Google schließt den Rollout von Demand Gen in der Display & Video 360 API zum Stichtag 24. Juni 2026 ab. Nach dem zweistufigen Start können alle Display-&-Video-360-Partner Demand-Gen-Ressourcen über die API abrufen, erstellen und aktualisieren. Für Entwickler, Agenturen und Ad-Tech-Teams wird Google Ads damit stärker automatisierbar, weil Demand Gen nicht mehr nur über manuelle Plattformarbeit oder eingeschränkte Beta-Zugänge verwaltet werden muss.
Google hatte den Rollout am 27. Mai angekündigt und am 10. Juni mit dem Juni-Update der Display & Video 360 API gestartet. Die Freischaltung lief über zwei Wochen. Mit dem Stichtag am 24. Juni sollen alle Partner Zugriff auf die neuen Demand-Gen-Funktionen haben. Das betrifft vor allem Entwickler, die Kampagnenverwaltung, Reporting, interne Tools oder Agentur-Workflows direkt an die Display & Video 360 API angebunden haben.
Demand Gen ist Googles Kampagnentyp für stark visuelle Anzeigen über mehrere Google-Oberflächen. Die Entwicklerdokumentation nennt YouTube, Discover, Gmail und das Google Display Network. Demand-Gen-Line-Items werden wie andere Line Items über Budgets, Gebotsstrategien und Targeting gesteuert. Zusätzlich gibt es eigene Einstellungen im Feld demandGenSettings.
Demand Gen wird in Line Items, Ad Groups und Ads integriert
Die wichtigste technische Änderung betrifft drei Ressourcentypen. Display & Video 360 unterstützt nun LineItem-Ressourcen mit dem Typ LINE_ITEM_TYPE_DEMAND_GEN, AdGroup-Ressourcen mit dem Format AD_GROUP_FORMAT_DEMAND_GEN und AdGroupAd-Ressourcen mit Demand-Gen-spezifischen Anzeigenfeldern. Dazu gehören Video-, Image-, Carousel- und Product-Ads.
Nach dem Rollout erscheinen Demand-Gen-Line-Items und Demand-Gen-Ad-Groups auch in normalen list-Antworten. Genau dieser Punkt kann bestehende Integrationen treffen. Systeme, die bisher nur bekannte Line-Item-Typen oder Ad-Group-Formate erwartet haben, müssen neue Werte sauber verarbeiten. Google hatte Entwickler deshalb schon vor dem 10. Juni aufgefordert, bestehende API-Integrationen auf zusätzliche Demand-Gen-Objekte vorzubereiten.
Für neue Kampagnen bietet Google eine eigene Schritt-für-Schritt-Dokumentation. Sie beginnt bei vorhandenen Advertisern, Kampagnen und Insertion Orders. Danach folgen Demand-Gen-Line-Item, Ad Group, Targeting, Assets, Anzeige und Aktivierung. Diese Struktur ist wichtig, weil Demand Gen nicht nur ein neues Anzeigenformat ist. Es hängt an eigenen Ressourcen, eigenen Creative-Feldern und eigenen Einstellungen für Ausspielung und Optimierung.
| Bereich | Änderung |
|---|---|
| Rollout-Start | 10. Juni 2026 |
| Stichtag | 24. Juni 2026 |
| Betroffene API | Display & |
| Ressourcentypen | Video 360 API |
| Anzeigenfelder | LineItem, AdGroup, AdGroupAd |
| Wichtige Folge | Demand Gen Video, Image, Carousel und Product Ads |
| Entwickleraktion | Demand-Gen-Objekte können in list-Antworten erscheinen |
| Integrationen auf neue Typen und Felder prüfen |
Google erweitert die API kurz nach mehreren Entwickler-Updates
Der Demand-Gen-Rollout ist Teil eines größeren Juni-Updates. Google ergänzt in der Display & Video 360 API außerdem Structured Data Files v10, neue Werte für AudioContentType, Exchange und GeoRegionType sowie YouTube Channel Pack Targeting. Letzteres steht nur für Demand-Gen-Ressourcen zur Verfügung. Damit wird Demand Gen nicht isoliert eingeführt, sondern direkt mit weiteren API- und Targeting-Funktionen verbunden.
Die Änderung passt zu Googles laufendem Umbau seiner Entwicklerplattformen. Nach dem Artikel zu Google Firebase Studio zeigt auch diese API-Änderung, wie stark Google Produktzugänge, Entwicklerwerkzeuge und Automatisierung neu sortiert. Für Werbeteams ist das weniger sichtbar als ein neues Frontend. Für Agenturen mit eigenen Tools kann es aber deutlich wichtiger sein.
Demand Gen berührt außerdem Googles breitere Plattformstrategie. Bei Google I/O 2026 standen Gemini, Android, Chrome und Cloud im Mittelpunkt. Bei der Display & Video 360 API geht es nun um die Werbeseite desselben Ökosystems: mehr programmatische Steuerung, mehr Automatisierung und weniger manuelle Verwaltung einzelner Kampagnenelemente.
Für Entwickler bleiben drei Prüfungen entscheidend. Erstens müssen Line-Item- und Ad-Group-Parser neue Demand-Gen-Typen akzeptieren. Zweitens sollten Tools die neuen AdGroupAd-Felder für Video, Image, Carousel und Product korrekt anzeigen oder ignorieren. Drittens müssen Workflows für Erstellung, Patch, Delete und Reporting mit den neuen Ressourcen getestet werden. Wer API-Clients automatisch aktualisiert, sollte zusätzlich die aktuelle Client Library verwenden.
Die Freigabe kommt in einer Phase, in der Google mehrere KI- und Werbeprodukte enger zusammenführt. Die Meldung hat keinen direkten Nutzerstart wie Gemini Live Translate oder den Google Home Speaker mit Gemini. Sie wirkt stärker im Hintergrund. Für Display-&-Video-360-Partner kann sie trotzdem unmittelbar relevant sein, weil Demand-Gen-Kampagnen nun vollständig in bestehende API-Prozesse eingebunden werden können.