William-Hill-Mutter Evoke stimmt Übernahme durch Bally’s Intralot zu

Evoke, der Konzern hinter William Hill, 888 und Mr Green, hat einer Übernahme durch Bally’s Intralot zugestimmt. Die Vereinbarung wurde am 5. Juni 2026 veröffentlicht. Der Deal bewertet Evoke mit rund 243,1 Millionen Pfund. Das Angebot liegt bei 52 Pence je Evoke-Aktie. Evoke-Aktionäre sollen pro Aktie 0,537 neue Intralot-Aktien erhalten. Eine teilweise Baralternative ist auf rund 117,1 Millionen Pfund begrenzt. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 oder das erste Quartal 2027 vorgesehen. Die Übernahme bringt drei bekannte Marken unter ein größeres Glücksspiel– und Lotterie-Dach. William Hill steht für Sportwetten und stationäres Wettgeschäft. 888 steht für Online-Casino, Poker und Sportwetten. Mr Green ergänzt das Portfolio im Online-Casino-Markt. Für Nutzer im Bereich ausländische Wettanbieter zeigt der Deal die starke Konsolidierung im internationalen iGaming-Markt.

Bally’s Intralot übernimmt Evoke mit William Hill, 888 und Mr Green

Die Transaktion soll als Scheme of Arrangement nach dem Gibraltar Companies Act umgesetzt werden. Evoke ist in Gibraltar registriert und in London gelistet. Bally’s Intralot ist an der Börse in Athen notiert. Hinter dem neuen Intralot-Konstrukt steht die frühere Kombination aus Intralot und dem internationalen Interactive-Geschäft von Bally’s.

Das Angebot besitzt die Unterstützung beider Verwaltungsräte. Die Evoke-Führung empfiehlt die Annahme. Die Mitteilung nennt eine Prämie von rund 138 Prozent auf den Evoke-Schlusskurs vom 9. Dezember 2025. Dieser Tag lag vor der Veröffentlichung der strategischen Prüfung. Gegenüber dem volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnitt bis zum 17. April 2026 liegt die Prämie bei rund 77 Prozent.

Die Baralternative bleibt begrenzt. Evoke-Aktionäre können statt neuer Intralot-Aktien 52 Pence je Aktie in bar wählen. Der gesamte Bargeldbetrag ist jedoch auf rund 117,1 Millionen Pfund gedeckelt. Bei höherer Nachfrage wird die Barzahlung anteilig gekürzt. Der übrige Teil erfolgt dann wieder in neuen Intralot-Aktien.

PunktAngabeEinordnung
KäuferBally’s IntralotAthener Glücksspiel- und Lotteriegruppe mit Bally’s-Mehrheit
ZielunternehmenEvoke plcKonzern hinter mehreren bekannten Wett- und Casino-Marken
MarkenWilliam Hill, 888, Mr Green, 888casino, 888sport und 888pokerStarke Markenbasis im Online- und Retail-Geschäft
DealwertRund 243,1 Millionen PfundNiedrige Eigenkapitalbewertung im Verhältnis zu Schuldenlast und Markenwert
Angebot je Aktie52 Pence je Evoke-AktieErhöhung gegenüber früherem 50-Pence-Ansatz
Gegenleistung0,537 neue Intralot-Aktien je Evoke-AktieHauptstruktur des Deals
Baralternative52 Pence je Aktie, gedeckelt auf rund 117,1 Millionen PfundNur teilweise verfügbar und bei hoher Nachfrage skalierbar
FinanzierungszusageEuro-Gegenwert von 889 Millionen PfundDient vor allem der Refinanzierung bestehender Evoke-Schulden
Erwarteter AbschlussViertes Quartal 2026 oder erstes Quartal 2027Abhängig von Aktionären, Gerichten und Aufsichtsbehörden
MarktpositionNummer 2 im britischen iGaming und Nummer 4 bei britischen Online-Sportwetten nach BruttospielertragDeutlich größere Plattform im regulierten UK-Markt

Die Finanzierung spielt eine zentrale Rolle. Private Kreditgeber stellen den Euro-Gegenwert von 889 Millionen Pfund bereit. Die Mittel dienen der Refinanzierung bestehender Evoke-Finanzierungen, darunter Senior Secured Floating Rate Notes und ein Term Loan B mit Fälligkeit 2028. Evoke meldete für 2025 eine hohe Verschuldung und eine Netto-Verschuldung von rund 1,863 Milliarden Pfund.

Der Deal verändert den Markt für Online-Casinos und Sportwetten

Bally’s Intralot beschreibt den Zusammenschluss als Aufbau eines größeren europäischen Gaming-Konzerns. Der kombinierte Konzern soll im britischen iGaming auf Rang zwei und bei britischen Online-Sportwetten auf Rang vier liegen. Die Grundlage bilden Bruttospielerträge, starke Marken, Retail-Präsenz, Casino-Angebote, Sportwetten, Bingo und Poker.

Evoke bringt eine breite Markenstruktur ein. Die Mitteilung nennt William Hill, William Hill Vegas, 888casino, 888sport, 888poker, winner.ro und Mr Green. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete Evoke einen Umsatz von 1,782 Milliarden Pfund. Davon stammten 72 Prozent aus Online-Geschäft und 28 Prozent aus stationärem Geschäft.

Bally’s Intralot setzt auf Technologie, Daten und Skaleneffekte. Die Mitteilung nennt die Vitruvian-Plattform, bessere Kundensegmentierung, personalisierte Nutzerwege, geringere Marketingintensität und weniger Abwanderung. Der kombinierte Konzern erwartet jährliche Vorsteuer-Einsparungen bei Kosten und Investitionen von rund 180 Millionen Pfund innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss.

Für Spieler ändert sich zunächst nichts unmittelbar. William Hill, 888 und Mr Green bleiben Marken mit eigenen Angeboten und bestehenden Kundenbeziehungen. Nach Abschluss kann die neue Eigentümerstruktur Produktentwicklung, Boni, Sportwettenmärkte, Casino-Oberflächen, Kundenbindung und Auszahlungsprozesse beeinflussen. Solche Änderungen entstehen typischerweise erst nach regulatorischer Freigabe und technischer Integration.

Die Übernahme passt zu einem größeren Trend im Wettmarkt. Hohe Steuerlast, teure Regulierung, Technologiekosten und Marketingdruck begünstigen größere Anbieter mit breiter Plattform. Kleine und mittelgroße Betreiber geraten stärker unter Druck. Marken mit Sportwetten, Casino, Poker und Retail-Geschäft gewinnen für Käufer zusätzlichen Wert.

Der nächste Schritt liegt bei den Aktionären, Gerichten und Aufsichtsbehörden. Das Scheme Document soll die finalen Bedingungen detailliert erklären. Bis zum Abschluss bleibt der Deal ein angekündigter Zusammenschluss. Der wichtigste Prüfpunkt liegt nun bei den regulatorischen Freigaben und der Refinanzierung der Evoke-Schulden.