Gemini in Google Classroom steht ab heute, 10. August 2026, auch Schülern unter 18 Jahren zur Verfügung. Google erweitert den bisherigen Zugang auf K-12- und Hochschulschüler aller Altersgruppen. Voraussetzung ist eine Freigabe durch die jeweilige Schul- oder Hochschuladministration. Der Web-Rollout startet heute, die mobile Version folgt ab 17. August 2026.
Google hatte Gemini in Classroom zunächst für Lehrkräfte und später für Hochschulstudierende ab 18 Jahren geöffnet. Mit dem neuen Rollout fällt diese Altersgrenze für den Classroom-Zugang. K-12 bezeichnet im US-Bildungssystem den Schulbereich vom Kindergarten bis zur 12. Klasse. Damit erreicht generative KI für Schüler und Studierende einen deutlich größeren Teil des Google-Classroom-Ökosystems.
Der neue Zugang besteht nicht nur aus einem allgemeinen Gemini-Chat. Google bindet Klasse, Aufgabe und bereitgestellte Unterrichtsmaterialien direkt als Kontext ein. Schüler können dadurch Lernhilfen erstellen, ohne Aufgabenbeschreibungen und Unterrichtsdokumente manuell in einen neuen Chat übertragen zu müssen.
Google verbindet Gemini direkt mit Aufgaben und Unterrichtsmaterial
Im Mittelpunkt stehen neue kontextbezogene Starter-Prompts im Gemini-Bereich von Classroom. Schüler wählen eine Klasse und eine konkrete Aufgabe aus. Gemini kann anschließend Informationen aus dem Aufgabenkontext für die weitere Unterhaltung nutzen. Dazu gehören laut Google unter anderem der Aufgabentitel, Anweisungen der Lehrkraft und bereitgestellte Lernmaterialien.
Auf der neu gestalteten Classroom-Startseite kommt zusätzlich die Funktion Learn with Gemini hinzu. Sie erscheint bei anstehenden Aufgaben im Bereich „Due Soon“. Schüler können von dort direkt eine auf die aktuelle Aufgabe zugeschnittene Lernsitzung starten.
| Funktion | Was Schüler damit machen können | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| Gemini in Classroom | Fragen und Lernaufgaben direkt in Classroom bearbeiten | Ab 10. August 2026 im Web |
| Kontextbezogene Starter-Prompts | Klasse und konkrete Aufgabe als Ausgangspunkt auswählen | Ab 10. August 2026 |
| Karteikarten | Unterrichtsmaterial in Lernkarten umwandeln | Ab 10. August 2026 |
| Übungsquizze | Fragen zur Vorbereitung auf Tests erstellen | Ab 10. August 2026 |
| Gemini Notebook | Materialien für zusätzliche Lernformate synchronisieren | Bei freigeschaltetem Notebook-Zugang |
| Mobile Nutzung | Gemini-Funktionen in den Classroom-Apps nutzen | Rollout ab 17. August 2026 |
Gemini kann aus den Materialien einer Klasse beispielsweise Karteikarten und Übungsquizze erzeugen. Diese Inhalte orientieren sich am Unterrichtskontext. Der Ansatz unterscheidet sich damit von einem offenen KI-Chat mit einer isolierten Frage. Classroom liefert Gemini bereits den fachlichen Rahmen für die Aufgabe.
Zusätzliche Möglichkeiten entstehen mit Gemini Notebook, dem umbenannten NotebookLM. Schüler mit entsprechendem Zugriff können Unterrichtsinhalte mit einem persönlichen Klassen-Notebook synchronisieren. Google bietet dort unter anderem Lernleitfäden, Karteikarten, Audio- und Video-Zusammenfassungen, Infografiken sowie weitere visuelle Lernhilfen an.
Google hatte persönliche Klassen-Notebooks im April zunächst für Hochschulstudierende ab 18 Jahren eingeführt. Die Notebooks basieren auf Materialien der jeweiligen Lehrkraft. Ein Notebook kann Informationen aus mehreren Unterrichtsdokumenten zusammenführen und Antworten anhand dieser Quellen erzeugen. Der heutige Altersausbau erweitert dieses Konzept nun auf jüngere Schüler.
- Lernkarten: Gemini erstellt Karteikarten aus dem bereitgestellten Unterrichtsstoff.
- Übungsfragen: Schüler können Quizze für die Vorbereitung auf Tests erzeugen.
- Aufgabenkontext: Klasse, Aufgabenstellung und Materialien fließen in die Lernhilfe ein.
- Gemini Notebook: Freigeschaltete Konten können zusätzliche multimodale Lernmaterialien erzeugen.
- Direkter Einstieg: „Learn with Gemini“ verbindet anstehende Aufgaben mit der KI-Lernansicht.
Administratoren entscheiden über den Zugang für Schüler unter 18
Die Altersfreigabe bedeutet keine automatische Aktivierung von Gemini an jeder Schule. Schüler benötigen eine passende Konfiguration durch den Google-Workspace-Administrator. Google nennt dafür Gemini in Classroom, Gemini und Gemini Notebook als relevante Dienste. Schulen können den Zugriff über Gruppen und organisatorische Einheiten, kurz OU, steuern.
Der Gemini-Bereich in Classroom wird für Nutzer aller Altersgruppen grundsätzlich aktiviert, sofern die übergeordneten Gemini-Einstellungen den Dienst bereits erlauben. Eine Schule kann den Zugriff für Minderjährige separat deaktivieren. Dafür lassen sich Schüler unter 18 beispielsweise einer eigenen organisatorischen Einheit zuordnen. Administratoren behalten dadurch Kontrolle über unterschiedliche Altersgruppen und Schulbereiche.
Google stellt Gemini in Classroom für Education Fundamentals, Education Standard und Education Plus bereit. Der Web-Rollout beginnt am 10. August für Rapid-Release- und Scheduled-Release-Domains. Google nennt einen vollständigen Rollout innerhalb von ein bis drei Tagen. Auf Mobilgeräten beginnt die Verteilung eine Woche später am 17. August.
Für Bildungskonten gelten außerdem die Datenschutzbedingungen von Google Workspace for Education. Google erklärt für Gemini in Education, dass Inhalte unter den entsprechenden Workspace-Bedingungen nicht von Menschen zur Modellverbesserung geprüft und nicht für das Training generativer KI-Modelle verwendet werden. Für Schulen ist dieser Punkt besonders relevant, weil der neue Classroom-Zugang erstmals deutlich stärker auf minderjährige Nutzer ausgerichtet ist.
Der Ausbau gehört zu Googles breiterer Strategie für KI innerhalb von Workspace. Parallel wächst Gemini auch in anderen Anwendungen, etwa mit neuen Gemini-Funktionen in Google Vids. Classroom geht nun einen Schritt weiter: Die KI sitzt direkt zwischen Unterrichtsmaterial, Aufgabe und Schüler.
Damit verändert Google vor allem den Einstieg in KI-gestütztes Lernen. Schüler müssen den Unterrichtskontext nicht erst selbst für einen Chat zusammenstellen. Classroom liefert diesen Kontext direkt an Gemini und macht daraus Karteikarten, Quizze oder weitere Lernhilfen. Der Web-Rollout beginnt heute. Schulen mit deaktivierten Gemini-Diensten erhalten den neuen Zugang dagegen nicht automatisch.