Glücksspiel-Survey 2025 zeigt stabiles Bild, Risiken bleiben bei Automatenspielen und Livewetten

Der Glücksspiel-Survey 2025 liefert für Deutschland keine dramatische Marktverschiebung, aber ein sehr klares Signal. Die Teilnahme am Glücksspiel bleibt insgesamt weitgehend stabil, während sich die Risiken weiter auf bestimmte Produkte konzentrieren. Besonders auffällig bleiben virtuelle Automatenspiele, Geldspielgeräte und Live-Sportwetten. Genau dort zeigt der Bericht die höchsten Belastungen, während die oft laut geführte Debatte über illegale Internetseiten im Survey selbst eher Hintergrund bleibt. Für die Einordnung des deutschen Glücksspielmarkts ist das wichtig, weil der Bericht weniger auf Schlagworte setzt und stärker auf tatsächliches Spielverhalten, problematische Nutzung und die Akzeptanz von Schutzmaßnahmen schaut.

Stabiles Marktbild, aber klare Warnsignale bei riskanten Spielformen

36,4 Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten an mindestens einem Glücksspiel um Geld teilgenommen zu haben. Am häufigsten genannt wurden LOTTO 6aus49 und Eurojackpot. Im Vergleich zu den Erhebungen von 2021 und 2023 wirkt das Gesamtbild deshalb zunächst stabil. Die wichtigere Aussage des Surveys liegt aber nicht in der Breite des Marktes, sondern in der Verteilung der Risiken. Dort zeigt sich erneut, dass problematisches Spielverhalten vor allem bei bestimmten Angeboten deutlich stärker ausgeprägt ist als im Durchschnitt.

Besonders hohe Belastungen nennt der Bericht bei virtuellen Automatenspielen, bei Geld- und Glücksspielautomaten sowie bei Live Sportwetten. Insgesamt liegt bei 2,2 Prozent der 18- bis 70-Jährigen nach DSM-5 eine glücksspielbezogene Störung vor. Damit meldet der Survey keine neue Eskalation, aber auch keine spürbare Entlastung. Die Autoren sprechen selbst von einem unverändert hohen Niveau. Für Politik, Prävention und Anbieter bedeutet das, dass sich die Diskussion weiter auf die bekannten Risikobereiche konzentrieren dürfte und nicht auf eine pauschale Bewertung des gesamten Marktes.

Viel Aufmerksamkeit bekommt in Deutschland regelmäßig die Frage nach Offshore-Seiten und Umgehungen von Schutzsystemen. Der Survey selbst liefert dazu allerdings keine eigenständige Schwarzmarktmessung. Die oft zitierte Schätzung zu illegalen Internetseiten erscheint im Bericht nur im Hintergrundteil. Das heißt: Der Survey untersucht in erster Linie, wie Menschen tatsächlich spielen, welche Probleme dabei auftreten und wie Schutzmaßnahmen wahrgenommen werden.

Neu aufgenommen wurde 2025 außerdem das Thema Daytrading. Auch hier zeigt sich eine interessante Überschneidung mit Glücksspiel. Wer besonders häufig kurzfristige Börsengeschäfte tätigt, nimmt überdurchschnittlich oft auch an Glücksspielen teil und erfüllt deutlich häufiger die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung. Der Bericht setzt Börse und Glücksspiel damit nicht gleich, weist aber auf ein gemeinsames Muster spekulativen Verhaltens hin, das aus Sicht von Forschung und Prävention künftig stärker beobachtet werden dürfte.

Deutlich fällt der Survey beim Spielerschutz aus. Eine große Mehrheit unterstützt Maßnahmen wie das Teilnahmeverbot für Minderjährige, Hinweise auf Suchtgefahren, Informationen zu Hilfsangeboten und Werbebeschränkungen. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil diese Zustimmung nicht nur in der Gesamtbevölkerung hoch ausfällt, sondern auch unter aktuell Spielenden. Der Bericht spricht damit eher für eine breite Akzeptanz von Schutzinstrumenten als für eine grundsätzliche Ablehnung regulatorischer Eingriffe.

Unterm Strich zeigt das Ergebnis des Glücksspiel-Survey 2025 ein stabiles, aber keineswegs harmloses Bild. Der Markt verändert sich nicht grundlegend, doch die kritischen Zonen bleiben klar sichtbar. Für die weitere Evaluierung des deutschen Glücksspielsystems ist genau das der entscheidende Punkt: weniger Aufregung über pauschale Schlagzeilen, mehr Fokus auf jene Angebote und Verhaltensmuster, bei denen die Risiken seit Jahren erkennbar hoch bleiben.