Mathias Dahms warnt vor 350 illegalen Angeboten und nur etwa 30 lizenzierten Anbietern

Mathias Dahms sieht den deutschen Glücksspielmarkt in einer klaren Schieflage. In einem am 18. März 2026 veröffentlichten Gespräch mit WestLotto beziffert der Geschäftsführer Sportwette der MERKUR Group und Präsident des Deutschen Sportwettenverbands das Verhältnis auf rund 350 illegale Angebote gegenüber etwa 30 lizenzierten. Dahms verbindet diese Zahl direkt mit ungleichen Wettbewerbsbedingungen, zu detaillierter Regulierung und einem Spielerschutz, der nur im legalen Markt technisch durchgesetzt werden kann.

Dahms beschreibt ein 11 zu 1 Verhältnis im deutschen Markt

WestLotto fasst die Kernaussage des Gesprächs klar zusammen. Rund 350 illegale Angebote stehen etwa 30 lizenzierten gegenüber, also ein Verhältnis von 11 zu 1. Dahms bezeichnet den Glücksspielstaatsvertrag dabei als unausgewogenes Kompromissdokument, das in Teilen sehr tief ins Detail geht. Gleichzeitig beschreibt er illegale Anbieter als Marktteilnehmer ohne vergleichbare Restriktionen. Daraus entsteht nach seiner Darstellung ein deutlicher Abstand in den Wettbewerbsbedingungen zwischen legalem und illegalem Markt.

Der Regulierungsrahmen in Deutschland ist tatsächlich stark technisch geprägt. Die GGL beschreibt OASIS als spielformübergreifendes bundesweites Sperrsystem. Der Anschluss daran ist für Glücksspielanbieter verpflichtend. Zusätzlich ist für legale Anbieter die Anbindung an LUGAS vorgeschrieben. Dieses Aufsichtssystem umfasst unter anderem die Limitdatei, die Aktivitätsdatei und ein Auswertesystem zur Überwachung regulatorischer Vorgaben sowie zur Überprüfung der Spielsuchtfrüherkennung. Genau dort liegt der Kern von Dahms’ Argument: Instrumente wie OASIS und datenbasierte Überwachung greifen nur dort, wo Anbieter überhaupt Teil des regulierten Systems sind.

Warum die Warnung auch auf die Attraktivität des legalen Marktes zielt

Die GGL hat am 16. März 2026 eine neue Schwarzmarkt Studie veröffentlicht. Danach liegt das Marktvolumen nicht regulierter Online Glücksspiele bei 22,97 Prozent. Die Kanalisierungsquote liegt bei 77,03 Prozent. Aus Sicht der Behörde macht der regulierte Markt damit den größeren Teil des Online Glücksspiels aus. Dahms’ Warnung setzt an einem anderen Punkt an. Er fragt nicht nur nach dem Marktanteil, sondern nach der strukturellen Schieflage zwischen erlaubten und unerlaubten Angeboten.

Genau an dieser Stelle wird der Konflikt für den Markt sichtbar. Der Druck steigt immer dann, wenn regulierte Angebote mit OASIS, Limitdatei und Aktivitätsdatei arbeiten, während ein Casino ohne Limit im direkten Vergleich freier wirkt. Für die Regulierung entsteht daraus ein doppeltes Problem. Der legale Markt soll Spielerschutz, Nachverfolgbarkeit und technische Kontrolle liefern. Gleichzeitig darf er im Alltag nicht so unattraktiv werden, dass unerlaubte Angebote ihre größere Freiheit als Wettbewerbsvorteil ausspielen können. Dahms’ Warnung trifft damit einen Kernkonflikt des deutschen Modells.