Microsoft rollt für die Copilot-App unter Windows 11 eine neue Docking-Option aus. Copilot lässt sich damit links oder rechts am Bildschirmrand anheften. Offene App-Fenster verkleinern sich automatisch und nutzen den verbleibenden Bereich des Desktops. Die Änderung wurde am 24. Mai 2026 in einer aktuellen Version der Copilot-App beobachtet und erscheint schrittweise bei Nutzern. Damit rückt Microsoft Copilot wieder näher an die Windows-Oberfläche heran, nachdem Copilot zuletzt stärker als eigenständige App auftrat. Eine offizielle Microsoft-Dokumentation mit Rollout-Plan liegt bislang nicht vor.
Copilot erhält eigene Layouts neben den Windows Snap Layouts
Standardmäßig öffnet sich Copilot weiterhin als normale App. Das neue Menü in der Titelleiste zeigt mehrere Layouts. Nutzer können Copilot als App-Fenster, als Picture-in-Picture-Fenster oder als angedocktes Panel links oder rechts nutzen. Die neuen Einträge ähneln optisch den Snap Layouts von Windows 11, gehören aber zur Copilot-Oberfläche.
Bei aktivem Docking bleibt Copilot fest am Rand sichtbar. Windows 11 passt den restlichen Desktop automatisch an. Selbst ein maximiertes Explorer-Fenster wird verkleinert, damit Platz für das Copilot-Panel entsteht. Das Verhalten erinnert an die ursprüngliche Windows-Copilot-Seitenleiste. Microsoft hatte Windows Copilot 2023 als festen Begleiter neben Apps, Programmen und Fenstern vorgestellt. Später ersetzte Microsoft diese Einbindung durch eine eigenständige Copilot-App.
Der neue Ansatz bringt diese Idee zurück, bietet aber mehr Wahlmöglichkeiten. Copilot kann als normales Fenster laufen, im Vordergrund schweben oder dauerhaft am linken beziehungsweise rechten Rand bleiben. Zur technischen Umsetzung macht Microsoft bislang keine Angaben. Auch ein klassischer Windows-Update-Eintrag mit Build-Nummer liegt für diese konkrete Docking-Ansicht nicht vor.
Docking passt zu Copilot Vision und kostet Bildschirmfläche
Der neue Docking-Modus passt zu Microsofts Ausbau von Copilot Vision. Microsoft beschreibt Copilot Vision als Opt-in-Funktion zum Teilen ausgewählter App- oder Browserfenster mit Copilot. Bei aktiver Sitzung kann Copilot sichtbare Inhalte analysieren, Fragen beantworten und einzelne Schritte erklären. Eine feste Seitenleiste kann dabei hilfreich sein, weil Chat, Vision-Status und Antworten dauerhaft sichtbar bleiben.
Microsoft nennt für Copilot Vision selbst klare Grenzen. Copilot Vision nimmt keine Aktionen am PC vor. Die Funktion kann Hinweise geben, Bereiche hervorheben und erklären, aber nicht selbst klicken, schreiben oder scrollen. Für die neue Docking-Option fehlt bisher eine Bestätigung zu einem automatischen Wechsel bei aktiver Vision-Sitzung. Deshalb bleibt offen, ob Copilot Vision Copilot künftig selbst an den Desktop-Rand setzt.
Für Nutzer entsteht damit ein klarer Kompromiss. Auf kleinen Notebook-Displays kann die Seitenleiste Arbeitsfläche kosten. Auf breiten Monitoren kann sie Copilot ohne manuelles Fensterziehen sichtbar halten. Wer Copilot nicht dauerhaft am Rand sehen möchte, kann beim normalen App-Fenster oder Picture-in-Picture bleiben. Die Auswahl kann deshalb fehlen, obwohl Windows 11 selbst aktuell ist. Microsoft positioniert Copilot damit erneut stärker als Desktop-Begleiter, gibt Nutzern diesmal aber mehr Kontrolle über die Darstellung.