Microsoft nimmt die automatische Installation der Microsoft 365 Copilot App auf berechtigten Windows-Geräten wieder auf. Das geht aus dem aktualisierten Message-Center-Eintrag MC1152323 hervor. Der Rollout beginnt Mitte Juni 2026 und soll Mitte Juli 2026 abgeschlossen sein. Betroffen sind Windows-Geräte mit installierten Microsoft-365-Desktop-Apps, sofern Administratoren die Installation nicht deaktivieren.
Für Windows-Administratoren ist der Schritt heikel, weil die App standardmäßig installiert wird und keine Nutzeraktion erfordert. Microsoft beschreibt die Änderung als einfacheren Zugang zu Copilot-Funktionen. In Unternehmen wirkt sie aber wie ein weiterer automatischer KI-Rollout in bestehende Arbeitsumgebungen.
Microsoft startet Copilot-Rollout auf Windows-Geräten neu
Microsoft hatte die automatische Installation der Microsoft 365 Copilot App zwischenzeitlich wegen eines technischen Problems ausgesetzt. Mit der neuen Aktualisierung wird der Rollout wieder aktiviert. Die App soll auf berechtigten Geräten im Hintergrund installiert werden, wenn dort die Microsoft-365-Desktop-Apps vorhanden sind. Auf Geräten, auf denen die App bereits installiert ist, soll es keine sichtbare Änderung geben.
Der wichtige Punkt ist die Voreinstellung. Microsoft aktiviert die Installation standardmäßig. Nutzer müssen die App nicht aus dem Microsoft Store laden, keinen Installer starten und keine Zustimmung im Installationsdialog geben. Die Steuerung liegt bei Administratoren. Wer die automatische Installation nicht möchte, muss vorher aktiv gegensteuern.
Microsoft nennt als technische Voraussetzung Microsoft 365 Apps Version 2511. Diese Version wurde im Current Channel im Dezember 2025 und im Monthly Enterprise Channel im Januar 2026 veröffentlicht. Geräte im Semi-Annual Enterprise Channel installieren die Microsoft 365 Copilot App laut Microsoft nicht automatisch. Für viele Business-Umgebungen hängt die Betroffenheit also stark vom Update-Kanal ab.
| Punkt | Stand laut Microsoft | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Rollout | Mitte Juni bis Mitte Juli 2026 | Admins haben ein kurzes Zeitfenster |
| Betroffene Geräte | Windows-Geräte mit Microsoft-365-Desktop-Apps | betrifft vor allem Business-Umgebungen |
| Nutzeraktion | keine erforderlich | sorgt für Kritik an ungefragten Installationen |
| EEA-Ausnahme | Änderung gilt nicht für EEA-Kunden | Deutschland und Österreich aktuell ausgenommen |
| Admin-Steuerung | Opt-out über Microsoft 365 Apps Admin Center | Unternehmen müssen Richtlinie prüfen |
| Update-Kanal | Semi-Annual Enterprise Channel ausgenommen | Update-Kanal entscheidet über Risiko |
| Bereits installierte App | keine sichtbare Änderung | Inventarisierung bleibt trotzdem sinnvoll |
EEA-Ausnahme ist für Deutschland und Österreich entscheidend
Microsoft schreibt ausdrücklich, dass die Änderung nicht für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum gilt. Für Deutschland und Österreich ist das die wichtigste Einschränkung. Beide Länder gehören zum EEA. Unternehmen dort sollten die Meldung trotzdem dokumentieren, müssen aber nach aktuellem Microsoft-Stand nicht mit derselben automatischen Installation rechnen.
Für die Schweiz ist die Lage weniger eindeutig. Die Schweiz gehört nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum. Schweizer Unternehmen sollten deshalb genauer prüfen, wie ihr Microsoft-365-Tenant regional geführt wird und ob die Auto-Installation in ihrem Fall greift. Auch international arbeitende Unternehmen mit Tenants außerhalb des EEA sollten die Einstellung nicht ignorieren.
Administratoren können die automatische Installation über das Microsoft 365 Apps Admin Center verhindern. Microsoft beschreibt den Weg über Customization, Device Configuration und den Reiter Modern Apps settings. Dort lässt sich bei der Microsoft 365 Copilot App die automatische Installation deaktivieren. Wichtig ist, dass Microsoft ausdrücklich das Microsoft 365 Apps Admin Center nennt, nicht nur das allgemeine Microsoft 365 Admin Center.
Für IT-Abteilungen geht es nicht nur um ein zusätzliches Symbol im Startmenü. Die Copilot-App kann Fragen zur Softwarefreigabe, Nutzerkommunikation, Lizenzierung, Datenschutzprüfung und Schulung auslösen. Microsoft schreibt zwar, es seien keine Compliance-Probleme identifiziert worden. Unternehmen müssen diese Einschätzung aber mit ihren eigenen Richtlinien, Betriebsvereinbarungen und Datenschutzprozessen abgleichen.
Der Schritt passt zu Microsofts größerer Windows-Strategie. Copilot soll stärker in Arbeitsabläufe, Microsoft 365 und Windows-Oberflächen eingebunden werden. Schon bei Microsoft Build 2026 stand Copilot als Plattform für Agenten, Office-Workflows und Windows-Funktionen im Mittelpunkt. Die automatische App-Installation ist damit kein isolierter Vorgang, sondern Teil eines breiteren KI-Ausbaus.
Für Unternehmen bleibt die praktische Empfehlung klar. Admins sollten prüfen, ob ihre Umgebung unter die EEA-Ausnahme fällt, welche Microsoft-365-Update-Kanäle genutzt werden, ob die Copilot-App bereits vorhanden ist und ob ein Opt-out gesetzt werden soll. Nutzer sollten vor sichtbaren Änderungen informiert werden. Microsoft startet den Rollout erneut, aber die Kontrolle liegt in verwalteten Umgebungen nicht vollständig beim einzelnen Anwender.