Die niederländische Glücksspielaufsicht KSA hat am 9. April veröffentlicht, dass sie Optdeck Service Limited, den niederländischen Unibet-Anbieter, wegen Verstößen gegen die Geldwäschevorschriften angewiesen hat, seine Prozesse nachzubessern. Nach Angaben der Behörde waren das Kundenprüfungsverfahren, die Transaktionsüberwachung und die internen Steuerungsmaßnahmen nicht wirksam genug. Zusätzlich verlangt die KSA Änderungen bei den finanziellen Schwellenwerten, ab denen ein Spieler als höheres AML-Risiko eingestuft und eine Prüfung der Mittelherkunft ausgelöst wird.
KSA kritisiert Kundenprüfung, Monitoring und Mittelherkunft
Die KSA schreibt, dass Unibets laufende Kontrolle der Geschäftsbeziehung und der Transaktionen nicht ausreichend funktioniert habe. Im veröffentlichten Sanktionsbescheid nennt die Behörde Mängel bei der Transaktionsüberwachung, bei den Risikomaßnahmen und beim Source-of-Funds-Prüfprozess. Besonders konkret wird die KSA bei den finanziellen Schwellenwerten: Laut Bescheid wurde bei Unibet erst ab einem Verlust von 15.000 Pfund in 90 Tagen automatisch ein hohes AML-Risiko vergeben und eine Erklärung zur Mittelherkunft angefordert. Auch weitere Schwellen für mittleres Risiko, darunter 15.000 Pfund Einzahlung in 30 Tagen, 5.000 Pfund Verlust in 30 Tagen und 40.000 Pfund Verlust über die Lebenszeit, bewertet die Behörde als zu hoch.
Die KSA geht noch weiter. In dem Bescheid hält sie fest, dass Unibet Kunden nach einer Anfrage zur Mittelherkunft 28 Tage Zeit gab, Dokumente einzureichen, in dieser Zeit aber keine ausreichenden Gegenmaßnahmen setzte. Nach Darstellung der Behörde konnten Kunden während eines offenen Source-of-Funds-Requests teils weiter einzahlen und sich auch weiter Geld auszahlen lassen. Das widersprach nach KSA-Angaben bei Auszahlungen sogar dem eigenen Unibet-Regelwerk und erhöhte aus Sicht der Aufsicht das Risiko von konsumtiver Geldwäsche.
Der Fall zeigt, wie eng AML-Kontrollen mit Verifizierung und Auszahlungen verknüpft sind
Für den Markt ist der Fall relevant, weil die KSA hier keine reine Dokumentationslücke beschreibt, sondern operative Schwächen im laufenden Kundenprozess. Die Behörde betont, dass Glücksspielanbieter ungewöhnliches Verhalten erkennen und darauf reagieren müssen, etwa bei plötzlichen hohen Einzahlungen oder Verdachtsmomenten im Zusammenhang mit Matchfixing. Sie kündigt außerdem eine Nachkontrolle nach Ablauf der gesetzten Frist an. Zugleich hält die KSA fest, dass Unibet im Verfahren kooperativ war und bereits proaktiv an einem Wiederherstellungsplan gearbeitet hat. Einige Verstöße seien während des Untersuchungsverlaufs bereits beendet worden.
Für Spieler ist das auch ein praktischer Hinweis darauf, dass eine Online Casino schnelle Auszahlung in regulierten Märkten nicht nur von Banklaufzeiten oder Zahlungsdienstleistern abhängt. Davor stehen wirksame Kundenprüfung, Transaktionsmonitoring und bei höheren Risiken auch Prüfungen zur Mittelherkunft. Der KSA-Fall bei Unibet zeigt damit sehr konkret, warum Verifizierung, AML-Logik und Payout-Prozesse im regulierten Online Glücksspiel eng zusammenhängen und warum Aufsichtsbehörden genau dort immer stärker eingreifen.