Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat ihren Tätigkeitsbericht 2025 veröffentlicht. Der Bericht steht auf der GGL-Seite „Jährliche Berichte“ als PDF mit 6,1 MB bereit. Die Behördenseite wurde am 3. Juli 2026 aktualisiert.
Für die deutsche Glücksspiel-Regulierung ist der Bericht zentral. Die GGL bündelt darin Aufsicht, Marktanalyse, Spielerschutz, Vollzug gegen illegale Angebote und den Ausblick auf 2026.
Laut Bericht waren Ende 2025 1.843 illegale Websites aufgrund von Untersagungsverfügungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Weitere Kennzahlen betreffen geprüfte Websites, Payment Blocking, Erlaubnisverfahren und Aufsichten bei legalen Anbietern.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Illegale Websites nicht erreichbar | 1.843 | Untersagungsverfügungen oder Netzsperren |
| Geprüfte Websites illegaler Anbieter oder Werbetreibender | 2.662 | Prüfungen gegen unerlaubte Angebote und Werbung |
| Payment-Blocking-Fälle | 178 | Zahlungen über gängige Zahlungsdienstleister blockiert |
| Bearbeitete Erlaubnis- oder Änderungsanträge | 148 | Verfahren im legalen Markt |
| Aufsichten legaler Anbieter | 621 | Regelaufsicht und Prüfungen |
| MitarbeiterInnen | 99 | Stand 31.12.2025 |
GGL verlagert Schwerpunkt auf Aufsicht und Marktanalyse
Der Bericht beschreibt 2025 als Jahr mit stärkerer Regelaufsicht. Nach den Aufbaujahren mit vielen Erlaubnisverfahren standen Aufsichtsgespräche, anlassbezogene Prüfungen und die Fortführung der Einzelspielprüfung stärker im Mittelpunkt. Die GGL verweist zudem auf Gerichtsverfahren, Safe-Server-Daten und den Ausbau technischer Aufsichtssysteme.
Beim erlaubten Markt nennt der Tätigkeitsbericht 2025 Bruttospielerträge von 14,4 Milliarden Euro. Der Wert blieb laut GGL gegenüber dem Vorjahr stabil. Das Online-Geschäft erreichte 3,5 Milliarden Euro. Anbieter in Zuständigkeit der GGL kamen auf 3,9 Milliarden Euro Bruttospielerträge.
Für Verbraucher bleibt die Unterscheidung zwischen erlaubten und unerlaubten Angeboten entscheidend. Die GGL-Whitelist bleibt dafür der zentrale Einstieg, weil sie erlaubte Anbieter nach deutschem Rechtsrahmen nachvollziehbar macht.
Schwarzmarkt, Steuern und Ausblick auf 2026
Der Bericht trennt beim unerlaubten Markt klar zwischen Sportwetten, virtuellen Automatenspielen, Online-Poker, Online-Casinospielen, Zweitlotterien und weiteren Angeboten ohne deutsche Erlaubnis. Eine im Auftrag der GGL erstellte Kanalisierungsstudie nennt auf Basis einer Befragung von 2.000 Personen für 2024 einen geschätzten Schwarzmarkt-Bruttospielertrag von 547 Millionen Euro. Dieser Wert entspricht laut Bericht rund 4 Prozent des gesamten erlaubten Marktes.
Bei den öffentlichen Einnahmen meldet die GGL für 2025 6,9 Milliarden Euro aus Steuern und Abgaben. Das lag um 0,1 Milliarden Euro oder 1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf Veranstalter und Vermittler in GGL-Zuständigkeit entfielen 1,5 Milliarden Euro und damit 21 Prozent.
Der Ausblick rückt die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021, die Weiterentwicklung von LUGAS, erwartete Entscheidungen zu Einzahlungslimits sowie mehrere europäische Verfahren in den Fokus. Zusätzlich nennt die Behörde den Erlaubnis-Zyklus ab 2027, die Umsetzung neuer EU-Geldwäschevorgaben und die Fußball-WM 2026 als Themen für Aufsicht und Werbekontrolle.