In Paris könnten die sogenannten Gaming Clubs bald nicht mehr als „Experiment“ gelten, sondern als dauerhaftes Modell. Der französische Senat hat Ende November einem rechtlichen Schritt zugestimmt, der den Clubs eine feste Grundlage geben soll – vorbehaltlich weiterer politischer Beschlüsse.
Neun Jahre Ausnahmezustand: Pilotprojekt seit 2017
Die Clubs existieren in der Hauptstadt seit Februar 2017 im Rahmen eines Pilotprogramms. Erlaubt sind dort Poker und verschiedene Kartenspiele – klassische Casinospiele wie Roulette oder Spielautomaten bleiben ausgeschlossen. Ziel des Experiments war es, die Auswirkungen auf Ordnung, Kontrolle und Markt zu prüfen.
Eigentlich sollte das Programm schon zuvor auslaufen, wurde aber mehrfach verlängert. Eine wichtige Verlängerung kam 2024 zustande, damals wurde eine weitere Laufzeit von drei Jahren vereinbart. Dennoch blieb die Branche in einer Art Schwebezustand – mit unmittelbaren Folgen: Einige Clubs mussten Anfang 2025 kurzfristig schließen, weil die rechtlichen Übergänge zu abrupt waren.
Warum der Senat auf „Dauerlösung“ setzt
Mit der Umwandlung in ein dauerhaftes Modell soll diese Unsicherheit enden. Der Senat argumentiert, die Clubs hätten sich als regulierte Alternative zu illegalen Hinterzimmer-Angeboten bewährt. Aus Sicht der Politik spricht vor allem der Kontrollaspekt dafür: nachvollziehbare Geldflüsse, klare Aufsicht und strengere Rahmenbedingungen sollen Geldwäsche und Betrug erschweren.
Zudem sehen die Befürworter einen Standortvorteil für Paris, ohne dabei klassischen Casinos unfaire Konkurrenz zu machen – gerade weil elektronische Spiele weiterhin verboten bleiben und die Clubs ausschließlich in der Stadt Paris operieren dürfen.
Wirtschaftsfaktor: Einnahmen und Jobs
Auch finanziell spielen die Clubs eine Rolle: In der politischen Bewertung wird auf hohe jährliche Umsätze verwiesen. Zusätzlich fließen Abgaben an Staat und Stadt, und es hängen mehrere hundert direkte und indirekte Arbeitsplätze an dem Betrieb.
Wie geht es weiter?
Ganz fix ist es noch nicht: Als nächster Schritt muss die Nationalversammlung die Regelung im Zuge des Haushaltsgesetzes 2026 bestätigen. Erst dann entsteht die gewünschte dauerhafte Rechtssicherheit. Branchenvertreter aus dem Casino-Umfeld begrüßen den Kurs bereits, weil er Planung und Investitionen wieder kalkulierbarer machen würde.