Google startet Chrome 152 Beta mit neuen Web-Schnittstellen

Google hat Chrome 152 am Donnerstag, 30. Juli 2026, in den Beta-Kanal verschoben. Die neue Version bringt Schnittstellen für Leistungsdaten, Netzwerkregeln und Progressive Web Apps. Google entfernt zugleich eine ältere Privacy-Sandbox-API.

Die Beta steht für Android, ChromeOS, Linux, macOS und Windows bereit. Reguläre Chrome-Nutzer bleiben zunächst bei Chrome 151. Chrome 152 soll nach dem aktuellen Zeitplan am 25. August den stabilen Kanal erreichen.

Das Update richtet sich vor allem an Webentwickler und Betreiber komplexer Webanwendungen. Viele Neuerungen verändern keine sichtbaren Bedienelemente des Browsers. Sie geben Webseiten und installierten Web-Apps zusätzliche Informationen oder mehr Kontrolle über ihre Ausführung.

Weitere Meldungen zu neuen Browserfunktionen erscheinen im Bereich Chrome-Updates. Google plant ab September zusätzlich einen schnelleren Veröffentlichungsrhythmus. Neue Hauptversionen sollen dann im Abstand von zwei Wochen erscheinen.

Die wichtigsten Änderungen in Chrome 152 Beta:

  • CPU Performance API: Webanwendungen können die Leistungsklasse des Prozessors abfragen.
  • Connection Allowlists: Webseiten können Verbindungen auf ausdrücklich erlaubte Server beschränken.
  • PWA-Benachrichtigungen: macOS ordnet Mitteilungen direkt der installierten Web-App zu.
  • Neue Medienzustände: CSS kann laufende, pausierte, stumme oder puffernde Medien erkennen.
  • WebGPU-Erweiterung: Entwickler erhalten mehr Kontrolle über Subgroup-Größen in Compute-Shadern.
  • Neue Eingabefunktionen: Das globale HTML-Attribut autocorrect wird für Webentwickler verfügbar.
  • Privacy-Sandbox-Abbau: Google entfernt die Private Aggregation API.
Chrome-152-FunktionAufgabePraktische Bedeutung
CPU Performance APILeistungsklasse des Prozessors meldenangepasste Grafik und Berechnungen
Connection Allowlistsexterne Netzwerkziele begrenzenweniger unerwünschte Serververbindungen
PWA-BenachrichtigungenBenachrichtigungen einer Web-App zuordnenbessere Integration unter macOS
Medien-PseudoklassenZustand von Audio und Video per CSS erkenneneinfachere Medienoberflächen
OpaqueRangeTextbereiche in Eingabefeldern adressierenHinweise und Markierungen in Textfeldern
WebGPU Subgroup Size ControlGröße von Shader-Untergruppen festlegenOptimierungen für KI und Berechnungen
Private Aggregation APIaggregierte Privacy-Sandbox-Daten verarbeitenwird aus Chrome entfernt

Neue APIs steuern Leistung, Verbindungen und PWA-Mitteilungen

Die neue CPU Performance API meldet einer Webanwendung die Leistungsklasse des verwendeten Prozessors. Eine Seite kann daraufhin Animationen, Berechnungen oder visuelle Effekte an das Gerät anpassen.

Ein leistungsstarker Rechner kann aufwendigere Funktionen aktivieren. Ein schwächeres Gerät kann eine sparsamere Variante laden. Die API nennt keine genaue Prozessorbezeichnung. Sie liefert nur eine grobe Leistungsstufe.

Nutzer können den gemeldeten Wert in den Leistungseinstellungen von Chrome überschreiben. Unternehmen erhalten zusätzlich die Richtlinie CpuPerformanceTierOverride. Administratoren können damit eine feste Leistungsklasse für verwaltete Browser vorgeben.

Google empfiehlt eine Kombination mit der Compute Pressure API. Die CPU Performance API beschreibt das grundsätzliche Leistungsniveau. Compute Pressure meldet die aktuelle Auslastung. Eine Web-App kann dadurch sowohl die Geräteklasse als auch kurzfristige Belastung berücksichtigen.

Connection Allowlists führen neue Regeln für ausgehende Verbindungen ein. Ein Server übermittelt eine Liste erlaubter Ziele über einen HTTP-Header. Chrome prüft anschließend jede Verbindung aus einem Dokument oder Worker.

Ein Ziel auf der Liste bleibt erreichbar. Eine Verbindung zu einem nicht freigegebenen Endpunkt wird blockiert. Die Prüfung betrifft Fetch-Anfragen und weitere Web-Schnittstellen mit Netzwerkzugriff.

Die Funktion kann mehrere Sicherheitsziele unterstützen:

  • Datenabflüsse an unbekannte Domains begrenzen
  • kompromittierte Skripte an externen Verbindungen hindern
  • Netzwerkzugriffe großer Webanwendungen dokumentieren
  • interne Unternehmensanwendungen auf feste Server beschränken
  • unerwartete Drittanbieter-Verbindungen früh erkennen

Webseitenbetreiber müssen ihre Regeln sorgfältig pflegen. Eine unvollständige Liste kann legitime Inhalte, Analysewerkzeuge oder Programmierschnittstellen blockieren. Besonders Anwendungen mit vielen externen Diensten benötigen vor dem Einsatz umfangreiche Tests.

Installierte Progressive Web Apps erhalten unter macOS eine bessere Integration. Das Benachrichtigungszentrum zeigt künftig Name und Symbol der jeweiligen PWA. Bislang erschienen solche Mitteilungen häufig unter Google Chrome.

Die Änderung erleichtert die Zuordnung mehrerer installierter Web-Apps. Nachrichten aus einem Webmailer, Kalender oder Kommunikationstool erscheinen unter der Identität der jeweiligen Anwendung.

macOS kontrolliert die dauerhafte Anzeige der Mitteilungen. Chrome unterstützt deshalb das Feld requireInteraction für PWA-Benachrichtigungen unter macOS nicht mehr. Die Badging API benötigt außerdem eine Benachrichtigungsberechtigung.

Unternehmen müssen zusätzliche MDM-Einstellungen beachten. Eine Chrome-Richtlinie allein reicht nicht für eine automatische Freigabe. Das macOS-Profil muss auch die individuelle Bundle-ID der PWA erlauben.

Chrome 152 erweitert CSS und entfernt eine Privacy-Sandbox-API

Chrome 152 ergänzt mehrere CSS-Funktionen für interaktive Webseiten. Neue Medien-Pseudoklassen erkennen den aktuellen Zustand eines Audio- oder Videoelements. Dazu gehören :playing, :paused, :seeking, :buffering, :stalled und :muted.

Eine Webseite kann ihre Oberfläche dadurch ohne zusätzliche JavaScript-Abfragen anpassen. Ein Player kann während des Pufferns einen Hinweis einblenden. Eine stumme Wiedergabe kann ein anderes Symbol erhalten. Die Arbeit an diesen Pseudoklassen gehört zum Browserprojekt Interop 2026.

Das globale HTML-Attribut autocorrect wird ebenfalls zugänglich. Entwickler können die automatische Textkorrektur in Eingabefeldern, Textbereichen und editierbaren Seitenelementen gezielt aktivieren oder deaktivieren.

Weitere CSS-Neuerungen umfassen:

  • relative Transparenzwerte mit der alpha()-Funktion
  • erweiterte CSSPseudoElement-Unterstützung
  • Zugriff auf ::backdrop und ::scroll-marker
  • verbesserte Steuerung laufender View Transitions
  • die standardisierte Eigenschaft window-drag für Desktop-PWAs

window-drag ersetzt die bisherige Eigenschaft app-region. Installierte Desktop-Web-Apps können eigene Bereiche als verschiebbare Titelleiste definieren. Ein Nutzer kann das Fenster anschließend an diesen Flächen bewegen.

Die neue Schnittstelle OpaqueRange adressiert Text innerhalb eines Eingabefeldes. Entwickler können Positionen berechnen, Hervorhebungen anzeigen und Hinweise neben Textstellen verankern. Die eigentliche Struktur des Dokuments bleibt abgeschirmt.

WebGPU erhält die optionale Funktion subgroup-size-control. Compute-Shader können eine gewünschte Subgroup-Größe festlegen. Die Funktion richtet sich vor allem an rechenintensive Anwendungen und KI-Workloads mit gezielten Hardwareoptimierungen.

Chrome 152 erweitert auch Isolated Web Apps. Eine Hauptanwendung kann mehrere Unteranwendungen mit eigenen Namen, Symbolen und Dateizuordnungen installieren. Ein neuer unframed-Modus entfernt normale Fensterränder und Titelleisten. ChromeOS erlaubt zusätzlich nicht rechteckige Fensterformen.

Bei den Medienfunktionen kommt das Feld encryptionScheme hinzu. Streaminganwendungen können prüfen, ob ein Gerät ein bestimmtes Verschlüsselungsschema unterstützt. Eine weitere Option signalisiert bei Bildschirmübertragungen den Wunsch nach einer gemeinsamen Audioaufnahme.

Google beginnt zugleich mit dem Abbau weiterer Privacy-Sandbox-Technik. Chrome 152 entfernt die Private Aggregation API. Die Schnittstelle war nur über Shared Storage und Protected Audience zugänglich. Google plant auch für diese beiden APIs eine Einstellung.

Für clientseitiges XSLT startet ein vorgezogener Origin Trial. Webseitenbetreiber können die Übergangslösung bereits testen. Chrome soll XSLT erst mit Version 158 standardmäßig deaktivieren. Der Test verlängert den möglichen Migrationszeitraum für betroffene Seiten.

Die Änderungen betreffen vor allem ältere Unternehmensanwendungen, spezielle XML-Oberflächen und gewachsene Websysteme. Moderne Webseiten verwenden clientseitiges XSLT nur selten. Betreiber betroffener Anwendungen sollten die Beta dennoch früh prüfen.

Chrome 152 bleibt bis zum geplanten Stable-Start am 25. August im Test. Google kann einzelne Funktionen vor der Veröffentlichung ändern, verschieben oder deaktivieren. Der Beta-Kanal eignet sich deshalb vor allem für Entwickler, Administratoren und frühe Kompatibilitätstests.