Google Ads verschärft Zertifizierung für Glücksspielanzeigen seit 23. März 2026

Google hat seine Regeln für Glücksspiel und Games Werbung am 23. März 2026 verschärft. Neu ist vor allem, dass alle Konten mit Glücksspielbezug jetzt eine gute Policy Health nachweisen müssen. Dazu kommt ein schärferer Eingriff auf Manager Account Ebene. Wenn unter einem MCC in größerem Umfang Zertifikate widerrufen werden oder verwaltete Konten trotz Zertifikat gegen die Glücksspielrichtlinie verstoßen, verliert dieses MCC die Möglichkeit, neue Online Glücksspiel Zertifikate zu beantragen. Bestehende Zertifizierungen können ebenfalls widerrufen werden.

Google hat die Änderung bereits am 22. Januar angekündigt und jetzt in die laufende Richtlinie übernommen. Parallel betont das Unternehmen noch einmal die Domainregeln, die im Antrag schon bisher galten. Nicht zertifizierbar sind Seiten auf freien Plattformen, Subdomains auf fremden Root Domains, Seiten ohne Bezug zu Glücksspiel und Domains der zweiten Ebene, die nicht dem Werbetreibenden selbst gehören und von ihm betrieben werden.

Was sich für Betreiber, Agenturen und Affiliates konkret ändert

Die neue Regel trifft nicht nur einzelne Betreiberkonten. Sie trifft auch Gruppenstrukturen, Agenturen und andere Setups, die Zertifizierungen über Manager Accounts steuern. Google verknüpft die Berechtigung für neue Glücksspielzertifikate jetzt direkt mit dem Richtlinienverhalten der verwalteten Konten. Wer also unter einem MCC Zertifikate verliert oder Richtlinienverstöße in größerem Umfang sammelt, riskiert den Zugang zu neuen Zertifizierungen für das gesamte Konstrukt.

Für Vergleichs und Affiliate Modelle bleibt ein Punkt wichtig. Google erlaubt im Bereich Online Glücksspiel weiterhin Aggregator oder Affiliate Seiten, die Informationen oder Vergleiche zu anderen Glücksspieldiensten liefern. Diese Ziele dürfen aber keine eigenen Glücksspielservices anbieten oder auf eigene Glücksspielangebote verlinken. Zusätzlich dürfen sie nur Produkte bewerben, die die jeweiligen länderspezifischen Anforderungen erfüllen. Damit steigt der Druck auf Netzwerke, Domains, Weiterleitungen und Zertifikatsstrukturen, weil die neue MCC Regel Verstöße nicht mehr nur als Einzelproblem behandelt.

Warum die Änderung für den deutschen Markt relevant ist

Google führt Deutschland im Bereich Online Glücksspiel weiter als erlaubten Markt für Sportwetten, Pferdewetten, Lotterien, virtuelle Automatenspiele, Online Casinos und Online Poker. Voraussetzung ist eine gültige Lizenz oder Vermittlererlaubnis der zuständigen deutschen Behörde, die Online Werbung über Google Ads abdeckt. Wer nicht selbst Betreiber oder Vermittler ist, etwa als Agentur oder ausführendes Unternehmen, braucht eine schriftliche Autorisierung des Lizenzinhabers und muss die speziellen Google Bedingungen für Glücksspielwerbung akzeptieren. Dazu verlangt Google ein rechtlich sauberes Impressum auf dem Ziel.

Gerade deshalb ist die neue Zertifizierungslogik für Deutschland mehr als ein technisches Policy Update. Der deutsche Markt arbeitet bereits mit enger Lizenzbindung, formalen Zuständigkeiten und klaren Werbegrenzen. Das fällt besonders dort ins Gewicht, wo sich die Sichtbarkeit legaler Angebote direkt von Angeboten wie einem Casino ohne Lizenz abgrenzen soll, welche außerhalb dieses Rahmens laufen. Wenn Google nun zusätzlich die Policy Health des gesamten Manager Account Umfelds in die Zertifizierungsfrage einbezieht, verschiebt sich das Risiko stärker auf Agentur und Gruppenebene. Für Betreiber, Broker, Vergleichsseiten und Dienstleister wird damit nicht nur die einzelne Anzeige wichtiger, sondern die Stabilität des gesamten Zertifizierungsmodells.