Chrome 152 Stable schließt 327 Sicherheitslücken

Chrome 152 Stable ist für Windows, macOS und Linux erschienen und schließt 327 Sicherheitslücken. Google hat den neuen Stable-Release am 25. August 2026 veröffentlicht. Die Aktualisierung wird über die kommenden Tage und Wochen verteilt. Nutzer sollten die installierte Version prüfen, weil mehrere Schwachstellen als kritisch eingestuft sind.

Für Desktop-Systeme nennt Google Chrome 152.0.7977.64 unter Linux sowie 152.0.7977.64/.65 für Windows und macOS. Das Update ist damit deutlich größer als die vorherige Sicherheitsrunde. Im Bereich Chrome-Sicherheitsupdates fällt vor allem die ungewöhnlich hohe Zahl behobener Probleme auf. Google nennt zwar viele CVEs, hält Details zu einzelnen Bugs aber wie üblich zurück, bis ein großer Teil der Nutzer aktualisiert wurde.

Chrome 152 behebt kritische Use-after-free-Lücken

Die Sicherheitsliste zu Chrome 152 beginnt mit mehreren kritischen Fehlern. Google nennt unter anderem CVE-2026-79282 als Use-after-free-Lücke in ANGLE, CVE-2026-79290 als Use-after-free-Lücke in Aura und CVE-2026-79054 als Use-after-free-Lücke in Chromecast. Dazu kommen CVE-2026-79121 mit fehlerhafter Eingabevalidierung in Chromecast und CVE-2026-79224 als weitere Use-after-free-Lücke im Chromecast-Bereich.

Die kritische Einstufung ist bei Browsern besonders wichtig. Chrome verarbeitet Webseiten, Skripte, Medien, GPU-Inhalte, Erweiterungen und zahlreiche Webplattform-APIs. Fehler in Komponenten wie ANGLE, Aura, Views, Safe Browsing oder WebGL können je nach Bugklasse unterschiedliche Folgen haben. Google veröffentlicht bei vielen Einträgen zunächst nur eine kurze Beschreibung. Das schützt Nutzer, weil Angreifer aus vollständigen Bugdetails sonst schneller Exploits ableiten könnten.

PunktAngabeEinordnung
Stable-Release25. August 2026Neue Hauptversion im Stable Channel
Windows und macOSChrome 152.0.7977.64/.65Nutzer sollten diese Version prüfen
LinuxChrome 152.0.7977.64Linux-Nutzer erhalten dieselbe Hauptbuild
Sicherheitsfixes327 behobene ProblemeSehr große Sicherheitsrunde
Kritische CVEsMehrere Critical-EinträgePriorität für zeitnahe Installation
RolloutÜber Tage und WochenUpdate kann verzögert sichtbar werden

Eine sekundäre Auswertung zählt in der offiziellen Liste zehn kritische, 61 hohe, 184 mittlere und 72 niedrige Schwachstellen. Diese Verteilung zeigt, dass es sich nicht nur um kleinere Korrekturen handelt. Viele Einträge stammen aus interner Google-Forschung oder automatisierten Tests. Google verweist unter anderem auf AddressSanitizer, MemorySanitizer, UndefinedBehaviorSanitizer, Control Flow Integrity, libFuzzer und AFL als Werkzeuge, die Sicherheitsprobleme früh finden.

Für Nutzer ist die praktische Konsequenz einfach. Chrome sollte nach dem Update-Neustart unter chrome://settings/help die neue Version anzeigen. Der Browser lädt Updates zwar automatisch, aktiviert sie aber erst vollständig nach einem Neustart. Unternehmen sollten ihre Update-Ringe kontrollieren, weil der gestaffelte Rollout nicht auf jedem Gerät sofort denselben Stand zeigt. Verwaltete Geräte mit verzögerten Freigaben brauchen besondere Aufmerksamkeit.

  • Windows: Zielversion ist Chrome 152.0.7977.64 oder 152.0.7977.65.
  • macOS: Zielversion ist ebenfalls Chrome 152.0.7977.64 oder 152.0.7977.65.
  • Linux: Zielversion ist Chrome 152.0.7977.64.
  • Sicherheitsumfang: Google nennt 327 behobene Sicherheitsprobleme.
  • Schweregrad: Mehrere Schwachstellen tragen die Einstufung Critical.
  • Aktion: Update prüfen, Browser neu starten und Version kontrollieren.

Neue Funktionen betreffen Web-Apps, Safe Browsing und Performance

Chrome 152 ist nicht nur ein Sicherheitsrelease. Die Entwicklerdokumentation nennt mehrere neue Plattformfunktionen. Dazu gehört die CPU Performance API. Webanwendungen können darüber die Leistungsklasse eines Geräts berücksichtigen und Inhalte besser anpassen. Administratoren und Nutzer können den gemeldeten Leistungsbereich über Einstellungen und Richtlinien überschreiben. Für Web-Apps ist das wichtig, weil nicht jedes Gerät dieselben Animationen, Berechnungen oder Hintergrundaufgaben gleich gut verkraftet.

Im Sicherheitsbereich erweitert Google außerdem Safe Browsing. Nutzer mit erweiterter Schutzfunktion erhalten bei verdächtigen Webseiten eine umgehbare Warnung, wenn Signale auf ein mögliches Risiko hindeuten. Diese Warnung ergänzt die bestehenden Blockseiten für bereits bestätigte bösartige Webseiten. Administratoren können das Verhalten laut Google über Safe-Browsing-Richtlinien steuern. Damit zielt Chrome 152 nicht nur auf bekannte CVEs, sondern auch auf riskante Seitenbesuche im Alltag.

Für Entwickler bringt Chrome 152 weitere Änderungen. Progressive Web Apps auf macOS erhalten Benachrichtigungen mit Attribution zur jeweiligen App statt zu Google Chrome. Isolated Web Apps bekommen Sub-Apps und einen unframed display mode. WebGPU erhält Subgroup Size Control, eine optionale GPU-Funktion für Compute-Shader. Dieser Punkt knüpft an frühere Arbeiten an, bei denen Chrome WebGPU stärker für KI-Workloads optimiert wurde.

Gleichzeitig entfernt und entwertet Google weitere ältere Webplattform-Bestandteile. Die Private Aggregation API wird entfernt. Clientseitiges XSLT ist als veraltet markiert und erhält eine Deprecation Trial, damit Webseiten mehr Migrationszeit bekommen. Für Unternehmen ist außerdem die PDF-Viewer-Architektur relevant. Eine sekundäre Auswertung weist darauf hin, dass die Rückfallrichtlinie für die alte PDF-Viewer-Architektur in Chrome 152 veraltet ist und in Chrome 155 entfernt werden soll.

Auch das Erweiterungsökosystem bleibt in Bewegung. Zum 31. August 2026 sollen die verbleibenden Manifest-V2-Erweiterungen aus dem Chrome Web Store entfernt werden. Bereits installierte Alt-Erweiterungen aus sehr alten Chrome-Versionen können in Sonderfällen noch vorhanden sein, lassen sich dann aber nicht mehr regulär aktualisieren oder neu installieren. Für Administratoren ist das ein weiterer Grund, Erweiterungslisten und Richtlinien nach dem Chrome-152-Rollout zu prüfen.

Die wichtigste Maßnahme bleibt trotzdem das Sicherheitsupdate selbst. Chrome 152 bringt eine große Zahl an Fixes und mehrere kritische Speicherfehler. Wer Chrome privat nutzt, sollte den Browser öffnen, das Update über die Hilfeseite anstoßen und danach neu starten. Unternehmen sollten den Rollout zeitnah überwachen und blockierte Geräte identifizieren. Das gilt besonders nach dem letzten größeren Chrome-Update mit Sicherheitsbezug, etwa Chrome 151 mit fünf geschlossenen Sicherheitslücken.