GitHub nutzt Copilot Interaktionen ab 24. April standardmäßig für KI Training

GitHub ändert seine Copilot Datenpolitik grundlegend. Ab dem 24. April 2026 werden Interaktionen von Copilot Free, Pro und Pro+ standardmäßig für das Training und die Verbesserung eigener KI Modelle genutzt, sofern Nutzer die Einstellung nicht deaktivieren. Betroffen sind Eingaben, Ausgaben, Codeschnipsel und zugehöriger Kontext. GitHub hat die Änderung am 25. März angekündigt und zugleich erklärt, dass Copilot Business und Copilot Enterprise davon nicht betroffen sind.

GitHub beschreibt den Umfang der betroffenen Daten recht breit. Laut Blogeintrag können dazu akzeptierte oder bearbeitete Ausgaben, Eingaben an Copilot, Code-Kontext rund um die Cursorposition, Kommentare, Dokumentation, Dateinamen, Repository-Struktur, Navigationsmuster, Interaktionen mit Chat und Vorschlägen sowie Feedback auf Antworten gehören. GitHub betont zugleich, dass Inhalte aus Issues, Discussions oder privaten Repositories „at rest“ nicht für dieses Programm genutzt werden. Wenn private Repository-Inhalte aber aktiv als Input in eine KI Funktion gegeben werden, können diese Interaktionen für das Training genutzt werden, solange kein Opt-out gesetzt ist.

Die Änderung trifft Privatkonten, nicht Business und Enterprise

In der GitHub Dokumentation ist die Trennung eindeutig formuliert. Die neue Standardnutzung für KI Training gilt für persönliche Copilot Tarife, also Free, Pro und Pro+. Für Copilot Business und Copilot Enterprise gilt weiter, dass Kundendaten nicht zum Training von KI Modellen verwendet werden. GitHub verweist dabei ausdrücklich auf die Data Protection Agreement Regeln für Unternehmenskunden.

Wichtig ist auch der zeitliche Punkt. GitHub führt die Änderung nicht rückwirkend als längst laufende Praxis ein, sondern nennt den 24. April 2026 als Startdatum. In den aktualisierten Nutzungsbedingungen hält das Unternehmen fest, dass nach einem Opt-out die Erfassung für Trainingszwecke ab diesem Zeitpunkt gestoppt wird. Das macht die neue Voreinstellung für Entwickler besonders relevant, die mehrere persönliche Konten nutzen oder Copilot in verschiedenen Oberflächen einsetzen. Die Einstellung gilt pro Account und muss dort jeweils separat gesetzt werden.

So begründet GitHub den Schritt und so lässt sich widersprechen

GitHub begründet die Änderung mit besserer Modellqualität. Laut Unternehmen habe die Nutzung von Interaktionsdaten aus dem Microsoft Umfeld bereits zu messbaren Verbesserungen geführt, darunter höhere Akzeptanzraten in mehreren Programmiersprachen. Diese Erfahrung wolle man nun auf eine breitere reale Entwicklerbasis ausdehnen. GitHub nennt als Ziel intelligentere, kontextbewusstere Hilfe, genauere Vorschläge, bessere Erkennung potenzieller Bugs und ein stärkeres Verständnis realer Entwicklungsabläufe.

Wer die Datennutzung nicht will, kann sie in den persönlichen Copilot Einstellungen abschalten. In der GitHub Dokumentation steht dafür der Weg über Copilot settings und dort im Bereich Privacy die Option Allow GitHub to use my data for AI model training, die auf Disabled gesetzt werden kann. GitHub erklärt außerdem, dass frühere Opt-out-Einstellungen für Produktverbesserungen übernommen werden. Nutzer, die bereits widersprochen hatten, müssen also nicht in jedem Fall erneut aktiv werden.

Mit der Änderung verschiebt GitHub Copilot ein weiteres Stück vom reinen Assistenzwerkzeug hin zu einem Produkt, das reale Nutzung systematisch in die Weiterentwicklung seiner Modelle zurückführt. Für Entwickler ist damit nicht nur die Qualität der Vorschläge wichtiger, sondern auch die Frage, wie viel Arbeitskontext sie einem Standard-Opt-in überlassen wollen. GitHub macht die Entscheidung möglich, setzt die Voreinstellung aber klar zugunsten des Trainings.