OpenAI erweitert Codex um Computer Use, Browser, Memory und neue Plugins

OpenAI hat am 16. April 2026 ein großes Codex-Update veröffentlicht. Die neue Version erweitert die Desktop-App um Computer Use, einen integrierten Browser, Memory, Bildgenerierung, ausgebauten Support für Automations und mehr als 90 zusätzliche Plugins. OpenAI beschreibt Codex damit nicht mehr nur als Coding-Agent, sondern als breiteren Arbeitsbereich für Aufgaben über den gesamten Software-Lebenszyklus hinweg. Die KI Updates rollen ab sofort für Nutzer der Codex-Desktop-App aus, die mit ChatGPT angemeldet sind.

Was das Codex-Update jetzt in der App freischaltet


Der sichtbarste Ausbau ist Computer Use. Codex kann auf dem Mac jetzt Anwendungen über die Oberfläche bedienen, also sehen, klicken und tippen, ohne dass dafür zwingend eine API-Anbindung nötig ist. OpenAI nennt dafür Frontend-Tests, App-Evaluationen und Arbeit mit Tools, die keine eigene API bereitstellen. Dazu kommt ein früher In-App-Browser, in dem sich lokale oder öffentliche Seiten öffnen lassen, solange sie keinen Login verlangen. Nutzer können direkt auf der gerenderten Seite kommentieren und dem Agenten präzise Anweisungen zu einzelnen UI-Stellen geben. OpenAI positioniert das aktuell vor allem für Frontend- und Game-Entwicklung, will den Browser aber später deutlich weiter ausbauen.

Parallel erweitert OpenAI den kreativen und kontextbezogenen Teil von Codex. Die App kann jetzt mit gpt-image-1.5 Bilder erzeugen und weiterentwickeln. Zusammen mit Screenshots und Code soll das bei Produktkonzepten, Frontend-Mockups und Spielgrafiken helfen. Hinzu kommt eine Memory-Vorschau, mit der sich stabile Präferenzen, Korrekturen und aufwendig gesammelte Informationen in spätere Aufgaben mitnehmen lassen. OpenAI schreibt außerdem, dass Codex aus Projekten, verbundenen Plugins und Memory jetzt proaktiv nächste Arbeitsschritte vorschlagen kann. Als Beispiel nennt das Unternehmen offene Kommentare in Google Docs, zusätzliche Informationen aus Slack, Notion und dem Codebestand sowie daraus abgeleitete priorisierte To-do-Listen.

Auch der Entwickler-Workflow wird breiter. Laut OpenAI unterstützt die App jetzt das Bearbeiten von GitHub-Review-Kommentaren, mehrere Terminal-Tabs, SSH-Verbindungen zu Remote-Devboxen in Alpha sowie eine Seitenleiste mit Vorschauen für PDFs, Spreadsheets, Dokumente und Präsentationen. Ergänzt wird das durch einen neuen Summary-Bereich für Pläne, Quellen und erzeugte Artefakte. Dazu kommen mehr als 90 neue Plugins, die Skills, App-Integrationen und MCP-Server bündeln. OpenAI nennt hier unter anderem Atlassian Rovo, CircleCI, CodeRabbit, GitLab Issues, Microsoft Suite, Neon by Databricks, Remotion, Render und Superpowers.

Was bei Plattformen und Verfügbarkeit jetzt wichtig ist

OpenAI zieht den Start breiter auf als viele frühe Berichte vermuten lassen. Die neue Funktionswelle rollt laut Produktseite an Codex-Desktop-Nutzer mit ChatGPT-Login aus. Die Codex-App für Windows ist bereits seit dem 4. März 2026 verfügbar, während Computer Use zunächst nur auf macOS startet. Im Changelog heißt es zudem, dass die Funktion zum Start nicht im Europäischen Wirtschaftsraum, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz verfügbar ist. OpenAI formuliert parallel, dass Computer Use für EU- und UK-Nutzer bald folgen soll. Personalisierungsfunktionen wie Memory und kontextbezogene Vorschläge sollen ebenfalls bald für Enterprise, Edu sowie für Nutzer in der EU und im UK ausgerollt werden.

Für Codex ist das Update ein deutlicher Positionswechsel. OpenAI erweitert die App weg vom reinen Coding-Fenster hin zu einer Oberfläche, in der Agenten längere Aufgaben planen, wieder aufnehmen und über mehrere Tage oder Wochen fortsetzen können. Die Produktseite nennt dafür wiederverwendbare Gesprächs-Threads, zeitgesteuerte Automations und fortlaufende Aufgaben ohne Neustart von null. Damit wird Codex nicht nur bei Code, sondern auch bei Recherche, Review, Abstimmung und Tool-Arbeit breiter aufgestellt.