Präsident Donald Trump hat die ersten Mitglieder des President’s Council of Advisors on Science and Technology benannt und dabei mehrere Schwergewichte aus der Tech-Branche ausgewählt, darunter Mark Zuckerberg, Larry Ellison und Jensen Huang. Das Gremium soll die Regierung bei Wissenschafts-, Technologie-, Bildungs- und Innovationspolitik beraten und kann laut Weißem Haus auf bis zu 24 Mitglieder wachsen. Co-Vorsitzende sind David Sacks und Michael Kratsios.
Das neue Gremium verankert Big Tech direkt in der US-KI-Politik
Das Weiße Haus veröffentlichte die ersten 13 Namen am 25. März. Neben Zuckerberg, Ellison und Huang wurden auch Sergey Brin, Lisa Su, Marc Andreessen, Michael Dell und weitere Branchenvertreter berufen. In der zugrunde liegenden Executive Order vom 23. Januar 2025 ist festgelegt, dass PCAST den Präsidenten zu Wissenschaft, Technologie, Bildung und Innovationspolitik beraten soll. Die Order beschreibt künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Biotechnologie ausdrücklich als Schlüsseltechnologien im globalen Machtwettbewerb und spricht von einem nationalen Sicherheitsinteresse an unangefochtener amerikanischer Technologieführung.
Der Schritt ist deshalb größer als eine normale Personalie. Mit Huang sitzt künftig der Chef des wichtigsten KI-Chipkonzerns im Gremium. Mit Zuckerberg kommt der Chef eines Konzerns hinzu, der eigene Frontier-Modelle baut und massiv in Rechenzentren investiert. Mit Ellison ist einer der lautesten Verfechter großer KI-Infrastrukturprojekte dabei. Das Weiße Haus bindet damit nicht nur Wissenschaft und Forschung an sich, sondern direkt Unternehmen, die Chips, Modelle, Datenzentren und Plattformen kontrollieren.
Die Berufungen kommen mitten in eine neue Phase der US-KI-Strategie
Die Ernennungen fallen nur wenige Tage nach dem neuen nationalen KI-Rahmen der Regierung. Das Weiße Haus forderte am 20. März einen einheitlichen Bundesrahmen für künstliche Intelligenz und wandte sich ausdrücklich gegen ein Flickwerk aus unterschiedlichen Regeln der Bundesstaaten. Der veröffentlichte Rahmen nennt als Ziele unter anderem Innovationsförderung, Verbraucherschutz, Kinderschutz, schnelleren Infrastrukturausbau und amerikanische Führungsrolle im globalen KI-Wettlauf.
Genau dadurch bekommen die Personalien zusätzliches Gewicht. PCAST ist nicht nur ein allgemeiner Wissenschaftsrat, sondern wird in einer Phase neu besetzt, in der die Regierung KI als Industrie-, Sicherheits- und Wettbewerbsthema gleichzeitig behandelt. Das Weiße Haus hat in seiner KI-Politik bereits auf weniger regulatorische Reibung, stärkere Bundeskompetenz und globale Technologieführung gesetzt. Wenn nun zugleich die Chefs von Meta, Nvidia und Oracle in das Beratungsgremium geholt werden, rückt die Schnittstelle zwischen Regierung und Big Tech noch enger zusammen.
Für die nächsten Monate ist damit ein klarer Kurs sichtbar. Die US-Regierung will KI nicht nur regulieren, sondern strategisch als Standort- und Machtfrage steuern. Das neue Gremium dürfte deshalb nicht nur bei Grundlagenforschung oder Bildung eine Rolle spielen, sondern auch bei Chips, Energie, Rechenzentren, nationaler Wettbewerbsfähigkeit und dem Umgang mit staatlichen KI-Regeln. Schon die Zusammensetzung der ersten Mitglieder zeigt, wohin die Reise geht: weniger Distanz zwischen Regierung und den größten KI-Unternehmen, mehr direkte Industrieeinbindung in die amerikanische KI-Politik.