KSA: 11 Prozent der Glücksspielkonten von 18-Jährigen entstehen am Geburtstag

Die niederländische Kansspelautoriteit (KSA) hat am 20. August 2026 neue Daten zum Glücksspielverhalten junger Erwachsener veröffentlicht. Besonders auffällig ist der Zeitpunkt der Registrierung: 11 Prozent der Glücksspielkonten von 18-Jährigen werden exakt am 18. Geburtstag eröffnet. Weitere 38 Prozent entstehen innerhalb eines Monats nach dem Geburtstag. Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung von Spielerkonten bei legalen niederländischen Online-Anbietern.

Die Ergebnisse zeigen einen schnellen Übergang von Minderjährigkeit zu legalem Online Glücksspiel. In den Niederlanden dürfen Menschen ab 18 Jahren an Glücksspielen teilnehmen. Die KSA sieht junge Erwachsene trotzdem als besonders schutzbedürftige Gruppe. Die neuen Daten ergänzen die laufende Aufsicht über Glücksspiel und Spielerschutz im regulierten niederländischen Markt.

KSA sieht auffällig viele neue Konten direkt nach dem 18. Geburtstag

Für die detaillierte Verhaltensanalyse untersuchte die KSA Konten aus der eigenen Kontrolldatenbank. Diese Datenbank enthält Informationen zu Spielerkonten aller niederländischen Lizenznehmer für Online-Glücksspiel. Der Hauptdatensatz umfasste 15.761 neue Konten mit Spieleinsätzen. Davon gehörten 5.244 zu jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren. 2.144 Konten gehörten 18-Jährigen.

Damit entfielen 14 Prozent aller untersuchten Konten auf 18-Jährige. Innerhalb der Gruppe der jungen Erwachsenen lag ihr Anteil sogar bei 41 Prozent. Für die Analyse des Registrierungszeitpunkts zog die KSA zusätzliche Daten aus mehreren Monaten der Jahre 2024 und 2025 heran. Das Ergebnis blieb über den untersuchten Zeitraum weitgehend stabil. Durchschnittlich 11 Prozent der Konten wurden am Geburtstag eröffnet und 38 Prozent innerhalb des ersten Monats nach Erreichen der Volljährigkeit.

Die KSA nennt als mögliche Erklärung, dass ein Teil der Jugendlichen bereits vor dem 18. Geburtstag mit Glücksspiel in Kontakt gekommen sein könnte und auf die Möglichkeit eines eigenen Kontos gewartet hat. Die Behörde stellt diese Erklärung ausdrücklich als mögliche Ursache dar und nicht als nachgewiesenen Zusammenhang.

Auch das Spielverhalten der 18-Jährigen fällt auf. Sie spielten in den ersten drei Monaten auf neuen Konten häufiger und über mehr Monate als die Gruppe der 19- bis 24-Jährigen. Bei Konten mit Aktivität in allen drei untersuchten Monaten lag der Median bei 12 Spieltagen pro Monat. Bei den 19- bis 24-Jährigen waren es acht Tage.

Beim eingesetzten Geld zeigte sich dagegen das umgekehrte Bild. 18-Jährige setzten im ersten Spielmonat im Median 88 Euro pro Konto ein. Bei den 19- bis 24-Jährigen waren es 193 Euro. Die jüngste Gruppe spielte damit häufiger, setzte pro Konto aber weniger Geld ein.

Junge Erwachsene starten häufiger mit Casinospielen als mit Sportwetten

Die Untersuchung korrigiert außerdem eine bisherige Annahme der KSA. Die Behörde ging zuvor davon aus, dass Sportwetten für junge Erwachsene häufig den Einstieg in Online-Glücksspiel bilden und später ein Wechsel zu Casinospielen erfolgt. Die neuen Kontodaten stützen dieses Muster nicht.

Bei jungen Erwachsenen starteten 72 Prozent der untersuchten Konten ausschließlich mit Casinospielen. Nur 11 Prozent begannen ausschließlich mit Sportwetten. Auch unter 18-Jährigen waren Casinospiele die häufigste Kategorie. Bei 66 Prozent ihrer Konten wurden im ersten Spielmonat Casinospiele genutzt. Auf 26 Prozent der Konten kamen sowohl Sportwetten als auch Casinospiele zum Einsatz.

Parallel veröffentlichte die KSA zwei weitere Untersuchungen zu Minderjährigen. Ein qualitatives Forschungsprojekt zeigt, dass Kinder bereits vor dem gesetzlichen Mindestalter mit Glücksspiel in Berührung kommen. Genannt werden unter anderem gemeinsam genutzte Konten älterer Freunde oder Familienmitglieder, Rubbellose und Glücksspiel im sozialen Umfeld.

Eine weitere Untersuchung unter niederländischen MBO-Schülern zeigt ebenfalls frühe Kontakte. Zwar gaben 68 Prozent der befragten Schüler an, überhaupt nicht zu spielen. Unter den minderjährigen Schülern erklärten jedoch 28 Prozent, innerhalb des vergangenen Jahres an Glücksspielen teilgenommen zu haben. Besonders häufig wurden Rubbellose, Bingo und Spielautomaten genannt.