Dänemark plant härtere Online Casino Regeln mit ROFUS und Verlustlimits

In den Glücksspiel News aus Europa gehört Dänemark gerade zu den spannendsten Regulierungsmärkten. Die dänische Glücksspielaufsicht hat Ende Februar eine neue Guidance für Wetten und Online Casino veröffentlicht. Parallel liegt im EU Notifizierungsverfahren ein Gesetzentwurf, der den Aufsichtskurs weiter verschärfen soll. Im Zentrum stehen dokumentierte Risikobewertungen von Spielern, strengere ROFUS Folgen, zusätzliche Verlustbremsen neben den bestehenden Einzahlungsgrenzen und ein Verbot, Auszahlungsanfragen später wieder zu stornieren. Der bei der EU notifizierte Entwurf wurde am 13. Januar 2026 eingereicht, die Standstill Frist läuft bis zum 14. April 2026.

Dänemark will Spielerschutz stärker dokumentieren und enger überwachen

Die dänische Aufsicht hat am 26. Februar 2026 eine neue Responsible Gambling Guidance für Anbieter von Wetten und Online Casino veröffentlicht. Darin erklärt die Behörde nicht nur die bestehenden Regeln, sondern markiert auch eine Praxisänderung bei Einzahlungsgrenzen. Nach der neuen Auslegung muss der Spieler den Betrag seiner Einzahlungsgrenze aktiv selbst festlegen. Ein vorgegebenes Standardlimit ist nicht zulässig. Zulässig bleibt nur eine obere Obergrenze, die der Anbieter technisch vorgibt. Die Guidance stellt außerdem klar, dass zusätzliche Begrenzungen wie Verlustlimits erlaubt sind, aber nur als Ergänzung zur gesetzlichen Einzahlungsgrenze und nur dann, wenn sehr deutlich erklärt wird, was genau begrenzt wird.

Der größere Schritt steckt im notifizierten Gesetzentwurf zur Änderung des Glücksspielgesetzes. In den Erläuterungen heißt es, dass Anbieter schriftliche interne Regeln und Verfahren zum Responsible Gambling vorhalten müssen. Dazu gehört eine klare Beschreibung, wie Spieler risikobewertet werden, welche Maßnahmen bei den verschiedenen Risikostufen greifen und welche Umstände zu einer niedrigeren oder höheren Einstufung führen. Die Behörde verlangt dabei mehrere abgestufte Spielerkategorien. Genannt werden als Beispiele at risk players, problem players, gambling dependent players und other players. Die Erläuterungen sagen zudem ausdrücklich, dass Informationen über Spielverhalten und Risikobewertungen fünf Jahre gespeichert werden sollen. Für diese neue Pflicht nennt der Entwurf den 1. Januar 2027 als geplantes Inkrafttreten.

ROFUS, Auszahlungen und Limits zeigen die Richtung des Marktes

Auch bei ROFUS wird der Kurs härter. Die im Februar veröffentlichte Guidance hält fest, dass Anbieter ROFUS bei der Eröffnung eines Kontos und bei jedem Login prüfen müssen. Ist ein Spieler dauerhaft in ROFUS eingetragen, muss das Kundenverhältnis beendet werden. Bei einer befristeten Sperre bleibt das Konto bestehen, der Zugang zum Spiel muss aber gesperrt werden. Für stationäre Wetten gilt ROFUS seit dem 1. Oktober 2023 ebenfalls. Zusätzlich verweist die politische Reformvereinbarung vom 24. Oktober 2025 auf einen weiteren Schritt: Wenn technisch doch ein ROFUS registrierter Spieler spielen kann, sollen laufende und abgeschlossene Spiele annulliert, Einsätze und Einzahlungen zurückerstattet und Gewinne nicht ausgezahlt werden.

Die gleiche Reformvereinbarung zeigt, dass Dänemark den regulierten Markt nicht nur über Sperren, sondern über den gesamten Zahlungs- und Limitpfad neu justiert. Dort ist festgehalten, dass Auszahlungsanträge künftig nicht mehr widerrufen werden dürfen. Außerdem sollen Anbieter keine vorgefertigten Einzahlungsoptionen mehr als Normalmaß präsentieren. Der Spieler soll seine Grenze selbst festlegen. In denselben Erläuterungen zum Gesetzentwurf steht zusätzlich, dass die künftigen Verordnungen für Online Casino, Online Wetten und stationäre Wetten den Spieler bei Einzahlungen über seinen Spielverbrauch informieren sollen, einschließlich Gesamtgewinn oder Verlust, Gesamtzahlungen und verbrachter Zeit.

Für deutsche Leser ist der dänische Kurs auch deshalb interessant, weil er einen europäischen Gegenpol sichtbar macht. Dänemark gehört zu den Märkten mit hoher Kanalisierung. Die Behörde schrieb bereits 2022, dass über 90 Prozent des dänischen Online Glücksspiels 2021 auf Seiten mit dänischer Lizenz stattfand.Gleichzeitig wachsen Wetten und Online Casino weiter. Im November 2025 lag der gesamte Markt laut dänischer Aufsicht 17,1 Prozent über dem Vorjahr, wobei Online Casino um 27,0 Prozent und Wetten um 14 Prozent zulegten. Gerade deshalb ist der politische Weg bemerkenswert: Ein Markt kann wachsen und trotzdem zusätzliche Bremsen einbauen. Der Kontrast zu einem Online Casino ohne limit wird damit schärfer. Während solche Angebote vor allem über weniger Hürden, flexiblere Limits und mehr Bewegungsfreiheit wahrgenommen werden, zieht Dänemark die regulierte Richtung bewusst weiter in die andere Richtung.

Unter dem Strich entsteht daraus mehr als nur ein neues Detailpaket für Anbieter. Dänemark schraubt gleichzeitig an Dokumentation, Limits, Selbstsperre, Marketing und Cash out Verhalten. Genau diese Bündelung macht den Entwurf so relevant. Sie zeigt, wie einige europäische Märkte den Spielerschutz nicht mehr nur als Warnhinweis oder Selbsttest behandeln, sondern als laufend dokumentierte Pflicht mit direktem Einfluss auf Konto, Auszahlung und Produktgestaltung.