Mozilla veröffentlicht heute Firefox 153 und startet zugleich Firefox ESR 153 als neue Langzeitlinie. Die reguläre Version richtet sich an alle Nutzer mit dem monatlichen Firefox-Zweig. Die ESR-Version ist besonders wichtig für Unternehmen, Behörden, Schulen und Hochschulen mit kontrollierten Updatefenstern. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die Desktop-Unterstützung der Picture-in-Picture API, neue Web- und Erweiterungs-APIs, WebAssembly-Verbesserungen und eine strengere Berechtigung für Add-ons mit Zugriff auf lokale Dateien. Damit gehört Firefox 153 zu den wichtigsten Firefox-Updates des Jahres, weil ein normaler Browser-Release und ein neuer ESR-Zyklus gleichzeitig starten.
| Bereich | Firefox 153 und ESR 153 | Bedeutung |
|---|---|---|
| Regulärer Release | Firefox 153 erscheint am 21. Juli 2026 | Direktes Update für normale Installationen |
| Neuer ESR-Zweig | Firefox 153.0esr startet als neue Langzeitlinie | Wichtiger Wechsel nach Firefox ESR 140 |
| Desktop-Picture-in-Picture | Picture-in-Picture API auf Desktop-Plattformen | Websites können PiP gezielter steuern |
| Lokale Dateien | file://-Zugriff für Erweiterungen standardmäßig aus | Mehr Kontrolle bei sensiblen lokalen Dateien |
| WebExtensions | userScripts.execute, publicSuffix, documentId und neue Container-Methoden | Add-ons erhalten neue Möglichkeiten und neue Grenzen |
| Web-APIs | IndexedDB getAllRecords, Intl.Locale-Methoden und weitere Änderungen | Relevant für Entwickler und Webkompatibilität |
| WebAssembly | JavaScript Promise Integration aktiviert | Hilft bei asynchronem WebAssembly-Code |
| Unternehmen | Test und Rollout für ESR-Wechsel nötig | Richtlinien, Erweiterungen und Webapps prüfen |
Firefox 153 bringt Picture-in-Picture und neue Web-APIs
Firefox 153 erweitert auf Desktop-Systemen die Unterstützung für die Picture-in-Picture API. Websites können damit ein Video kontrolliert in ein schwebendes Always-on-top-Fenster verschieben. Nutzer kennen Picture-in-Picture bereits als Firefox-Funktion. Neu ist hier vor allem der standardisierte API-Zugang für Webseiten.
Für Webentwickler bringt Firefox 153 mehrere technische Änderungen. MDN nennt neue `Intl.Locale`-Methoden, `Error.stackTraceLimit`, Textmodule mit `with { type: “text” }`, erste Syntaxunterstützung für `import source`, neue IndexedDB-Methoden `getAllRecords()` und Anpassungen bei HTML, CSS, DOM, WebRTC und WebDriver BiDi.
Auch WebAssembly bekommt eine wichtige Änderung. JavaScript Promise Integration ist in Firefox 153 aktiviert. WebAssembly-Module können dadurch besser mit Promise-basierten JavaScript-APIs zusammenspielen. Das hilft vor allem bei Anwendungen mit asynchronen Abläufen, etwa komplexen Webapps, Entwicklertools, Spielen oder Browser-basierten Produktivitätsdiensten.
Die offiziellen Firefox-Release-Notes sind zum Veröffentlichungszeitpunkt noch nicht vollständig ausgearbeitet. Mozilla stellt die Downloadseite bereits bereit, verweist dort aber noch auf kommende Details. Der technische Stand kommt deshalb vor allem aus den finalen MDN-Hinweisen für Entwickler, den Firefox-ESR-Downloads und Mozillas Vorabkommunikation aus dem Firefox-Team.
Der Release knüpft an mehrere frühere Firefox-Themen an. Firefox 152 mit JPEG XL und neuen Einstellungen hatte bereits Web- und Medienfunktionen in den Vordergrund gerückt. Firefox Roadmap mit Nova, VPN und HDR zeigt zusätzlich, wie Mozilla den Browser 2026 stärker modernisieren will.
Firefox ESR 153 macht den Wechsel für Admins wichtig
Firefox ESR 153 ist für Organisationen der größere Schritt. ESR-Versionen wechseln seltener bei Funktionen und dienen als stabilere Basis für verwaltete Umgebungen. Mozilla hatte bereits in früheren Enterprise-Hinweisen erklärt, dass Firefox 153 die nächste ESR-Version wird und Tests vor dem Wechsel sinnvoll sind.
Der ESR-Wechsel ist nicht nur eine Versionsnummer. Viele Organisationen wechseln von Firefox ESR 140 auf Firefox ESR 153. Dadurch landen mehrere Funktionsänderungen, Webplattform-Neuerungen, Add-on-Anpassungen und Richtlinienänderungen gebündelt in Umgebungen mit langer Freigabeplanung. Genau deshalb sollten Admins Erweiterungen, interne Webanwendungen, Zertifikate, GPOs, Intune-Richtlinien und Autoupdate-Prozesse prüfen.
Die wichtigste Datenschutz- und Sicherheitsänderung betrifft Erweiterungen mit Zugriff auf lokale Dateien. Ab Firefox 153 ist der Zugriff auf `file://`-URLs standardmäßig deaktiviert. Eine Erweiterung braucht dafür eine eigene Nutzerberechtigung mit dem Hinweis Access local files on your computer. Früher konnte dieser Zugriff durch breitere Host-Berechtigungen abgedeckt sein.
Für Nutzer ist das eine sinnvolle Trennung. Ein Add-on mit Zugriff auf alle Webseiten sollte nicht automatisch lokale HTML-Dateien, heruntergeladene Dokumente oder intern geöffnete Dateien lesen dürfen. Für Entwickler und Admins entsteht aber zusätzlicher Testbedarf. Erweiterungen mit Dokumenten-Workflows, lokalen Dashboards, Entwicklerwerkzeugen oder Schulungsinhalten können eine neue Freigabe benötigen.
Firefox 153 ergänzt außerdem mehrere WebExtension-APIs. Dazu gehören `userScripts.execute()` für einmalige Skriptinjektion, die neue `publicSuffix`-API, `documentId` in mehreren Erweiterungsbereichen sowie neue Methoden für Container-Farben und Container-Symbole. Für verwaltete Installationen kommt mit `blocked_permissions` eine Möglichkeit hinzu, bestimmte API-Berechtigungen über Richtlinien zu blockieren.
Der Unternehmenskontext passt zu früheren Ghacks-Artikeln wie Firefox 153 Beta und Vorbereitung des ESR-Wechsels. Auch Firefox 153 mit roter Anzeige bei aktiver Standortfreigabe zeigt, dass Mozilla im Umfeld dieser Version stärker an sichtbaren Datenschutz- und Berechtigungssignalen arbeitet.
Für ältere Systeme bleibt ESR ebenfalls relevant. Firefox ESR 115 für Windows 7 und alte Macs bleibt ein Sonderfall. Neue Firefox-Hauptversionen unterstützen diese Plattformen nicht mehr regulär. Nutzer solcher Systeme sollten prüfen, welche ESR-Linie für sie noch vorgesehen ist und wann Sicherheitsupdates enden.
Für normale Nutzer reicht in den meisten Fällen der Weg über Menü, Hilfe und Über Firefox. Dort sucht der Browser nach Updates und installiert die neue Version. Admins sollten den ESR-Wechsel dagegen nicht ungeprüft durchwinken. Firefox 153 bringt moderne Webfunktionen, neue Add-on-Regeln und eine neue Langzeitbasis. Genau diese Kombination macht das Update wichtig, aber auch testpflichtig.