Kaseya VSA 10.27 startet für On-Premises-Kunden mit Android-MDM

Kaseya rollt VSA 10.27 jetzt für On-Premises-Kunden aus. Das Update bringt Android-Gerätemanagement, ein Rebranding von Cooper Coach und Cooper Copilot zu Kaseya Assist, neue nginx-Hinweise für lokale Server und mehrere Admin-Fixes. Für Admin-Software ist der Release relevant, weil VSA 10 direkt in Endpoint-Management, Automatisierung, Remote Control, Patch-Prozesse und Sicherheitsbetrieb eingreift.

Der On-Premises-Rollout beginnt nach Kaseyas Zeitplan am späten Abend US-Ostküstenzeit. In Deutschland fällt das Wartungsfenster durch die Zeitverschiebung in die Nacht. Während des Deployments trennt Kaseya aktive Web-App-Sitzungen. Nutzer müssen sich zum Beginn des Wartungsfensters erneut anmelden. Admins sollten deshalb offene Arbeiten, geplante Automationen und laufende Remote-Sitzungen vor dem Update prüfen.

Mit VSA 10.27 steigt auch die Agent-Version auf 10.27. Kaseya weist darauf hin, dass Agents nach dem Release innerhalb eines zufälligen 36-Stunden-Fensters automatisch aktualisiert werden. Einige Funktionen stehen erst nach aktualisiertem Agent zur Verfügung. Das ist für On-Premises-Umgebungen wichtig, weil Server-Update und Agent-Stand nicht immer gleichzeitig fertig sind.

Kaseya VSA 10.27 bringt Android-Gerätemanagement in die Konsole

Die größte Funktionserweiterung ist Android Device Management. Kaseya integriert Android Enterprise in VSA 10 und erlaubt die Registrierung, Konfiguration und Steuerung von Android-Geräten direkt aus der Plattform. Das Enrollment läuft über QR-Codes und einen Android-Enterprise-Connector. Unterstützt werden persönlich genutzte Geräte, firmeneigene Geräte mit privater Nutzung, vollständig verwaltete Firmengeräte und Kiosk-Geräte.

Admins können wiederverwendbare Profile erstellen und über Management Policies ausrollen. Kaseya nennt Nutzerkonten, Netzwerkparameter, Wi-Fi, VPN, APN, Passwortvorgaben, Verschlüsselung, Kamera-, USB- und Bluetooth-Beschränkungen sowie Google-Play-App-Management als Konfigurationsbereiche. Damit rückt VSA 10 stärker in Richtung einheitliches Endpoint-Management, weil klassische Windows- und macOS-Verwaltung nun deutlicher mit mobilen Android-Geräten zusammenläuft.

Der Schritt passt zu einem breiteren Trend in IT-Teams. Laptops, Smartphones, Tablets und Spezialgeräte werden immer stärker aus denselben Admin-Prozessen gesteuert. Gleichzeitig steigen die Sicherheitsanforderungen an mobile Endpunkte. Gerade kompromittierte Entwickler- oder Admin-Umgebungen können schnell zu größeren Vorfällen führen. Das zeigte zuletzt der Fall der kompromittierten Red-Hat-npm-Pakete.

BereichÄnderung in VSA 10.27
RolloutOn-Premises-Wartungsfenster am späten Abend US-Ostküstenzeit
AgentAgent Version 10.27 mit automatischem Update-Fenster
Android-MDMAndroid-Gerätemanagement über Android Enterprise
EnrollmentQR-Code-basierte Registrierung
GerätetypenBYOD, Firmengeräte, Fully Managed und Kiosk
Kaseya AssistCooper Coach und Cooper Copilot heißen Kaseya Assist
On-Premises-Sicherheitnginx-Update-Hinweise für lokale Server
Wichtige FixesRDP, WSUS, Reports, Web-App, Lizenzzählung und Device Management

Kaseya Assist und nginx-Hinweise sind für Admins wichtiger als das Rebranding klingt

Mit VSA 10.27 führt Kaseya Cooper Coach und Cooper Copilot for Workflows unter dem Namen Kaseya Assist zusammen. Inhaltlich beschreibt Kaseya den Schritt als Rebranding. Für Admins hat die Änderung trotzdem praktische Bedeutung, weil Dokumentation, Menütexte, interne Schulungen und Support-Anleitungen künftig andere Namen verwenden. Teams sollten deshalb eigene Runbooks und SOPs anpassen, damit Techniker dieselben Funktionen nicht unter alten und neuen Begriffen suchen.

Für lokale Installationen ist die neue nginx-Meldung besonders relevant. VSA 10 zeigt Admins künftig ein Banner, wenn eine neue nginx-Version für den On-Premises-Server verfügbar ist. Das Banner enthält Links zum Download und zur Dokumentation. Kaseya weist ausdrücklich darauf hin, dass nginx-Updates die Agent-Konnektivität unterbrechen können. Der Hinweis ist damit kein kosmetisches Update, sondern ein neues Frühwarnsignal für geplante Wartungsfenster.

Die Fix-Liste betrifft mehrere typische Admin-Schmerzpunkte. Kaseya behebt ein Problem, bei dem Microsoft-RDP-Sitzungen in Umgebungen mit gehärteten TLS- und Schannel-Einstellungen nicht starteten. Außerdem wurde ein Fehler korrigiert, bei dem der Windows-Agent wegen langsamer WMI-Disk-Abfragen zeitweise offline wirkte und falsche System-Offline-Meldungen auslöste. WSUS-basierte Patch-Scans sollen verfügbare Betriebssystemupdates wieder korrekt erkennen.

Weitere Korrekturen betreffen Reports, macOS-Workflows, Remote-Control-Favoriten, Filtertexte, deutsche Zeitstempel, Lizenzzählungen für Ransomware Detection und Endpoint Protection sowie übermäßige Datenbanktransaktionen mit zeitweiser Web-App-Nichtverfügbarkeit. Für MSPs und interne IT-Abteilungen zählt dabei weniger ein einzelner großer Fix. Entscheidend ist die Summe aus stabilerer Konsole, weniger Fehlalarmen und saubereren Patch- und Reporting-Daten.

Der Release fällt in eine Phase, in der Admin-Tools stärker unter Sicherheitsdruck stehen. Bei Veeam Backup & Replication mussten Betreiber zuletzt wegen einer kritischen RCE-Lücke reagieren. Bei Secure-Boot-Zertifikaten geht es um frühe Boot-Komponenten und saubere Wartungsfenster. Kaseya VSA 10.27 liegt genau zwischen diesen Themen: Es ist ein Funktionsupdate, aber mit klaren Folgen für Sicherheit, Agent-Konnektivität und Betrieb.

Admins sollten deshalb nicht nur die neue Android-Funktion testen. Wichtiger ist ein kontrollierter Ablauf: Web-Sitzungen einplanen, Agent-Versionen prüfen, Android-Enrollment in einer kleinen Gruppe testen, Kaseya-Assist-Namen in internen Dokumenten aktualisieren, nginx-Hinweise beachten und kritische Fixes in betroffenen Umgebungen verifizieren. VSA 10.27 ist kein reines Komfortupdate, sondern ein On-Premises-Release mit spürbaren Folgen für Endpoint-Management und Admin-Betrieb.