SharePoint und SQL Server: Wichtige Microsoft-Fristen laufen aus

Microsoft erreicht am 14. Juli 2026 einen wichtigen Lifecycle-Stichtag für mehrere Unternehmensprodukte. Besonders relevant sind SharePoint Server 2016, SharePoint Server 2019, Project Server 2016, Project Server 2019, InfoPath 2013, SharePoint Designer 2013 und SQL Server 2016. Für SQL Server 2014 endet zusätzlich das zweite Jahr der Extended Security Updates. Für Admins, Behörden und Unternehmen in Deutschland ist der Termin kritisch, weil nach dem Supportende keine normalen Sicherheitsupdates mehr kommen und ungepatchte Server schnell zum Compliance- und Sicherheitsrisiko werden. In der Software-Kategorie ist das Thema stark, weil SharePoint, SQL Server und Project Server oft tief in Intranets, Fachverfahren, Dokumentenablagen und Altsystemen stecken.

ProduktFristWas jetzt wichtig ist
SharePoint Server 2016Supportende am 14. Juli 2026Migration auf SharePoint Server Subscription Edition oder SharePoint Online prüfen
SharePoint Server 2019Supportende am 14. Juli 2026Farmen, Workflows und Add-ons inventarisieren
Project Server 2016Supportende am 14. Juli 2026Projektportale und Datenbanken absichern
Project Server 2019Supportende am 14. Juli 2026Upgrade auf Project Server Subscription Edition oder Cloud-Alternativen planen
InfoPath 2013Supportende am 14. Juli 2026Altformulare ablösen
SharePoint Designer 2013Supportende am 14. Juli 2026Abhängigkeiten in SharePoint-Farmen prüfen
SQL Server 2016Supportende am 14. Juli 2026Upgrade, Azure-Migration oder ESU planen
SQL Server 2014 ESU Jahr 2Ende am 14. Juli 2026ESU Jahr 3 startet nur als Übergangslösung

SharePoint Server 2016 und 2019 werden zum akuten Risiko

SharePoint Server 2016 und SharePoint Server 2019 verlieren am 14. Juli 2026 den erweiterten Support. Die Produkte laufen danach technisch weiter. Der entscheidende Unterschied liegt bei Updates, Support und Sicherheitskorrekturen. Microsoft stellt für Produkte nach Lifecycle-Ende keine normalen Sicherheitsupdates und keine regulären Supportoptionen mehr bereit.

Das trifft vor allem Organisationen mit eigenen SharePoint-Farmen. Viele Umgebungen enthalten gewachsene Intranets, Dokumentenbibliotheken, Workflows, InfoPath-Formulare, Suchdienste, Berechtigungsmodelle und Schnittstellen zu Fachanwendungen. Ein später Wechsel ist deshalb kein einfaches Update, sondern ein Migrationsprojekt mit Abhängigkeiten in Datenbanken, Webanwendungen, Service Applications und benutzerdefinierten Lösungen.

Microsoft nennt für SharePoint Server Subscription Edition einen Upgradepfad von SharePoint Server 2016 und SharePoint Server 2019. Der Wechsel erfolgt über eine neue Farm und Datenbankanhänge. Admins müssen Content-Datenbanken, Service-Anwendungen, Serveranpassungen, Workflows und Drittanbieter-Lösungen vorher prüfen. Gerade alte Workflows und InfoPath-Formulare können den Projektaufwand deutlich erhöhen.

Auch Project Server 2016 und Project Server 2019 erreichen am selben Tag das Supportende. Das ist wichtig für Unternehmen mit Projektportalen, Ressourcenplanung und enger SharePoint-Integration. Wer Project Server weiter lokal betreibt, muss Abhängigkeiten zur SharePoint-Farm, SQL-Datenbanken und Reporting-Strukturen zusammen bewerten.

Der Termin passt in eine größere Microsoft-Umstellung. Lokale Serverprodukte laufen immer stärker in Richtung Subscription Edition, Azure oder Microsoft 365. Gleichzeitig bleiben On-Premises-Systeme in Behörden, regulierten Branchen und großen Mittelständlern wichtig. Genau deshalb wird der Supportkalender für Admins zum Risikoplan. Die Microsoft-Lösungen für Organisationen und digitale Zusammenarbeit zeigen denselben strategischen Druck in Richtung moderner Plattformen.

SQL Server 2016 braucht Upgrade, Azure-Migration oder ESU

SQL Server 2016 erreicht ebenfalls am 14. Juli 2026 das Ende des erweiterten Supports. Ab 15. Juli 2026 beginnt für SQL Server 2016 das erste Jahr der Extended Security Updates. Diese ESUs sind keine echte Verlängerung des normalen Produktsupports. Sie dienen als Übergang für Systeme, die nicht rechtzeitig auf eine unterstützte SQL-Version oder eine Azure-Plattform wechseln.

Microsoft nennt für betroffene SQL-Server mehrere Wege. Unternehmen können auf eine aktuelle SQL-Server-Version wechseln, Workloads zu Azure SQL Managed Instance migrieren, SQL Server in einer Azure VM betreiben oder ESUs abonnieren. Für bestehende lokale Systeme ist ESU oft die kurzfristigste Option. Langfristig bleibt aber eine Modernisierung nötig, weil ESUs zeitlich begrenzt sind und keine neuen Funktionen oder normalen Bugfixes ersetzen.

SQL Server 2014 ist schon seit 2024 außerhalb des regulären Supports. Am 14. Juli 2026 endet dort das zweite ESU-Jahr, am 15. Juli beginnt ESU Jahr 3. Wer noch SQL Server 2014 betreibt, steht damit bereits in der letzten Übergangsphase. Besonders kritisch sind Datenbanken hinter Fachverfahren, ERP-Systemen, alten Webanwendungen und Reporting-Diensten.

Für Admins sollte die Priorität jetzt klar sein: Inventar erstellen, betroffene Server identifizieren, Editionen prüfen, Datenbank-Kompatibilitätslevel erfassen, Anwendungen testen und Wartungsfenster sichern. Bei SQL Server müssen zusätzlich Backup-Strategie, Hochverfügbarkeit, Treiber, Stored Procedures, CLR-Komponenten, SQL-Agent-Jobs und Monitoring geprüft werden.

Das Thema ähnelt anderen Microsoft-Fristen. Beim Windows 10 ESU-Plan für kleine Firmen geht es ebenfalls um die Frage, ob ein kostenpflichtiger Sicherheitsaufschub reicht oder ob eine Migration zwingend wird. Auch Microsofts Warnung vor dem Ende von Windows-10-Sicherheitsupdates zeigt, wie stark Lifecycle-Fristen inzwischen zur operativen Sicherheitsplanung gehören.

Serverumgebungen erhöhen den Druck zusätzlich. Fehler oder ungepatchte Systeme betreffen nicht nur einzelne Arbeitsplätze, sondern zentrale Dienste. Windows Server 2016 mit Domain-Controller-Problemen zeigt, wie schnell Infrastrukturthemen ganze Organisationen betreffen können. Auch Microsoft Outlook-Probleme in Unternehmenskommunikation und Microsoft Teams mit Büroanwesenheit und Datenschutzfragen machen deutlich, wie eng Microsoft-Dienste in Arbeitsabläufe eingebunden sind.

Der 14. Juli 2026 ist deshalb kein reiner Kalendereintrag. Er ist ein letzter Prüfpunkt für produktive Altumgebungen. Systeme ohne Upgradepfad, ESU-Plan oder isolierende Schutzmaßnahmen bleiben nach dem Stichtag ein wachsendes Risiko für Sicherheit, Audit, Datenschutz und Betrieb.