FIFA erweitert zur WM 2026 die halbautomatische Abseitstechnik. Die neue Advanced Semi-Automated Offside Technology soll klare Positionsabseits-Situationen schneller an die Schiedsrichter auf dem Platz melden. FIFA nutzt dafür 3D-Scans aller teilnehmenden Spieler, digitale Avatare, 16 optische Trackingkameras pro Stadion und mehr als 150 Millionen Tracking-Datenpunkte pro Spiel. Der VAR erhält zusätzlich 3D-Rekonstruktionen für komplexe Szenen. Die Neuerung gehört zu einem größeren Technikpaket für die WM in Kanada, Mexiko und den USA. FIFA nennt außerdem stabilisierte Referee Body Cams und datenbasierte Power Rankings für WM-Spieler. Damit rückt die WM 2026 stärker in Richtung automatisierter Spielanalyse, KI-gestützter Auswertung und sichtbarer Entscheidungen für Fans, Teams und Medien.
Klare Abseitspositionen gehen schneller an die Schiedsrichter
Die halbautomatische Abseitstechnik kam bereits bei der WM 2022 zum Einsatz. Damals gingen die Informationen direkt an den Video Assistant Referee. Bei der WM 2026 verändert FIFA den Ablauf. Klare Positionsabseits-Situationen gehen direkt an die Spieloffiziellen auf dem Platz. Assistenten können die Fahne dadurch schneller heben.
FIFA beschreibt diesen Ablauf nur für eindeutiges Positionsabseits. Der neue Prozess entscheidet keine Eingriffe ins Spiel. Ein Spieler kann in Abseitsposition stehen und den Ball nicht berühren. Solche Szenen bleiben komplex. Der VAR prüft weiter, ob ein Spieler die Sicht des Torhüters blockiert, einen Gegner beeinflusst oder aktiv ins Spiel eingreift.
Der technische Vorteil liegt im Zeitgewinn. Eine klare Abseitsposition muss nicht erst vollständig über den bisherigen VAR-Ablauf laufen. Das reduziert Verzögerungen bei eindeutigen Szenen. Gleichzeitig sinkt das Risiko für Spieler, da Angriffe nach einem klaren Abseits früher gestoppt werden können.
| Technik | FIFA-Angabe | Auswirkung im Spiel |
|---|---|---|
| Advanced Semi-Automated Offside Technology | Erweiterte halbautomatische Abseitstechnik für die WM 2026 | Schnellere Entscheidungen bei eindeutigen Abseitspositionen |
| Direkter Hinweis an Spieloffizielle | Klare Positionsabseits-Situationen erreichen Assistenten auf dem Platz | Frühere Fahne und weniger lange Spielzüge nach klarem Abseits |
| 3D-Scans der Spieler | Alle teilnehmenden Spieler werden digital erfasst | Präzisere Körper- und Positionsdarstellung |
| Digitale Avatare | Spieler erscheinen realistischer in 3D-Replays | Verständlichere TV-Bilder für Fans |
| 16 optische Trackingkameras | Jede WM-Arena erhält ein Trackingkamera-System | Bessere Erfassung von Positionen und Bewegungen |
| Mehr als 150 Millionen Datenpunkte pro Spiel | Trackingdaten entstehen aus Spieler- und Ballbewegungen | Grundlage für 3D-Rekonstruktionen und Analysen |
| VAR-3D-Feed | VAR kann Szenen in 3D prüfen | Hilfe bei Sichtbehinderung, Eingriff ins Spiel und Ball im Aus |
| Referee Body Cams | Stabilere Bilder aus Schiedsrichterperspektive | Mehr Transparenz in ausgewählten Spielsituationen |
| Football AI Pro | Analyseassistent für alle 48 Teams | Gleichere Datenbasis für große und kleinere Teams |
Die frühere SAOT-Basis nutzte Trackingkameras unter dem Stadiondach, den Ball und mehrere Körperpunkte der Spieler. FIFA beschrieb für die WM 2022 bis zu 29 relevante Datenpunkte pro Spieler und 50 Messungen pro Sekunde. Die WM 2026 erweitert diesen Ansatz um detailliertere Spielerabbildungen, mehr 3D-Nutzung und direktere Kommunikation bei klaren Fällen.
3D-Avatare und Trackingdaten machen VAR-Szenen sichtbarer
FIFA lässt alle teilnehmenden Spieler der WM 2026 3D-scannen. Die Bilder und digitalen Avatare fließen in das Abseitssystem ein. Die TV-Replays sollen dadurch realistischer wirken. Fans sehen nicht nur abstrakte Körpermodelle, sondern besser erkennbare Spielerfiguren.
Die 3D-Avatare helfen besonders bei engen Abseitslinien. Körperhaltung, Schultern, Beine und Bewegungsrichtung lassen sich deutlicher darstellen. FIFA verspricht bessere 3D-Replays für Übertragungen. Zuschauer sollen schneller erkennen, welcher Spieler an der Abseitsposition beteiligt war.
Die 16 optischen Trackingkameras in jedem Stadion erstellen laut FIFA mehr als 150 Millionen Datenpunkte pro Spiel. Diese Daten ermöglichen eine vollständige 3D-Rekonstruktion des Spiels. Der VAR kann diesen Feed bei kniffligen Szenen nutzen. Ein Beispiel betrifft einen Angreifer in Abseitsposition vor dem Torhüter. Der VAR kann prüfen, ob der Spieler die Sicht auf den Ball tatsächlich blockiert.
Die Trackingdaten helfen auch bei Szenen an der Seitenlinie. FIFA nennt die Prüfung, ob der Ball vor einem Tor im Aufbau bereits die Linie überschritten hat. Medienpartner können die Daten für 3D-Highlights verwenden. Teams erhalten über Football AI Pro zusätzliche Analysefunktionen für Vorbereitung und Nachbereitung.
WM Wettanbieter erhalten durch die neue Abseitstechnik einen weiteren Analysepunkt. Schnellere Fahnen verändern Angriffe, Nachspielzeit, Torprüfungen und Livequoten. Märkte auf nächstes Tor, Torschützen, Abseits, VAR-Entscheidungen und Bet Builder reagieren besonders stark auf annullierte Treffer und unterbrochene Angriffe.
Die Technik beseitigt nicht jede Diskussion. Positionsabseits lässt sich automatisiert klarer erfassen. Eingriffe ins Spiel bleiben Auslegungssache. Sichtbehinderung, Gegnerbeeinflussung und aktive Teilnahme benötigen weiter eine Bewertung durch Schiedsrichter und VAR. Die WM 2026 macht diese Bewertung jedoch sichtbarer, schneller und datenreicher als frühere Turniere.