Der legale Online-Glücksspielmarkt in den Niederlanden wächst nicht mehr. Das schreibt die Kansspelautoriteit in ihrer Monitoringsrapportage voorjaar 2026, die am 16. April 2026 veröffentlicht wurde. Nach Angaben der Aufsicht lag das Bruttospielergebnis im zweiten Halbjahr 2025 bei 602 Millionen Euro, nach 600 Millionen Euro im Halbjahr davor. Pro Monat blieb der Markt damit bei rund 100 Millionen Euro. Gegenüber 2024 ging das BSR laut KSA sogar um etwa 18 Prozent zurück. Die zentrale Botschaft der Behörde ist damit klar: Der legale Markt stagniert.
Der legale Markt hält Spieler, aber nicht das Geld
Die auffälligste Zahl der neuen KSA-Studie betrifft die Kanalisierung. Nach Spielern liegt sie weiter bei rund 91 Prozent. Das heißt, die große Mehrheit der niederländischen Spieler nutzt ausschließlich legale Anbieter. Nach Geld sieht das Bild aber deutlich schlechter aus. Die KSA beziffert die Kanalisierung dort nur auf 53 Prozent. Daraus folgt im Umkehrschluss, dass 47 Prozent des Geldes und damit fast die Hälfte des Online-Glücksspielvolumens bei Online Casinos ohne Lizenz landet. Die Behörde vermutet, dass Spieler bei illegalen Angeboten deutlich höhere Verluste erleiden, weil dort weniger oder gar kein Spielerschutz greift.
Auch die übrigen Marktdaten passen zu diesem Befund. Die KSA schätzt, dass in der zweiten Hälfte 2025 rund 500.000 Menschen pro Monat bei legalen Online-Anbietern gespielt haben. Gleichzeitig stieg die Zahl der monatlich genutzten Accounts auf 1,38 Millionen, nach 1,29 Millionen im ersten Halbjahr 2025. Die Behörde sieht einen wahrscheinlichen Zusammenhang mit der Nettostortingsgrenze, die im Oktober 2024 eingeführt wurde. Wer pro Account weniger einzahlen kann, ohne Einkommensdaten zu teilen, verteilt sein Spielverhalten offenbar stärker auf mehrere Konten. Das erklärt auch, warum die Zahl der Accounts steigt, ohne dass die Zahl der Spieler im gleichen Maß zunimmt.
Verluste steigen wieder leicht, junge Erwachsene bleiben überrepräsentiert
Beim durchschnittlichen Verlust zeigt der KSA-Bericht ein gemischtes Bild. Seit Einführung der Schutzmaßnahmen war der monatliche Verlust pro Spieler zunächst gesunken. In der zweiten Hälfte 2025 stieg er aber wieder leicht an. Anfang 2025 lag der durchschnittliche Verlust pro Spieler noch bei 117 Euro pro Monat, bis Ende 2025 stieg dieser Wert auf 124 Euro. Die KSA weist darauf hin, dass dabei bereits berücksichtigt ist, dass viele Spieler mehrere Anbieter nutzen und nicht in jedem Monat aktiv sind. Der legale Markt ist also nicht gewachsen, die Verluste pro Spieler haben sich aber wieder nach oben bewegt.
Besonders auffällig bleibt die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. Junge Erwachsene machten in der zweiten Hälfte 2025 22 Prozent der genutzten Accounts aus, obwohl sie nur 9,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung stellen. Pro genutztem Spieleraccount verlieren sie mit durchschnittlich 34 Euro pro Monat zwar weniger als ältere Erwachsene mit 73 Euro. Trotzdem bleibt ihr Anteil am Markt hoch. Laut KSA setzen junge Erwachsene außerdem relativ häufiger auf Sportwetten als die übrige Spielerschaft. Für die niederländische Regulierung ist das ein zusätzlicher Warnhinweis, weil die Marktstagnation nicht mit einer klaren Entspannung bei den Risikogruppen einhergeht.