MediaMarkt und Saturn verkaufen Krypto-Gutscheine von Cryptonow

MediaMarkt und Saturn verkaufen in Deutschland ab sofort Krypto-Gutscheine von Cryptonow. MediaMarktSaturn nimmt die Karten in stationären Märkten und in den Onlineshops der beiden Elektronikhändler auf. Damit rücken Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte in den klassischen Geschenkkartenbereich großer Elektronikhändler.

Für den deutschen Krypto-Markt ist das ein auffälliger Schritt. Der Kauf erfolgt zunächst wie bei einer normalen Guthabenkarte. Kunden kaufen eine Karte im Markt oder online. Anschließend lösen sie den Code auf der Cryptonow-Plattform ein. Der Betrag kann dann in Bitcoin oder andere unterstützte Kryptowährungen umgewandelt werden.

Die Einführung erfolgt nach Angaben der beteiligten Unternehmen zusammen mit epay. Der Anbieter übernimmt die technische Integration und Distribution. MediaMarktSaturn erweitert damit das Sortiment an der Schnittstelle von Consumer Electronics, digitalen Diensten und Finanzprodukten. Cryptonow will den Kauf digitaler Vermögenswerte für Einsteiger greifbarer machen.

Cryptonow bietet dafür mehrere Produktarten an. Dazu gehören das Bitcoin Starter Kit, die Cryptonow Prepaid Card und digitale Gutscheinkarten. Je nach Produkt nennt Cryptonow Beträge zwischen 25 Euro und 500 Euro. Die Prepaid Card unterstützt laut Cryptonow rund 40 Kryptowährungen über die Plattform Cryptonow Invest.

MediaMarktSaturn bringt Krypto-Gutscheine in den Einzelhandel

Der neue Vertrieb über MediaMarkt und Saturn senkt die Einstiegshürde sichtbar. Nutzer müssen den ersten Kontakt mit Kryptowährungen nicht direkt über eine Kryptobörse suchen. Stattdessen steht das Produkt neben anderen Guthabenkarten im bekannten Handelsumfeld. Das kann besonders für Menschen interessant sein, die Bitcoin oder andere Kryptowährungen verschenken oder mit kleinen Beträgen ausprobieren möchten.

Ganz ohne digitale Prüfung funktioniert das Angebot aber nicht. Cryptonow erklärt in seiner Hilfe, dass Nutzer ein Konto benötigen. Für bestimmte Funktionen ist eine Verifizierung per Auto Ident oder Video Ident erforderlich. Dazu kommen persönliche Angaben und ein Identitätsnachweis. Der Kauf der Karte im Markt ersetzt also nicht die regulatorischen Prüfungen auf der Plattform.

Saturn nennt in den Produktbedingungen außerdem wichtige Details. Herausgeber ist die Cryptonow GmbH mit Sitz in Wien. Das Unternehmen beschreibt sich als unter EU-MiCAR regulierter Kryptodienstleister. Der Gutschein selbst wird in den Bedingungen aber als unreguliertes Produkt beschrieben. Er fällt laut Produktseite nicht in den Anwendungsbereich des Zahlungsdienstegesetzes. Eine Einlösung ist ausschließlich auf der Cryptonow-Plattform möglich.

Auch die Kosten sind wichtig. Cryptonow nennt für Prepaid-Gutscheinkarten eine Handel- und Ausführungsgebühr von 4,9 Prozent. Für Online-Handelsaufträge auf der Plattform gibt es gestaffelte Transaktionsgebühren. Nutzer sollten deshalb nicht nur den Kartenwert betrachten, sondern auch Einlösung, Gebühren, Spread, Verkauf und spätere Auszahlung prüfen.

Warum das Angebot für Nutzer und Regulierung relevant ist

Der Schritt passt zu einem breiteren Trend. Kryptowährungen wandern aus reinen Handelsplattformen in alltägliche Vertriebskanäle. MediaMarktSaturn bringt die Produktform in ein Umfeld, das viele Kunden mit Smartphones, Hardware, Spielen, Zubehör und digitalen Services verbinden. Das macht Kryptowährungen sichtbarer, aber nicht automatisch einfacher oder risikoärmer.

Cryptonow selbst weist deutlich auf Risiken hin. Krypto-Assets können stark schwanken. Verluste können schnell entstehen. Frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Hinweis auf künftige Ergebnisse. Nutzer sollten daher nicht davon ausgehen, dass eine Guthabenkarte ein klassisches Sparprodukt ersetzt. Der Retail-Kanal ändert nichts am Marktrisiko.

Regulatorisch fällt die Einführung in eine Phase, in der Europa den Markt für Krypto-Dienstleister stärker ordnet. Die Markets in Crypto-Assets Regulation, kurz MiCA, schafft neue Vorgaben für Anbieter von Krypto-Dienstleistungen. Auf Ghacks Deutschland ging es zuletzt bereits um die ESMA-Seite zu MiCA und Interimsregistern. Genau solche Register und Zulassungsfragen werden wichtiger, wenn Krypto-Produkte im Massenhandel auftauchen.

Für MediaMarktSaturn ist das Angebot auch ein Test für eine neue Produktkategorie. Der Elektronikhändler verkauft damit nicht direkt eine Kryptowährung wie ein eigenes Finanzprodukt. Im Mittelpunkt steht eine Gutscheinkarte mit anschließender Einlösung über Cryptonow. Trotzdem entsteht für Kunden der Eindruck eines einfachen Kaufs im vertrauten Geschäft. Das macht klare Hinweise zu Gebühren, Identitätsprüfung und Risiken besonders wichtig.

Cryptonow verweist auf Erfahrungen aus der Schweiz. Dort werden die Produkte bereits über Retail-Partner angeboten. Das Unternehmen plant außerdem ein größeres europäisches Vertriebsnetz. Der Deutschlandstart bei MediaMarkt und Saturn könnte deshalb als Baustein für eine breitere Retail-Strategie dienen. Auch bei Veranstaltungen wie dem Point Zero Forum Zürich zeigt sich, dass Krypto, Finanzaufsicht und digitale Infrastruktur enger zusammenrücken.

Krypto-Gutscheine bei MediaMarkt und Saturn machen den Einstieg sichtbarer und bequemer. Nutzer sollten das Angebot aber wie ein reguläres Krypto-Investment behandeln: Gebühren prüfen, Identitätsprüfung einplanen, Risiken verstehen und nur Geld einsetzen, dessen Verlust finanziell tragbar bleibt.