Battlefield 6 verschärft Anti-Cheat: TPM 2.0 wird bald Pflicht

Battlefield 6 wird TPM 2.0 auf dem PC innerhalb der nächsten Wochen verpflichtend durchsetzen. Electronic Arts reagiert damit auf neue Umgehungsmethoden von Cheat-Entwicklern. Im Juni blockierte EA Javelin Anti-Cheat insgesamt 226.592 Cheat- oder Manipulationsversuche. Gleichzeitig stieg EAs sogenannte Match Infection Rate zum Monatsende auf 6,59 Prozent. Damit war ein größerer Anteil der Matches von mindestens einem mutmaßlichen Cheater betroffen.

EA hat die neuen Zahlen am 7. August veröffentlicht. Die geplante TPM-2.0-Durchsetzung betrifft ausschließlich PC-Spieler. Eine Warnung ist laut EA bereits seit mehreren Wochen aktiv. Der Publisher will legitimen Nutzern noch Zeit für die Aktivierung geben. Danach soll der Sicherheitsmechanismus einen weiteren Weg für Cheat-Software schließen. Für Battlefield 6 auf dem PC wird die Sicherheitskonfiguration des Rechners damit noch wichtiger.

EA blockiert 226.592 Cheat-Versuche, trotzdem steigt die Match Infection Rate

Die wichtigste Zahl im neuen Anti-Cheat-Bericht ist zunächst positiv: 226.592 Manipulationsversuche konnte EA Javelin Anti-Cheat im Juni stoppen, bevor sie ein Match beeinflussten. EA überwacht aktuell außerdem 112 aktive Cheat-Programme, Hardwarelösungen, Anbieter, Wiederverkäufer und zugehörige Communities. Bei 107 davon registriert EA Funktionsausfälle, Erkennungswarnungen, Downtime oder eine vollständige Abschaltung bestimmter Cheats.

Der Blick auf die tatsächlichen Matches fällt weniger positiv aus. EA misst die Belastung über die Match Infection Rate, kurz MIR. Der Wert beschreibt den Anteil aller Matches mit negativen Auswirkungen durch mindestens einen mutmaßlichen Cheater. EA zählt dabei auch Verdachtsfälle ohne ausreichende Beweise für eine direkte Sanktion.

Battlefield-6-Anti-CheatJuni 2026Einordnung
Verhinderte Cheat-Versuche226.592Vor Einfluss auf Matches blockiert
MIR zu Monatsbeginn5,52 %Ausgangspunkt des Monats
Zwischenhoch am 11. Juni6,37 %Erstes deutliches Hoch
MIR am 24. Juni5,88 %Nach zwischenzeitlichem Rückgang
MIR zum Monatsende6,59 %Höchster gemeldeter Endstand
Überwachte Cheat-Angebote112Programme, Hardware, Anbieter und Communities

Im Juni startete die MIR bei 5,52 Prozent. Am 11. Juni erreichte sie zunächst 6,37 Prozent. Anschließend ging der Wert zurück. Am 24. Juni lag er bei 5,88 Prozent. Danach setzte erneut ein Anstieg ein. Zum Ende des Monats meldete EA 6,59 Prozent.

Damit erhöhte sich die Match Infection Rate innerhalb des Monats um 1,07 Prozentpunkte. EA erklärt den Anstieg teilweise mit der aktuellen Übergangsphase bei TPM 2.0. Der Publisher verzichtet noch auf die vollständige Durchsetzung. Cheat-Entwickler können deshalb weiterhin Techniken einsetzen, um eine vorhandene TPM-2.0-Unterstützung vorzutäuschen oder entsprechende Prüfungen zu umgehen.

EA beschreibt diese Lockerung als bewussten Kompromiss. Legitimen Spielern mit technischen Problemen sollte zunächst mehr Zeit bleiben. Der Nachteil zeigt sich laut Battlefield-Team in einer etwas höheren Cheater-Belastung. Nach der Aktivierung der vollständigen TPM-Prüfung erwartet EA einen positiven Effekt auf die MIR. Zusätzlich sollen weitere Erkennungs- und Sanktionsmechanismen freigeschaltet werden.

TPM 2.0 wird für Battlefield 6 tatsächlich durchgesetzt

TPM 2.0 steht bereits seit dem Start in den PC-Systemanforderungen von Battlefield 6. Die vollständige technische Durchsetzung erfolgte bislang aber noch nicht. Genau das soll sich laut EA innerhalb weniger Wochen ändern. Einen konkreten Kalendertag nennt der Publisher noch nicht.

TPM steht für Trusted Platform Module. Die Sicherheitsfunktion ist bei vielen modernen PCs direkt über Prozessor oder Mainboard-Firmware verfügbar. EA nutzt sie als zusätzliche Vertrauensbasis für Javelin Anti-Cheat. Damit lassen sich Manipulationen an Systemzuständen schwieriger verschleiern. Secure Boot ist in Battlefield 6 bereits verpflichtend.

PC-Spieler können den TPM-Status unter Windows ohne Zusatzsoftware kontrollieren:

  • Windows-Taste + R drücken und tpm.msc eingeben.
  • Im TPM-Fenster sollte beim Status „TPM ist einsatzbereit“ beziehungsweise die entsprechende lokalisierte Meldung stehen.
  • Unter der Spezifikationsversion muss 2.0 angezeigt werden.
  • Fehlt TPM 2.0, kann die Funktion im UEFI oder BIOS deaktiviert sein.
  • Bei Intel-Systemen kann die Einstellung als PTT erscheinen, bei AMD häufig als fTPM.

EA weist ausdrücklich darauf hin, dass ein PC TPM 2.0 unterstützen und die Funktion aktiviert haben muss. Systeme ohne TPM-2.0-Unterstützung können nach der vollständigen Durchsetzung Battlefield 6 nicht mehr starten. Spieler mit älteren Mainboards sollten deshalb vor dem nächsten großen Update prüfen, ob ein Firmware-Update verfügbar ist.

Parallel verschärft EA die Regeln für problematische Hardware und Software. Die Liste verbotener Lösungen wird während Season 4 aktualisiert. EA spricht von neuen Funktionen und Einsatzarten mit möglichem Einfluss auf faires Gameplay. Diese können künftig Warnungen, Blockierungen oder Sanktionen auslösen. Details will das Anti-Cheat-Team in einem weiteren Season-4-Bericht veröffentlichen.

Für Battlefield 6 kommt die Verschärfung kurz vor dem nächsten großen Content-Schritt. Am 18. August startet das Top-Gun-Update mit Wake Island, Carrier Strike und Fighter Sweep. Season 4 hatte bereits mit der Battlefield-6-Roadmap rund um Naval Warfare und Wake Island einen starken Fokus auf Land-, Luft- und Seekämpfe bekommen. Mit dem August-Update kommen außerdem zwei neue Jets und das Interdictor-Scharfschützengewehr.

EA steht damit vor zwei parallelen Aufgaben. Neue Inhalte sollen Spieler zurückbringen und Season 4 ausbauen. Gleichzeitig muss Javelin Anti-Cheat verhindern, dass die steigende Match Infection Rate diese Matches belastet. Der nächste entscheidende Schritt ist bereits angekündigt: Die TPM-2.0-Warnphase endet innerhalb weniger Wochen. Danach soll Battlefield 6 PCs ohne aktiviertes TPM 2.0 nicht mehr akzeptieren.