Frankreichs ANJ verschärft den Druck bei Jugend und Suchtprävention

Frankreichs Glücksspielaufsicht ANJ erhöht den regulatorischen Druck auf den gesamten Markt. Die Behörde hat zwischen November 2025 und März 2026 die Präventionspläne aller relevanten Glücksspielsegmente geprüft, darunter die 2 Monopolanbieter, 17 lizenzierte Online Anbieter, 210 Casinos und Spielclubs sowie 231 Rennbahnen. Zwar erkennt die ANJ Fortschritte an, verlangt nun aber zusätzliche Maßnahmen, damit die Zahl der exzessiven Spieler bis 2027 spürbar sinkt. Die Behörde macht damit klar, dass Prävention in Frankreich nicht mehr nur als formale Pflicht behandelt wird, sondern als messbares Aufsichtsziel mit konkreten Nachschärfungen für den gesamten Sektor.

Die ANJ verlangt mehr Nachweise, mehr Erkennung und mehr Kontrolle

In ihrer Mitteilung vom 3. April betont die ANJ, dass problematisches Spiel und Glücksspiel von Minderjährigen zu den größten Risiken des französischen Marktes zählen. Die Behörde verweist auf Schätzungen des OFDT für 2024, nach denen es in Frankreich rund 1,17 Millionen problematische Spieler gibt, darunter 360.000 exzessive Spieler. Zusätzlich zeigt eine von ARPEJ mit Unterstützung der ANJ durchgeführte Erhebung, dass 42,6 Prozent der befragten 15 bis 17 Jährigen im Jahr 2025 mindestens einmal um Geld gespielt haben, nach 34,8 Prozent im Jahr 2021. Vor diesem Hintergrund fordert die ANJ von den Anbietern nicht nur bessere Konzepte, sondern messbare Ergebnisse. Vor allem die 17 Online Betreiber sollen mehr exzessive Spieler identifizieren, ihre Erkennungssysteme enger an Prävalenzdaten und Größe ihres Kundenbestands ausrichten und die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen nachweisbar verbessern. Die Behörde kündigt zugleich an, dass die tatsächliche Umsetzung durch Kontrollen überprüft werden kann.

Für den Online Markt ist das besonders relevant, weil die ANJ hier zwar Fortschritte sieht, aber noch keine ausreichende Zielerreichung. Laut Behörde ist die Zahl der von Online Anbietern erkannten exzessiven oder pathologischen Spieler zwischen 2024 und 2025 von 31.000 auf 89.000 gestiegen. Trotz dieser Verdreifachung verlangt die Aufsicht weitere Schritte, weil die identifizierten Fälle aus ihrer Sicht noch nicht ausreichend zur Marktgröße passen. Im stationären Bereich fällt das Urteil ebenfalls gemischt aus. Bei den Casinos und Spielclubs erkennt die ANJ Verbesserungen bei Identifikation, Begleitung und Kooperation mit Suchtberatungsstellen, kritisiert aber, dass viele Häuser noch immer zu wenige problematische Spieler erkennen und begleiten. Von den geprüften Casino Plänen wurde sogar einer abgelehnt. Auch im Rennbahnsektor verlangt die Behörde strengere Trennung von Familienbereichen und Wettzonen sowie mehr Schutz vor indirekter Heranführung Minderjähriger an Glücksspiele.

Die Aufsicht verschiebt den Markt stärker in Richtung überprüfbarer Schutzsysteme

Die Aufsicht verschiebt den französischen Markt damit stärker in Richtung überprüfbarer Schutzsysteme. Es geht nicht mehr nur um formale Präventionspläne, sondern um erkennbare Eingriffe, dokumentierte Risikosignale und nachweisbare Wirkung bei Jugend und Suchtprävention. Für Betreiber bedeutet das mehr Druck auf Identitätsprüfung, Früherkennung und interne Kontrollprozesse. Für Spieler zeigt der Schritt, wie deutlich sich streng regulierte Märkte von Angeboten unterscheiden, die außerhalb solcher Aufsichtssysteme laufen. Genau dort setzt auch die Debatte um Online Casino ohne Lizenz an, weil bei nicht lokal regulierten Angeboten zentrale Vorgaben zu Prävention, Kontrolle und behördlicher Durchsetzung oft deutlich schwächer ausfallen. Die ANJ macht nun klar, dass Frankreich bis 2027 sichtbare Resultate sehen will und nicht nur bessere Absichtserklärungen.