Spotify testet eine KI Funktion für Playlists nach Texteingabe

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So soll Prompted Playlist die Musikauswahl einfacher und persönlicher machen

Spotify hat eine neue KI Funktion vorgestellt, die Playlists nicht mehr über Genre Listen oder bekannte Künstler zusammenstellt, sondern über eine kurze Beschreibung in eigenen Worten. Das Feature heißt Prompted Playlist und nutzt künstliche Intelligenz, um aus einem Textprompt automatisch eine passende Playlist zu erzeugen. Statt zu klicken und zu suchen, beschreibt man zum Beispiel eine Stimmung, eine Situation oder ein bestimmtes Gefühl und die App baut daraus eine Musikauswahl.

Spotify verbindet dabei zwei Datenquellen. Einerseits fließt das persönliche Hörverhalten ein, also was man häufig hört, was man überspringt und welche Vorlieben sich über Zeit ergeben. Andererseits berücksichtigt das System auch aktuelle Trends auf der Plattform, damit neue Releases und gerade populäre Songs sinnvoll auftauchen können. Dadurch soll eine Mischung entstehen, die vertraut wirkt und trotzdem frisch bleibt.

In der Praxis tippt man eine kurze Formulierung ein, etwa für einen ruhigen Abend, für einen konzentrierten Arbeitstag oder für Musik, die nach Sommer klingt. Die KI erzeugt anschließend eine Playlist, die zu dieser Beschreibung passen soll. Zusätzlich versucht das System, Titel zu vermeiden, die man zuletzt zu oft gehört hat. Außerdem können Künstler einfließen, die gerade im kulturellen Gespräch sind, etwa durch Filme, Serien oder virale Momente.

In ersten Tests haben Nutzer laut Spotify besonders häufig Playlists für konkrete Anlässe erstellt. Dazu gehörten spätes Hören in der Nacht, bestimmte Jahreszeiten oder Stimmungen, bei denen man bewusst Abwechslung wollte. Der Vorteil ist, dass man nicht wissen muss, wie ein Genre heißt oder welche Bands ähnlich klingen. Man beschreibt einfach, was man gerade braucht.

Bearbeitung, Updates und Verfügbarkeit der Beta

Die erzeugten Playlists bleiben nicht statisch. Wer nachträglich merkt, dass die Auswahl zu ruhig, zu schnell oder zu vorhersehbar ist, kann den ursprünglichen Text ändern und damit eine neue Version erzeugen. Das macht die Funktion flexibler als eine einmalige Empfehlung, weil der Prompt wie ein Regler funktioniert, den man jederzeit anpassen kann.

Zusätzlich kann man festlegen, dass sich eine Prompted Playlist automatisch erneuert. Spotify bietet dafür eine tägliche oder wöchentliche Aktualisierung an. So bleibt die Musikauswahl aktuell, ohne dass man jedes Mal wieder von vorn anfangen muss. Das kann besonders für Routine Situationen hilfreich sein, etwa für Sport, Pendeln oder Fokus Musik, bei denen man zwar einen klaren Rahmen möchte, aber nicht jeden Tag die gleichen Songs hören will.

Interessant ist auch der Teilen Mechanismus. Wenn man eine solche Playlist verschickt, erhalten andere Nutzer nicht einfach eine identische Kopie. Stattdessen bekommen sie eine eigene, personalisierte Variante, die ihre Hörhistorie und Vorlieben berücksichtigt. Damit wird aus einer Empfehlung eher eine Idee als eine feste Songliste.

Aktuell wird Prompted Playlist als Beta ausgerollt und steht zunächst nur Spotify Premium Abonnenten in den USA und Kanada zur Verfügung. Zuvor gab es Tests in Neuseeland, bevor die Funktion auf weitere Märkte ausgeweitet wurde. In der App findet man das Tool über die Option zum Erstellen, dort wählt man Prompted Playlist aus und gibt anschließend den Text ein.

Die neue Funktion passt in Spotifys größere Strategie, personalisierte Empfehlungen stärker mit aktiver Steuerung zu verbinden. Statt nur Vorschläge zu konsumieren, sollen Nutzer das System mit eigenen Worten lenken können. Gleichzeitig läuft der Test in einer Phase, in der Spotify in mehreren Regionen höhere Preise ankündigt, unter anderem in den USA mit einem Aufschlag für Premium ab Februar. Ob und wann Prompted Playlist breiter verfügbar wird oder auch für kostenlose Konten kommt, hat Spotify bisher offen gelassen.