Microsoft macht die NPU-Nutzung in Windows 11 sichtbar und erweitert den Task-Manager um neue Anzeigen für lokale KI-Hardware. Die Änderung steht im Windows Message Center und gehört zum aktuellen Juni-Preview-Update für Windows 11. Für Nutzer neuer Windows 11-Geräte ist das mehr als eine kleine Systemanzeige. Der Task-Manager zeigt künftig genauer, welche Apps den KI-Chip nutzen und welche Neural Engine die Arbeit übernimmt.
Microsoft nennt die neue Funktion ausdrücklich für PCs mit einer Neural Processing Unit, kurz NPU. Diese Chips stecken in vielen aktuellen AI-PCs und in Copilot+-PCs. Sie sollen KI-Aufgaben lokal und effizient ausführen. Dazu zählen Kameraeffekte, Sprachfunktionen, lokale KI-Modelle, Hintergrundverarbeitung und App-Funktionen mit maschinellem Lernen. Bisher war für viele Nutzer schwer zu erkennen, ob eine App wirklich die NPU nutzt oder ob CPU und GPU die Last tragen.
Der Windows 11 Task-Manager schließt diese Lücke nun teilweise. Auf den Seiten Prozesse, Benutzer und Details erscheinen optionale Spalten für NPU und NPU Engine. Auf der Seite Details kommen zusätzlich NPU Dedicated Memory und NPU Shared Memory hinzu. Nutzer aktivieren die Spalten per Rechtsklick auf eine vorhandene Spaltenüberschrift im Task-Manager.
Auch GPU-Hardware wird besser abgebildet. Microsoft aktualisiert die vorhandene Spalte GPU Engine. KI-Workloads auf einer Neural Engine innerhalb der GPU erscheinen dadurch in den Prozessansichten. Auf der Leistungsseite tauchen Neural Engines von NPU und GPU auf. Windows 11 soll damit ein vollständigeres Bild von KI-bezogener Systemaktivität liefern.
Microsoft macht KI-Last einzelner Apps sichtbar
Die wichtigste Neuerung liegt nicht in der reinen Prozentanzeige. Entscheidend ist die Zuordnung zu Apps, Benutzern und Engines. Wer eine Videokonferenz startet, eine lokale KI-App nutzt oder einen Bildgenerator testet, kann die NPU-Auslastung künftig gezielter prüfen. Das hilft bei Performance-Problemen. Es hilft auch bei der Frage, ob eine Anwendung die beworbene KI-Hardware wirklich nutzt.
Für Notebook-Nutzer ist das besonders relevant. NPU-Workloads sollen im Vergleich zu CPU- oder GPU-Berechnungen effizienter laufen. Microsoft beschreibt NPUs als Hardware für KI-intensive Prozesse auf dem Gerät. Solche Aufgaben können bei richtiger Nutzung Akkulaufzeit sparen und das System entlasten. Wenn die NPU dauerhaft aktiv ist, kann der Task-Manager nun aber auch zeigen, welche App die Last verursacht.
| Task-Manager-Bereich | Neue Anzeige | Praktischer Nutzen |
|---|---|---|
| Prozesse | NPU und NPU Engine | Zeigt KI-Last einzelner Apps |
| Benutzer | NPU und NPU Engine | Zeigt KI-Last pro Konto |
| Details | NPU, NPU Engine, NPU Dedicated Memory, NPU Shared Memory | Hilft bei genauer Diagnose |
| Leistung | Neural Engines von NPU und GPU | Macht KI-Hardware als Ressource sichtbar |
| GPU Engine | Neural-Engine-Workloads auf GPU-Hardware | Ordnet KI-Arbeit besser der GPU zu |
Die Änderung macht AI-PCs im Alltag greifbarer. Hersteller werben seit Monaten mit TOPS, Copilot+, lokaler KI und NPU-Leistung. Nutzer sahen bisher aber oft nur vage Vorteile. Der Task-Manager übersetzt diese Versprechen in eine bekannte Windows-Ansicht. Wer ein neues Notebook kauft, kann künftig eher prüfen, ob die teurere KI-Hardware tatsächlich genutzt wird.
Das betrifft auch Softwareanbieter. Entwickler müssen ihre Anwendungen gezielt auf NPU, GPU oder CPU ausrichten. Microsoft verweist bei lokaler KI auf Windows ML und Execution Provider. Die neue Sichtbarkeit im Task-Manager macht Fehlkonfigurationen leichter erkennbar. Eine App kann zwar mit KI werben, trotzdem aber auf CPU oder GPU laufen. Die neuen Spalten zeigen diesen Unterschied deutlicher.
Für Unternehmen kommt ein zweiter Punkt hinzu. IT-Teams können auf kompatiblen Geräten prüfen, welche Anwendungen NPU-Last erzeugen. Das ist wichtig bei Rollouts von AI-PCs, bei Akkuproblemen und bei Supportfällen. Wenn eine App nach einem Update plötzlich KI-Hardware belastet, taucht diese Last nicht mehr nur als allgemeine Systemaktivität auf.
- Nutzer erkennen besser, welche App lokale KI-Hardware auslastet.
- Administratoren können Akku- und Performance-Probleme auf AI-PCs genauer eingrenzen.
- Entwickler sehen schneller, ob ihre App die gewünschte Engine anspricht.
- Käufer bekommen ein messbares Signal für den Nutzen einer NPU im Windows-Alltag.
Juni-Preview-Update rollt für Windows 11 26H1, 25H2 und 24H2 aus
Microsoft hat das Juni-2026-Preview-Update am 23. Juni 2026 für Windows 11 Version 26H1, 25H2 und 24H2 bereitgestellt. Für Windows 11 Version 26H1 nennt Microsoft KB5095091 mit OS Build 28000.2340. Für Windows 11 Version 25H2 und 24H2 nennt Microsoft KB5095093 mit den OS Builds 26200.8737 und 26100.8737.
Der Rollout läuft nicht überall gleichzeitig. Microsoft beschreibt zwei Phasen. Beim stufenweisen Rollout erreichen neue Funktionen Geräte nach und nach. Beim normalen Rollout verteilt Microsoft breiter an geeignete Systeme. Deshalb kann ein passender PC das Update bereits installiert haben, ohne sofort jede sichtbare Neuerung zu zeigen.
| Version | Update | Wichtig für Nutzer |
|---|---|---|
| Windows 11 26H1 | KB5095091, Build 28000.2340 | Preview-Update vom 23. Juni 2026 |
| Windows 11 25H2 | KB5095093, Build 26200.8737 | Preview-Update vom 23. Juni 2026 |
| Windows 11 24H2 | KB5095093, Build 26100.8737 | Preview-Update vom 23. Juni 2026 |
| Geräte ohne NPU | Keine echte NPU-Auslastung sichtbar | Task-Manager bleibt bei KI-Hardware begrenzt |
| Copilot+-PCs und AI-PCs | Neue NPU- und Neural-Engine-Anzeigen möglich | Nutzen hängt von Update, Treibern und App-Unterstützung ab |
Die neuen Anzeigen sind an die Hardware gebunden. Ein klassischer Desktop-PC ohne NPU bekommt keine magische KI-Beschleunigung durch das Update. Auch ein Gerät mit NPU braucht passende Treiber und Anwendungen, die diese Hardware ansprechen. Eine dauerhaft leere NPU-Spalte bedeutet deshalb nicht automatisch einen Fehler. Sie kann auch zeigen, dass gerade keine geeignete KI-Aufgabe läuft.
Microsoft nennt im Zusammenhang mit dem Update auch weitere KI-relevante Änderungen. Dazu zählt eine verbesserte Speicherverwaltung im Graphics Kernel. Diese soll PCs mit mehr als 32 GB Arbeitsspeicher helfen, größere lokale KI-Modelle auszuführen. Das passt zur breiteren Entwicklung: Windows 11 wird stärker auf lokale KI, NPUs, GPUs und neue Speicheranforderungen ausgerichtet.
Der Hardware-Trend zeigt sich auch außerhalb von Windows. Samsung UFS 5.0 steht für schnelleren Speicher im On-Device-KI-Kontext. Bei PCs verlagert sich die Debatte von reiner CPU-Leistung zu einer Kombination aus CPU, GPU, NPU, Arbeitsspeicher und Softwareunterstützung. Der Task-Manager wird dadurch zu einem wichtigeren Diagnosewerkzeug.
Nutzer sollten nach der Installation zuerst prüfen, ob das System wirklich auf einem unterstützten Build läuft. Danach lohnt sich ein Blick in den Task-Manager. Die neuen Spalten erscheinen nicht zwingend automatisch. Sie müssen über die Spaltenauswahl eingeblendet werden. Danach sollte ein echter KI-Workload laufen, etwa ein NPU-gestützter Kameraeffekt, eine lokale KI-App oder eine Anwendung mit Windows-ML-Unterstützung.
Für ältere Systeme bleibt die strategische Frage offen. Wer noch Windows 10 nutzt, sieht solche AI-PC-Funktionen nicht. Unsere Windows 10 ESU-Entscheidungshilfe ordnet ein, wann Sicherheitsverlängerung, Hardwarekauf oder Windows-11-Umstieg sinnvoll sein können. Wer bereits Windows 11 nutzt, sollte Preview-Updates trotzdem bewusst installieren. Sie bringen neue Funktionen früher, können aber auch neue Probleme sichtbar machen. Ein Beispiel sind frühere Windows 11 KB5094126-Probleme mit Office und Explorer.
Der beste aktuelle Stand lautet: Microsoft macht lokale KI-Hardware in Windows 11 messbarer. Die neuen NPU- und Neural-Engine-Anzeigen im Task-Manager starten auf geeigneten Geräten mit dem Juni-Preview-Update oder später und helfen Nutzern, App-Last, Akkuprobleme und den echten Nutzen von AI-PC-Hardware besser einzuordnen.