Microsoft testet neue Windows Update Funktionen, die Nutzern mehr Kontrolle über Updates und weniger erzwungene Neustarts geben sollen. Die Änderungen starten im Windows Insider Dev Channel und im neuen Experimental Channel. Microsoft nennt 7.621 direkte Feedback Einträge als Grundlage für den Umbau. Die häufigsten Beschwerden betrafen Updates zu ungünstigen Zeitpunkten und fehlende Kontrolle über Installation und Neustart. Windows Update erhält deshalb längere Pausen, getrennte Optionen für Neustart und Update, klarere Treiber Hinweise und eine gebündelte Installation mehrerer Update Arten.
Windows Update bekommt längere Pausen und klare Neustart Optionen
Die wichtigste Änderung betrifft die Update Pause. Windows Nutzer können künftig ein konkretes Enddatum über eine Kalenderansicht auswählen. Die Pause darf bis zu 35 Tage dauern. Nach Ablauf kann der Zeitraum erneut verlängert werden. Microsoft nennt keine feste Gesamtgrenze für wiederholte Pausen. Wenn Nutzer die Pause nicht erneut setzen, laufen Updates wieder wie gewohnt weiter.
Microsoft trennt außerdem normale Energieoptionen von Update Aktionen. Das Startmenü zeigt künftig immer die normalen Optionen für Neustart und Herunterfahren. Diese Aktionen installieren keine wartenden Updates. Zusätzlich bleiben die Optionen Aktualisieren und neu starten sowie Aktualisieren und herunterfahren sichtbar, wenn Updates bereitstehen. Nutzer entscheiden dadurch klarer, ob der PC nur neu starten oder gleichzeitig Updates installieren soll.
Auch die Einrichtung neuer Geräte bekommt mehr Flexibilität. Microsoft hatte bereits die Option ergänzt, Updates während der Ersteinrichtung zu überspringen. Dadurch landen Nutzer schneller auf dem Desktop und können Updates später installieren. Für gewerblich verwaltete Geräte gilt diese Änderung nicht in jedem Fall, weil Administratoren eigene Vorgaben setzen können.
Windows Treiber Updates werden klarer und Neustarts seltener
Microsoft überarbeitet auch die Anzeige von Treiber Updates. Update Titel enthalten künftig die Geräteklasse. Windows zeigt also genauer an, ob ein Treiber etwa zu Display, Audio, Batterie, HDC, Erweiterungen oder anderen Komponenten gehört. Das soll Verwechslungen reduzieren, weil mehrere Treiber desselben Herstellers bisher ähnlich oder identisch erscheinen konnten.
| Änderung | Neue Funktion | Nutzen für Nutzer |
|---|---|---|
| Update Pause | Bis zu 35 Tage per Kalender, danach erneut verlängerbar | Mehr Kontrolle bei Reisen, Arbeit, Prüfungen oder Projekten |
| Energieoptionen | Neustart und Herunterfahren bleiben ohne Update Installation verfügbar | Kein versehentliches Update beim schnellen Neustart |
| Treiber Updates | Titel zeigen die Geräteklasse | Bessere Erkennung des betroffenen Geräts |
| Monatliche Neustarts | Treiber, .NET und Firmware Updates werden mit Qualitätsupdates gebündelt | Weniger einzelne Reboots pro Monat |
| Ersteinrichtung | Updates können beim Setup übersprungen werden | Schnellere Einrichtung neuer PCs |
Die zweite große Änderung betrifft die Zahl der Neustarts. Microsoft will Treiber, .NET und Firmware Updates stärker mit dem monatlichen Qualitätsupdate koordinieren. Updates laden im Hintergrund herunter und warten dann auf eine gemeinsame Installation. Der Neustart soll mit dem nächsten geplanten Windows Qualitätsupdate oder mit einer manuell genehmigten Installation zusammenfallen.
Nutzer können bestimmte Updates weiterhin früher installieren. Windows Update zeigt verfügbare Updates gesammelt in einem Bereich an. Wer sofort aktualisieren möchte, kann einzelne Downloads, Installationen und Neustarts manuell auslösen. Ohne manuelle Aktion wartet Windows auf den koordinierten Installationszeitpunkt.
Microsoft stellt den Umbau als Antwort auf langjährige Kritik an Windows Update dar. Das Unternehmen will Geräte weiter standardmäßig aktuell und sicher halten, aber den Zeitpunkt der Installation stärker an den Nutzer geben. Für normale Windows 11 Nutzer gibt es noch keinen festen Rollout Termin. Der Test in den Insider Kanälen entscheidet nun, wann die neuen Update Optionen breiter verfügbar werden.