausstattung und Verkaufspreis |
| Budget-Segment | weniger Spielraum bei Preisen und Upgrades | günstige Geräte verlieren schneller ihr Preis-Leistungs-Versprechen |
| Nothing-Hauptmarke | weitere Smartphone-Starts nicht ausgeschlossen | neue Nothing-Phones könnten teurer positioniert sein |
RAM-Krise verschiebt den Druck in günstige Smartphones
Der Fall CMF zeigt, warum die Speicherkrise für Verbraucher wichtig ist. Höhere RAM-Preise lassen sich bei Premium-Geräten leichter verstecken. Ein Hersteller kann dort den Preis erhöhen, mehr Speicher als Verkaufsargument nutzen oder die Marge teilweise auffangen. Im Smartphone-Markt unter 300 Euro funktioniert das deutlich schlechter.
Bei günstigen Geräten zählt jeder Euro in der Stückliste. Mehr RAM, schnellerer Speicher oder ein größerer interner Speicher sind dort oft die sichtbaren Upgrades von einer Generation zur nächsten. Wenn genau diese Bauteile teurer werden, bleiben Herstellern nur wenige Optionen. Sie können den Preis erhöhen, die Ausstattung kaum verbessern, andere Komponenten schwächen oder ein Modell komplett auslassen.
Nothing wählt die vierte Option. Das ist für CMF kurzfristig riskant, schützt aber das Markenversprechen. Ein CMF Phone 3 Pro mit kaum besseren Daten oder deutlich höherem Preis würde gegen stärkere Mittelklassegeräte antreten und die klare Budgetposition schwächen. Ein gestrichener Release kann deshalb weniger schädlich sein als ein Gerät, das den eigenen Anspruch verfehlt.
Die Marktdaten stützen diesen Verbraucherwinkel. TrendForce erwartet für das zweite Quartal 2026 weiter steigende DRAM- und NAND-Preise. Speicherhersteller verschieben Kapazitäten stärker in Richtung Server, HBM und KI-Infrastruktur. Gartner rechnet deshalb mit niedrigeren Smartphone-Auslieferungen und im Schnitt 13 Prozent höheren Smartphone-Preisen im Jahr 2026.
Für Käufer bedeutet das eine veränderte Lage im unteren Preisbereich. Günstige Smartphones könnten länger im Markt bleiben, seltener erneuert werden oder mit kleineren Speicherausstattungen starten. Auch Angebote mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher könnten weniger selbstverständlich werden, wenn Hersteller ihre Einstiegspreise halten wollen.
CMF verschwindet dadurch nicht. Evangelidis stellt weitere CMF-Produkte und neue Kategorien in Aussicht. Nothing selbst soll ebenfalls weiter Smartphones bringen. Für das Budgetsegment ist die Absage aber ein klares Signal. Die RAM-Krise erreicht nicht nur Rechenzentren, KI-PCs und Premium-Phones. Sie entscheidet inzwischen auch darüber, ob ein günstiges Smartphone überhaupt erscheint.