Gaming wird 2026 an mehreren Stellen teurer. Aktuelle Preislisten und Unternehmensmeldungen von Sony, Nintendo und Microsoft zeigen einen breiten Kostendruck bei Konsolen, Abos, Spielen und PC-Komponenten. Für viele Spieler in Deutschland betrifft das nicht nur neue Hardware. Auch Gaming als laufendes Hobby kostet mehr, sobald Online-Dienste, Speicher-Upgrades und neue Vollpreisspiele zusammenkommen.
Sony hat die empfohlenen Preise für PlayStation 5, PlayStation 5 Digital Edition und PlayStation 5 Pro in Europa zum 2. April 2026 angehoben. Die PS5 liegt seitdem bei 649,99 Euro, die Digital Edition bei 599,99 Euro und die PS5 Pro bei 899,99 Euro. Als Grund nennt Sony anhaltenden Druck in der weltweiten Wirtschaftslage.
Parallel steigen kurzfristige Abo-Kosten. PlayStation Plus wurde in ausgewählten Regionen für Monats- und Drei-Monats-Abos teurer. Der Einstiegspreis für einen Monat liegt dort nun bei 9,99 Euro. Das Drei-Monats-Abo startet bei 27,99 Euro. Bestandskunden bleiben nach Sonys Angaben zunächst bei bestehenden Preisen, solange sie das Abo nicht ändern oder auslaufen lassen.
Sony, Nintendo und Microsoft verschieben Kosten an Spieler
Der Konsolenmarkt verliert damit einen Teil seiner früheren Preisstabilität. Nintendo erhöht in den USA den empfohlenen Preis der Nintendo Switch 2 zum 1. September 2026 von 449,99 auf 499,99 US-Dollar. Nintendo begründet den Schritt mit Marktbedingungen, die nach Einschätzung des Unternehmens mittel- bis langfristig anhalten. Eine deutsche Preiserhöhung nennt die US-Meldung nicht. Im deutschen Nintendo Store kostet die Switch 2 aktuell 469,99 Euro.
Auch Spielepreise rücken stärker in den Fokus. Mario Kart World kostet im deutschen Nintendo Store 79,99 Euro. Damit setzt Nintendo bei einem großen Exklusivtitel einen Preis oberhalb der früher typischen 60- oder 70-Euro-Grenze. Für Spieler wird die Konsole dadurch nicht nur beim Kauf teurer. Der Aufbau einer neuen Spielebibliothek kann ebenfalls stärker ins Gewicht fallen.
Microsoft zeigt beim Xbox Game Pass ein gemischtes Bild. Game Pass Ultimate war im Oktober 2025 deutlich teurer geworden und kostete in den USA zeitweise 29,99 US-Dollar pro Monat. Im April 2026 senkte Microsoft den Preis auf 22,99 US-Dollar. Gleichzeitig verschob Microsoft die Strategie bei künftigen Call-of-Duty-Spielen. Neue Titel der Reihe erscheinen nicht mehr zum Start im Game Pass Ultimate oder PC Game Pass, sondern später im Abo.
Speicherpreise belasten PC-Gaming und Upgrades
Für PC-Spieler kommt ein anderer Kostentreiber hinzu: Arbeitsspeicher und SSDs werden teurer. Gartner erwartet bis Ende 2026 einen Anstieg der kombinierten DRAM– und SSD-Preise um 130 Prozent. Dadurch sollen PC-Preise im Vergleich zu 2025 um 17 Prozent steigen. Gartner rechnet deshalb mit längeren Upgrade-Zyklen und einer schwächeren Nachfrage im Einstiegssegment.
TrendForce sieht denselben Druck im Komponentenmarkt. Die Analysten erwarten für das zweite Quartal 2026 steigende Vertragspreise bei klassischem DRAM und NAND-Flash. Grund ist vor allem die hohe Nachfrage nach Speicher für KI-Server und Rechenzentren. Hersteller verschieben Kapazitäten in margenträchtigere Serversegmente. Consumer-DRAM, Client-SSDs und Grafikspeicher geraten dadurch unter Druck.
Der Trend trifft Spieler mit unterschiedlichen Profilen ungleich. Wer ältere Hardware nutzt, offline spielt und Rabatte abwartet, kann die Mehrkosten teilweise vermeiden. Wer neue Konsolen, große Day-One-Spiele, Online-Abos und PC-Upgrades kombiniert, spürt den Kostenanstieg deutlich stärker. Für 2026 zeichnet sich deshalb kein einzelner Preisschock ab. Stattdessen verteuert sich Gaming über mehrere kleine und große Preispunkte gleichzeitig.