Die philippinische Glücksspielbehörde PAGCOR hat die Einführung neuer monatlicher Mindestgebühren für lizenzierte Gaming System Administrators um zwei Monate verschoben. In einem Memorandum vom 30. März heißt es, die Behörde habe den Aufschub wegen der „current economic crisis“ beschlossen. Statt am 1. April greifen die neuen Minimum Guaranteed Fees nun erst am 1. Juni 2026. Der Schritt fällt in eine Phase, in der Präsident Ferdinand Marcos Jr. einen nationalen Energienotstand ausgerufen hat und die Regierung vor Risiken für Versorgung, Inflation und Wirtschaft warnt.
PAGCOR verschiebt den neuen Gebührenplan um zwei Monate
Laut dem PAGCOR Memorandum vom 30. März genehmigte der Verwaltungsrat die Verschiebung in seiner Sitzung vom 26. März. Für Betreiber mit Electronic Casino Games beginnt die erste Stufe nun am 1. Juni 2026 und läuft bis zum 31. Dezember 2026. In diesem Zeitraum setzt PAGCOR ein monatliches Mindestniveau von 30 Millionen philippinischen Peso Bruttospielertrag und eine Mindestgebühr von 9 Millionen Peso an. Für GSAs ohne Electronic Casino Games liegt die erste Stufe bei 15 Millionen Peso Mindest GGR und 3 Millionen Peso MGF. Die zweite Stufe startet nicht mehr im Oktober 2026, sondern erst am 1. Januar 2027. Dann steigen die Schwellen auf 35 Millionen Peso und 10,5 Millionen Peso für Electronic Casino Games sowie auf 20 Millionen Peso und 4 Millionen Peso für Anbieter ohne Electronic Casino Games. PAGCOR kündigt zudem an, die Branchenlage vor Ablauf der zwei Monate erneut zu prüfen und den Zeitplan bei Bedarf weiter anzupassen.
Die Verschiebung ändert nichts am grundsätzlichen Ziel der Reform. Im ursprünglichen Memorandum vom 15. Dezember 2025 begründete PAGCOR die Mindestgebühren damit, Lücken in der bestehenden Gebührenstruktur zu schließen und Fairness, Rechenschaftspflicht sowie fiskalische Verantwortung zu stärken. Damals sollte die Regel ab dem 1. April 2026 greifen. Zusätzlich hielt PAGCOR fest, dass für betroffene GSAs jeweils der höhere Betrag aus Mindestgebühr oder anwendbarer prozentualer Lizenzabgabe fällig wird. Wer Electronic Casino Games ohne vorherige Erklärung und Genehmigung anbietet, muss laut Regelwerk mit Verwaltungsstrafen bis hin zur Aussetzung oder Aufhebung der Akkreditierung rechnen.
Der Aufschub zeigt, wie sensibel der philippinische Online Markt inzwischen geworden ist
Die Entscheidung ist auch deshalb relevant, weil PAGCOR den digitalen Markt zuletzt selbst als zentralen Wachstumstreiber beschrieben hat. In den Zahlen für das dritte Quartal 2025 lagen Electronic Games bei rund 41,95 Milliarden Peso Bruttospielertrag und damit fast auf dem Niveau der gesamten übrigen lizenzierten Nicht Casino Segmente zusammen. Zugleich erklärte PAGCOR Ende Januar 2026, dass sich das Spielverhalten weiter von landbasierten Casinos in Richtung digitaler und onlinebasierter Angebote verschiebt. Wenn der Regulierer in so einer Phase fixe Mindestabgaben erst einführt und dann kurz vor dem Start wieder verschiebt, ist das mehr als eine technische Gebührenmeldung. Es zeigt, dass selbst ein wachsender Online Markt unter makroökonomischem Druck regulatorisch nachjustiert werden muss.
Für Betreiber ist das vor allem eine Kostenfrage. Höhere fixe Mindestabgaben treffen nicht nur kleine und mittlere Plattformen, sondern verändern auch Kalkulationen für Produktmix, Expansion und Kundengewinnung. Genau dort wird die Nachricht auch für Spieler indirekt relevant, weil zusätzlicher Kostendruck später oft zuerst bei Marketing und Casino Bonus Budgets sichtbar wird. Dass PAGCOR den Start nun auf Juni schiebt, verschafft der Branche kurzfristig Luft. Der eigentliche Kurs bleibt aber bestehen. Die Philippinen wollen den Online Markt stärker formalisieren, finanziell enger kontrollieren und die Abgabenbasis verbreitern, nur eben nicht mehr sofort zum 1. April.