Wichtige Linux Distributionen mit großen Updates im Januar 2026

Linux

Der Januar 2026 war für die Linux Welt ungewöhnlich aktiv. Mehrere bekannte Distributionen haben neue Versionen, überarbeitete Installationsabbilder oder grundlegende technische Änderungen veröffentlicht. Da es im Linux Bereich keinen einheitlichen Veröffentlichungsplan gibt, gehen solche Neuerungen schnell unter. Sechs Distributionen stechen jedoch besonders hervor, weil sie entweder viele Nutzer erreichen oder interessante technische Schritte gemacht haben.

CachyOS setzt auf neuen Bootloader und moderne Standards

cachyos

Die noch vergleichsweise junge Distribution CachyOS, die auf Arch Linux basiert, hat am 24. Januar ein aktualisiertes ISO bereitgestellt. Im Mittelpunkt stehen mehr Leistung und modernere Voreinstellungen.

Eine wichtige Änderung betrifft den Bootvorgang. Statt GRUB2 wird nun Limine als Standard Bootloader eingesetzt. Außerdem erkennt der Installer die Prozessorarchitektur früher, um optimierte Pakete während der Einrichtung zu laden.

Auch grafisch gibt es Anpassungen. Das Live System startet nun standardmäßig mit Wayland statt mit X11. Zudem wurde der bisherige Anmeldemanager durch den Login Manager von Plasma ersetzt. Bestehende Installationen lassen sich regulär aktualisieren, neue Nutzer können das aktuelle ISO herunterladen.

DietPi 10.0 basiert jetzt auf Debian 12

dietpi

DietPi, eine besonders schlanke Distribution für Raspberry Pi und andere Einplatinenrechner, hat mit Version 10.0 einen wichtigen Schritt gemacht. Die Basis wurde auf Debian 12 aktualisiert. Das bringt neuere Pakete und eine langfristige Unterstützung.

Durch die Umstellung entfällt die Unterstützung für einige ältere Geräte, die Debian 12 nicht mehr ausführen können. Gleichzeitig wurde die Liste automatisierter Installationsskripte erweitert. Neu hinzugekommen sind unter anderem Werkzeuge zur Systemüberwachung und Lösungen für selbst gehostete Cloud Dienste.

Nutzer kompatibler Hardware können direkt aktualisieren oder ein frisches Image verwenden.

GNU Guix kehrt mit Version 1.5.0 zurück

gnu

GNU Guix hat im Januar Version 1.5.0 veröffentlicht. Es ist die erste offizielle Veröffentlichung seit fast drei Jahren. Künftig soll es einen jährlichen Veröffentlichungsrhythmus geben, um mehr Planbarkeit zu schaffen.

Auf dem Desktop bringt das Update moderne Umgebungen wie KDE Plasma 6.5 und GNOME 46 mit. Wayland ist nun standardmäßig aktiviert. Zusätzlich wurden Sicherheitsverbesserungen umgesetzt, unter anderem kann der Systemdienst nun ohne vollständige Superuser Rechte betrieben werden.

Auch neue Architekturen werden unterstützt, darunter 64 Bit RISC V Systeme. Guix bleibt vor allem für erfahrene Nutzer interessant, ist aber zugänglicher geworden.

Linux Mint 22.3 verbessert Details statt alles neu zu erfinden

linux mint

Linux Mint 22.3 hat im Januar den Beta Status verlassen. Die Distribution bleibt ihrer Linie treu und setzt auf Stabilität und Benutzerfreundlichkeit statt radikaler Veränderungen.

Neu ist ein System Informationswerkzeug, das Hardware und Softwaredaten übersichtlich bündelt. Dadurch wird die Fehleranalyse einfacher. Die Cinnamon Desktop Umgebung wurde auf Version 6.6 aktualisiert. Verbesserungen betreffen unter anderem den Anwendungsstarter, die Tastaturbelegung und die Dateiverwaltung.

Linux Mint gilt weiterhin als beliebte Alternative für Nutzer, die von Windows wechseln möchten.

MX Linux 25.1 mit Debian 13 Basis

MX Linux hat mit Version 25.1 den Untertitel Infinity erhalten. Die Distribution basiert nun auf Debian 13.3 und verwendet standardmäßig den Linux Kernel 6.12. Für Nutzer mit sehr neuer Hardware steht optional ein alternativer Kernel bereit.

Eine Besonderheit ist die Rückkehr der Dual Init Unterstützung in einem einzigen Installationsabbild. Während der Installation kann zwischen systemd und sysvinit gewählt werden. Diese Wahlmöglichkeit ist inzwischen selten geworden.

MX Linux bleibt vor allem für portable Installationen auf USB Sticks und flexible Einsatzszenarien attraktiv.

EndeavourOS Neo bringt aktualisierte Basis

EndeavourOS

EndeavourOS hat am 15. Januar ein überarbeitetes ISO mit dem Namen Neo veröffentlicht. Die Version konzentriert sich auf aktualisierte Pakete und Fehlerkorrekturen.

Enthalten sind neuere Versionen des Linux Kernels, des Browsers Firefox, der Mesa Grafiktreiber und des Calamares Installers. Eine wichtige Änderung betrifft NVIDIA Nutzer. Standardmäßig werden nun offene Treiber verwendet. Bei älteren Grafikkarten kann eine manuelle Anpassung notwendig sein.

Das neue ISO steht auf der Projektseite zum Download bereit.

Ein dynamischer Start ins Linux Jahr

Der Januar 2026 zeigt, wie lebendig die Linux Entwicklung weiterhin ist. Von Desktop Distributionen mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit bis hin zu spezialisierten Projekten für Entwickler oder Einplatinenrechner wurden zahlreiche Verbesserungen umgesetzt.

Für alle, die einen Umstieg von Windows planen oder einfach eine neue Distribution ausprobieren möchten, bieten diese Veröffentlichungen viele aktuelle Optionen. Die Vielfalt bleibt eine der größten Stärken des Linux Ökosystems.