Sony testet personalisierte Preise im PlayStation Store

Sony testet im PlayStation Store offenbar ein neues Preismodell, bei dem nicht mehr jeder Gaming Nutzer automatisch denselben Preis sieht. Auslöser der Debatte ist eine laufend aktualisierte Auswertung des Preistrackers PSprices. Demnach laufen seit November 2025 mehrere A B Tests, bei denen identische Spiele je nach Nutzersegment zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Die aktuellste PSprices Fassung spricht inzwischen von mehr als 190 betroffenen Spielen in über 70 Regionen. Dazu zählen Europa, die USA, Kanada, Brasilien, Teile des Nahen Ostens, Asien, Lateinamerika und Afrika. Eine offizielle öffentliche Erklärung von Sony zu diesem Test liegt bisher nicht vor.

Die Preistests reichen inzwischen von Rabatten bis zu höheren Varianten

Zu Beginn war noch von etwas mehr als 100 betroffenen Spielen und Preisabweichungen von bis zu 17,6 Prozent die Rede. Inzwischen hat PSprices die eigenen Daten deutlich ausgeweitet. Nach Angaben des Trackers läuft der Test nun auch im US Markt, wo die Unterschiede teils noch stärker ausfallen als in Europa.

Als Beispiele für die USA nennt PSprices:

  • Helldivers 2 mit 39,99 Dollar regulär und 28,89 Dollar im Test
  • The Last of Us Part I mit 69,99 Dollar statt 52,89 Dollar
  • Marvel’s Spider Man 2 mit 69,99 Dollar gegenüber 55,89 Dollar.

Für Deutschland führt der Tracker unter anderem God of War Ragnarök, Gran Turismo 7, Stellar Blade, Astro Bot und The Last of Us Part II Remastered als Titel mit abweichenden Testpreisen auf.

Interessant ist, dass nicht nur Sony eigene Titel auftauchen. Laut PSprices sind auch Spiele von 2K, Focus Entertainment, Deep Silver, Bethesda, Rockstar und Ubisoft Teil des Tests. Zu den bislang genannten Beispielen gehören:

  • Sony Titel: God of War Ragnarök, Marvel’s Spider Man 2, Helldivers 2, Stellar Blade, Gran Turismo 7, The Last of Us Part II Remastered, Astro Bot
  • 2K Games: WWE 2K25, Sid Meier’s Civilization VII
  • Focus Entertainment: Warhammer 40,000 Space Marine 2
  • Deep Silver: Kingdom Come Deliverance II
  • Bethesda: Doom The Dark Ages
  • Rockstar: Red Dead Redemption 2, in den USA laut PSprices zusätzlich auch Grand Theft Auto V in einem separaten Testprogramm
  • Ubisoft: Ghost Recon Wildlands, Assassin’s Creed Unity in einem US Test mit abweichenden Preisvarianten

Noch brisanter ist ein neuer US Test namens IPT_LTM. Dort werden Preise laut PSprices nicht nur nach unten angepasst. In einzelnen Fällen testet Sony offenbar auch höhere Preisvarianten. Das würde den Schritt von personalisierten Rabatten hin zu echter elastischer Preislogik markieren.

Warum der Test gerade jetzt politisch und wirtschaftlich heikel ist

Für Sony fällt dieser Test in eine Phase, in der das Plattformgeschäft besonders wichtig ist. In den jüngsten Quartalsunterlagen meldete Sony im PlayStation Geschäft einen Rekordwert von 132 Millionen Monthly Active Users im Dezember 2025. Gleichzeitig stieg der Gewinn im Game and Network Services Segment im dritten Quartal um 19 Prozent, gestützt durch höhere Erlöse aus Network Services und Software. Genau deshalb ist ein möglicher Preisversuch im PlayStation Store mehr als nur eine Randnotiz. Wenn Sony testet, wie stark sich Nachfrage, Kaufbereitschaft und Rabattwirkung je nach Nutzergruppe verschieben lassen, geht es direkt um die Monetarisierung der größten aktiven PlayStation Basis seit Jahren.

Hinzu kommt ein regulatorischer Punkt. Die EU Kommission führt personalisierte Preise in ihren Leitlinien zur Consumer Rights Directive ausdrücklich als Transparenzthema. Das bedeutet nicht automatisch, dass variable Preise verboten wären. Es zeigt aber, warum ein stiller A B Test auf einer großen Konsumentenplattform schnell heikel wird, sobald Nutzer denselben Titel zu unterschiedlichen Konditionen sehen. Für Sony ist das Thema also nicht nur technisch, sondern auch kommunikativ sensibel. Für Spieler ist die entscheidende Frage nun, ob der Konzern nur mit personalisierten Rabatten experimentiert oder langfristig eine echte flexible Preislogik für digitale Spiele vorbereitet. Genau deshalb dürfte diese Meldung größer werden als ein normaler Store Test. Sie berührt Vertrauen, Vergleichbarkeit und die Frage, wie fair ein geschlossener Konsolen Marktplatz in Zukunft bepreist wird.