Das Applied Deep Tech Fest findet heute in der ARENA2036 in Stuttgart statt und rückt mehrere Schlüsselthemen für die nächste Industriegeneration in den Mittelpunkt. Die von NXTGN organisierte Veranstaltung bringt Wissenschaft, Start-ups, Industrie und Investment in einem kuratierten Rahmen zusammen. Im Fokus stehen Next-Gen-Batterien, BioTech 4.0, KI in MedTech, Dual-Use-Technologien und AI x Quantum. Damit bekommt Deep-Tech-Hardware in Baden-Württemberg einen klaren Anwendungsschwerpunkt.
Das Event ist kein breites Publikumsformat. NXTGN beschreibt das Applied Deep Tech Fest als kuratiertes Treffen für Gründer, Forschende, Investoren und Industrievertreter. Start-up-Bewerbungen und Corporate-Teilnahme sind für diese Ausgabe bereits geschlossen. Dadurch liegt der Schwerpunkt stärker auf Austausch, Deep-Dive-Sessions und möglichen Kooperationen als auf klassischen Messeflächen.
Die regionale Bedeutung ist hoch. Stuttgart und Baden-Württemberg stehen für Maschinenbau, Automobilindustrie, Produktion, Forschung und industrielle Zulieferketten. Genau diese Struktur macht Deep Tech hier besonders relevant. Neue Batteriezellen, KI-gestützte Medizintechnik, sichere Industrieproduktion, Dual-Use-Technologien und Quanten-Hardware brauchen nicht nur Software. Sie brauchen Labore, Fertigungspartner, Kapital, Kunden und regulatorische Erfahrung.
NXTGN setzt auf Batterien, BioTech, MedTech und AI x Quantum
Der erste Schwerpunkt heißt Next Generation Battery. NXTGN stellt dabei die Frage, ob Europa technologische und industrielle Führung bei Energiespeichern durch neue Zellchemien und Fertigungsinnovationen zurückgewinnen kann. Das passt zur Lage in Deutschland, weil Batterien längst nicht mehr nur ein Auto-Thema sind. Sie betreffen Netze, Industrieanlagen, mobile Geräte, Robotik, Speicherfabriken und europäische Lieferketten.
Der zweite Track verbindet BioTech 4.0 und KI in MedTech. Dort geht es um die Frage, wie KI-gestützte Biologie und Daten neue Therapien, Diagnostik und Medizinprodukte verändern. Die Keynote von Ingmar Hoerr, Gründer von CureVac, gibt dem Track zusätzliche Relevanz. Hoerr steht wie wenige deutsche Gründer für die Schnittstelle aus Biotechnologie, Forschungstransfer und skalierbaren Plattformtechnologien.
Beim dritten Themenblock geht es um Dual Use und Black Out Production. NXTGN verbindet damit die Frage nach robusten, sicheren und kosteneffizienten Industriesystemen in einer geopolitisch unruhigeren Lage. Das Thema trifft Produktionsstandorte besonders direkt. Moderne Fabriken müssen mit Cyberrisiken, Energieausfällen, Lieferkettenproblemen und sicherheitsrelevanten Anwendungen umgehen.
Der vierte Schwerpunkt heißt AI x Quantum. NXTGN stellt dort die Frage, was nach den heutigen KI-Hardware-Grenzen kommt und wie Halbleiter, Photonik und Quantentechnologien das Computing verändern. Dieser Track passt zu aktuellen Hardware-Themen wie Samsung UFS 5.0 für On-Device-KI und NVIDIA RTX Spark für lokale KI-Agenten. Beide zeigen, dass KI nicht nur über Modelle entschieden wird, sondern auch über Speicher, Energie, Beschleuniger und Systemdesign.
| Programmpunkt | Inhalt |
|---|---|
| Ort | ARENA2036 in Stuttgart |
| Veranstalter | NXTGN |
| Zielgruppe | Start-ups, Forschung, Industrie und Investment |
| Keynote | Ingmar Hoerr, Gründer von CureVac |
| Deep-Dive-Tracks | Next Generation Battery, BioTech 4.0 und AI in MedTech, Dual Use und Black Out Production, AI x Quantum |
| Zeitlicher Rahmen | Nachmittagsprogramm mit Deep Dives, Panel, Dinner und Networking |
| Teilnahme | Kuratiertes Format, Bewerbungen und Corporate-Teilnahme für diese Ausgabe geschlossen |
Stuttgart positioniert Deep Tech als Industriefrage
Das Applied Deep Tech Fest setzt bewusst auf Anwendung statt reine Zukunftsrhetorik. Jede Session beginnt laut NXTGN mit zwei kurzen Impulsen, einer aus der Forschung und einer aus Investor- oder Industrieperspektive. Danach folgt eine moderierte Diskussion mit dem Publikum. Dieses Format ist wichtig, weil Deep-Tech-Projekte oft nicht am wissenschaftlichen Durchbruch scheitern. Die Hürden liegen häufig bei Zertifizierung, Produktion, Kundenvalidierung, Kapitalbedarf und Marktzugang.
Die Sprecherliste unterstreicht den Transferanspruch. Neben Ingmar Hoerr nennt NXTGN unter anderem Benjamin Erhart von Unternehmertum Venture Capital Partners, Dr. Hans-Martin Rieser von Universität Ulm und DLR, Prof. Dr. Dr.-Ing. Dr. h. c. Jivka Ovtcharova von KIT und FZI, Christian Bauer von InnoEnergy und Johannes Wanner vom Fraunhofer IPA. Damit treffen Venture Capital, Raumfahrt- und Forschungsumfeld, Industrieinformatik, Batteriethemen und Produktionstechnologie aufeinander.
Der Zeitpunkt ist günstig. KI verschiebt den Investitionsfokus zunehmend von reinen Cloud-Modellen zu Hardware, Edge-Systemen, Speicher, Sensorik, Medizindaten, Robotik und industriellen Anwendungen. Projekte wie Lenovo Yoga Pro 9n mit Nvidia RTX Spark zeigen diesen Trend im PC-Bereich. Sakana AI Fugu zeigt ihn auf der Softwareseite, weil neue Systeme mehrere Modelle orchestrieren und dafür stabile Rechenpfade brauchen.
Für Baden-Württemberg ist das Event deshalb mehr als ein regionales Netzwerktreffen. Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart ordnet das Applied Deep Tech Fest als Beitrag zur Stärkung des Innovationsstandorts ein. Der Veranstaltungsort ARENA2036 passt dazu, weil dort Forschung, Industrie und Mobilität bereits eng zusammengeführt werden. Deep Tech wird damit nicht als abstraktes Start-up-Thema behandelt, sondern als Standortfrage für Produktion, MedTech, Energie, Sicherheit und Computing.
Nach dem Event wird entscheidend sein, welche Projekte, Partnerschaften und Folgeformate daraus entstehen. NXTGN spricht von langfristigem Austausch innerhalb der Deep-Tech-Community. Die eigentliche Relevanz zeigt sich deshalb nicht nur in der Agenda, sondern in den nächsten Monaten: bei Start-up-Finanzierungen, Pilotprojekten, Industriekooperationen und konkreten Anwendungen rund um Batterien, KI-Medizin, Dual Use und AI x Quantum.