CERT-Bund führt seine Warnung vor mehreren Windows-Schwachstellen am 12. August 2026 weiterhin mit der höchsten Risikostufe „kritisch“. Das Advisory WID-SEC-2026-2316 erreicht einen CVSS Base Score von 9,9 und einen Temporal Score von 9,5. Microsoft hat passend zum August-Patchday neue Sicherheitsupdates für unterstützte Windows-Versionen veröffentlicht. Besondere Dringlichkeit besteht bei CVE-2026-68820, da Angreifer diese Schwachstelle bereits aktiv ausnutzen.
Die Warnung betrifft mehrere Bereiche von Microsofts Betriebssystem und umfasst sowohl Client-PCs als auch Unternehmensumgebungen. Microsoft verteilt seit dem 11. August neue Pakete für aktuelle Windows-Versionen. Neben einer bereits angegriffenen Lücke zur Rechteausweitung stehen mehrere schwerwiegende Schwachstellen mit möglicher Remote-Codeausführung im Fokus. Nutzer und Administratoren sollten den August-Patchday deshalb zeitnah einspielen.
CERT-Bund bewertet Windows-Advisory mit CVSS 9,9 als kritisch
Das CERT-Bund veröffentlichte WID-SEC-2026-2316 ursprünglich am 14. Juli 2026. Die aktuelle Bewertung bleibt mit einem Base Score von 9,9 im kritischen Bereich. Das Advisory bündelt mehrere Sicherheitsprobleme in Microsoft-Windows-Produkten. Die einzelnen CVEs besitzen unterschiedliche Angriffsszenarien und Schweregrade. Der hohe Gesamtwert zeigt jedoch das erhebliche Risiko der zusammengefassten Schwachstellen.
Besonders relevant ist aktuell CVE-2026-68820. Der Fehler steckt im Windows Ancillary Function Driver for WinSock, kurz afd.sys. Laut NVD handelt es sich um einen Use-after-free-Fehler. Ein bereits autorisierter Angreifer kann darüber lokal höhere Rechte erlangen. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA nahm CVE-2026-68820 am 11. August in ihren Katalog der nachweislich ausgenutzten Sicherheitslücken auf.
| Schwachstelle | Windows-Komponente | Risiko |
|---|---|---|
| CVE-2026-68820 | WinSock-Treiber afd.sys | Rechteausweitung, aktiv ausgenutzt |
| CVE-2026-62878 | Windows DNS Server | Remote-Codeausführung, CVSS 9,8 |
| CVE-2026-62893 | Windows Deployment Services / TFTP | Remote-Codeausführung, CVSS 9,8 |
| CVE-2026-62815 | Microsoft QUIC | Remote-Codeausführung, CVSS 9,8 |
Mehrere weitere Schwachstellen sind besonders für Server und Unternehmensnetze relevant. CVE-2026-62878 betrifft den Windows DNS Server. Microsoft bewertet die Lücke mit CVSS 9,8. Ein erfolgreicher Angriff kann eine Remote-Codeausführung ermöglichen. CVE-2026-62893 betrifft den TFTP-Dienst der Windows Deployment Services. Auch hier liegt das Risiko in einer möglichen Codeausführung über das Netzwerk.
Mit CVE-2026-62815 erhält außerdem Microsoft QUIC eine wichtige Sicherheitskorrektur. QUIC kommt bei modernen Netzwerkverbindungen zum Einsatz und besitzt deshalb eine besondere Bedeutung für Systeme mit entsprechenden Diensten. Die hohe Bewertung mehrerer netzwerkbasierter Schwachstellen macht den Patchday vor allem für Administratoren relevant. Öffentlich erreichbare Server und aktiv genutzte Netzwerkdienste sollten bei der Aktualisierung Priorität erhalten.
Der kritische CERT-Bund-Wert darf dabei nicht mit dem CVSS-Wert jeder einzelnen Schwachstelle gleichgesetzt werden. WID-SEC-2026-2316 ist eine Sammelwarnung für mehrere Windows-Probleme. Einige CVEs ermöglichen Rechteausweitungen auf einem bereits kompromittierten Rechner. Andere Sicherheitsfehler können Angriffe über Netzwerkdienste ermöglichen. Das Risiko hängt deshalb stark von Windows-Version, installierten Rollen und aktivierten Diensten ab.
Microsoft verteilt neue Sicherheitsupdates für Windows 11 und Windows 10
Microsoft hat die passenden August-Sicherheitsupdates am 11. August 2026 veröffentlicht. Für Windows 11 25H2 und 24H2 kommt KB5121003 zum Einsatz. Nach der Installation steigt die Build-Nummer von Windows 11 25H2 auf 26200.9168. Windows 11 24H2 erreicht 26100.9168. Microsoft gibt für dieses Paket aktuell keine bekannten allgemeinen Probleme an.
- Windows 11 26H1: KB5121000, Build 28000.2704
- Windows 11 25H2: KB5121003, Build 26200.9168
- Windows 11 24H2: KB5121003, Build 26100.9168
- Windows 11 23H2: KB5120240, Build 22631.7517
- Windows 10 22H2 mit ESU: KB5120249, Build 19045.7663
Bei Windows 11 24H2 kommt zusätzlicher Zeitdruck hinzu. Windows 11 24H2 Home und Pro verlieren am 13. Oktober 2026 den regulären Update-Support. Microsoft empfiehlt den Wechsel auf eine neuere unterstützte Windows-11-Version. Enterprise und Education bleiben bei 24H2 länger im Support.
Windows 10 benötigt ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Der reguläre Support für Windows 10 22H2 endete bereits im Oktober 2025. Sicherheitsupdates im August 2026 erhalten entsprechende Rechner nur noch über das Extended Security Updates Programm oder über weiterhin unterstützte LTSC-Ausgaben. Ein Windows-10-PC ohne ESU erhält die neuen regulären Sicherheitskorrekturen für 22H2 nicht.
Auf normalen Windows-11-PCs erfolgt die Installation über Windows Update. Unternehmen können die Pakete zusätzlich über Windows Update for Business, WSUS oder den Microsoft Update Catalog verteilen. Administratoren sollten zuerst Systeme mit exponierten Netzwerkdiensten sowie Rechner mit erhöhtem Schutzbedarf aktualisieren. Nach dem Rollout empfiehlt sich eine Kontrolle der installierten Build-Nummer.
Die Kombination aus einer kritischen CERT-Bund-Bewertung und einer bereits aktiv ausgenutzten Windows-Lücke erhöht den Handlungsdruck beim August-Patchday. Besonders CVE-2026-68820 sollte nicht aufgeschoben werden. Für Server mit DNS, Windows Deployment Services oder QUIC kommen weitere schwerwiegende Schwachstellen hinzu. Microsoft stellt die benötigten Sicherheitsupdates bereits bereit, sodass unterstützte Systeme unmittelbar aktualisiert werden können.