Die britische Regierung erwägt eine deutliche Erhöhung der Lizenzgebühren für Glücksspielanbieter. Hintergrund ist der steigende Finanzbedarf der Aufsichtsbehörde, die ihre Aufgaben im Bereich Kontrolle, Durchsetzung und Bekämpfung illegaler Angebote ausweiten musste. Zu diesem Zweck wurde Ende Januar eine öffentliche Konsultation gestartet, an der sich Unternehmen, Verbände, Behörden und Verbraucher beteiligen können.
Die Befragung läuft bis zum 30. März. Anschließend soll entschieden werden, ob und in welcher Form neue Gebühren eingeführt werden. Ziel ist es, die Regulierung des Marktes langfristig sicherzustellen, ohne die Finanzierung weiterhin über Rücklagen oder Defizite zu stützen.
Warum höhere Gebühren diskutiert werden
Nach Angaben der zuständigen Stellen reichen die aktuellen Einnahmen aus Lizenzgebühren nicht mehr aus, um den laufenden Betrieb der Glücksspielaufsicht zu decken. Seit der letzten Überprüfung im Jahr 2021 sind die Ausgaben deutlich gestiegen. Gründe dafür sind unter anderem zusätzliche Aufgaben aus der Reform des Glücksspielrechts, verstärkte Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt sowie Investitionen in Datenanalyse und Aufsichtssysteme.
Die Gebühren für Betreiber richten sich in Großbritannien nach Art der Lizenz, Geschäftsmodell und Umsatz. Große Online Anbieter zahlen bereits heute hohe Jahresbeträge, die sich an ihrem Bruttospielertrag orientieren. Jede geplante Erhöhung würde auf diese bestehenden Gebühren aufgeschlagen.
In der Konsultation werden drei Varianten diskutiert:
- eine durchschnittliche Erhöhung der Jahresgebühren um 30 Prozent
- eine moderatere Steigerung um 20 Prozent
- eine kombinierte Lösung mit insgesamt 30 Prozent, davon ein Teil zweckgebunden
Unterschiedliche Modelle und mögliche Folgen
Die von der Aufsichtsbehörde bevorzugte Variante sieht eine pauschale Erhöhung um 30 Prozent vor. Damit ließe sich laut Einschätzung die bestehende Finanzierungslücke schließen und das aktuelle Arbeitsniveau sichern. Spielraum für zusätzliche Aufgaben oder neue Projekte würde diese Lösung jedoch nicht schaffen.
Die 20 Prozent Option würde zwar zusätzliche Einnahmen bringen, gleichzeitig aber Einsparungen erzwingen. In diesem Szenario müsste die Behörde Aufgaben zurückstellen und sich stärker auf besonders schwere Verstöße konzentrieren. Auch ein Stellenabbau von rund zehn Prozent gilt hier als möglich.
Die Regierung favorisiert derzeit ein drittes Modell. Dabei sollen die Gebühren ebenfalls um 30 Prozent steigen, jedoch mit klarer Zweckbindung:
- 20 Prozent zur allgemeinen Finanzierung der Aufsicht
- 10 Prozent ausschließlich für priorisierte Aufgaben wie die Bekämpfung illegaler Anbieter
Ein Teil der zusätzlichen Mittel würde gezielt eingesetzt, um unerlaubte Glücksspielangebote einzudämmen und Verbraucher besser zu schützen. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass Umsätze möglichst im regulierten Markt bleiben.
Nach Abschluss der Konsultation will das zuständige Ministerium alle Stellungnahmen auswerten. Sollten Änderungen beschlossen werden, würden diese über eine gesetzliche Anpassung umgesetzt und voraussichtlich ab Oktober 2026 gelten.
Die geplanten Gebührenanpassungen reihen sich in eine Serie weiterer Verschärfungen ein. Bereits angekündigt wurden höhere Glücksspielsteuern, neue Abgaben sowie strengere Vorgaben zu Werbung, Spielerschutz und finanzieller Prüfung. Kritiker warnen davor, dass eine zu starke Belastung lizenzierter Anbieter, unbeabsichtigt Online Casinos ohne Lizenz stärken könnte.