Großbritannien verschärft die Besteuerung des Online Glücksspiels ab dem 1. April 2026 deutlich. HMRC weist die Remote Gaming Duty seit heute mit 40 Prozent aus, nach zuvor 21 Prozent. Parallel entfällt die Bingo Duty vollständig. Für lizenzierte Remote Betreiber im britischen Markt ist das eine sofort wirksame Belastung mit großer Reichweite, weil der Schritt vor allem das Online Casino und Slot Geschäft in einem Kernsegment des Marktes trifft.
HMRC setzt den neuen Satz ab heute offiziell in Kraft
Die Änderung steht jetzt nicht mehr nur in Budgetpapieren. HMRC hat am 1. April 2026 sowohl die Excise Notice 455a zur Remote Gaming Duty als auch die allgemeine Übersichtsseite zu Betting and Gaming Duties aktualisiert. Beide Seiten nennen nun 40 Prozent als geltenden Satz. Die begleitende Detailbegründung der Regierung hatte den Sprung bereits im November 2025 angekündigt. Für Abrechnungszeiträume, die am 1. April beginnen, gilt der neue Satz vollständig. Läuft ein Zeitraum bereits, greift der höhere Satz nur auf Gewinne ab dem 1. April bis zum Ende der laufenden Periode.
Gleichzeitig fällt die Bingo Duty weg. HMRC hatte im Agent Update vom 4. März erklärt, dass Bingo Betreiber für Zeiträume ab dem 1. April 2026 keine Bingo Duty Erklärungen mehr einreichen müssen. Das Herbstbudget und die offizielle Reformbeschreibung hatten die Abschaffung bereits fest angekündigt. Für den britischen Markt treten damit heute zwei Änderungen parallel in Kraft. Remote Gaming wird deutlich teurer. Bingo wird steuerlich entlastet.
Die Reform trifft vor allem Online Casino Umsätze und erhöht den Druck im Remote Markt
Die politische Stoßrichtung ist klar. In ihrer Antwort auf die Konsultation zum Tax Treatment of Remote Gambling erklärte die britische Regierung, dass Online Casino Spiele und Slots zu den Bereichen mit den höchsten Schadensrisiken zählen und in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind. Deshalb steigt die Steuer auf Remote Gaming deutlich stärker als auf Remote Betting. Für Fernwetten folgt der neue Satz von 25 Prozent erst ab dem 1. April 2027. Wetten auf britische Pferderennen bleiben bei 15 Prozent. Stationäre Angebote bleiben von dieser Reform ausgenommen.
Die Größenordnung erklärt, warum der Schritt auch außerhalb Großbritanniens aufmerksam verfolgt wird. Die Gambling Commission bezifferte den gesamten Bruttospielertrag des britischen Glücksspielmarkts für das Jahr bis März 2025 auf 16,8 Milliarden Pfund. Davon kamen 7,8 Milliarden Pfund aus dem Online Bereich. Im Remote Casino, Betting and Bingo Sektor entfielen im Quartal von Juli bis September 2025 allein 1,4 Milliarden Pfund auf Remote Casino. Das entsprach 69,9 Prozent des gesamten RCBB Segments. Die offizielle Folgenabschätzung zur Steuerreform rechnet ausdrücklich damit, dass Unternehmen auf die neuen Sätze mit Anpassungen bei Produkten, Preisen und Marktverhalten reagieren. Genau deshalb wird ein Casino Bonus und die damit verbundenen Promo Kosten im Online Segment stärker unter Druck geraten.
Für den 1. April 2026 steht damit eine der härtesten Steueränderungen im europäischen Online Glücksspiel fest. Die Remote Gaming Duty springt sofort auf 40 Prozent. Die Bingo Duty fällt auf null. Nach der Haushaltsrede vom November 2025 sollen die britischen Glücksspielsteuerreformen zusammen bis 2031 mehr als 1 Milliarde Pfund pro Jahr einbringen. Für britische Remote Betreiber beginnt damit ab heute eine neue Kostenphase. Für andere regulierte Märkte in Europa ist der Schritt ein klares Signal, wie aggressiv Steuerpolitik im Online Glücksspiel inzwischen eingesetzt wird.