Die deutsche Glücksspielaufsicht will den Kampf gegen nicht lizenzierte Online Anbieter deutlich intensivieren. Dabei setzt sie verstärkt auf internationale Zusammenarbeit und die Unterstützung legaler Betreiber.
Gemeinsame Strategie gegen den wachsenden Schwarzmarkt
Auf der internationalen Glücksspielmesse ICE in Barcelona präsentierte sich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder als zentrale Anlaufstelle im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel. Die Veranstaltung wurde gezielt genutzt, um mit Anbietern, Technologiepartnern und Regulierungsstellen aus aller Welt in den Austausch zu treten und neue Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.
Im Rahmen eines Branchentreffens stellte die Behörde ihre aktuelle Strategie vor. Ziel ist es, mit einem abgestimmten Maßnahmenpaket gezielt Druck auf illegale Anbieter auszuüben. Dazu zählen unter anderem Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden, IP-Sperren sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Werbung für nicht lizenzierte Angebote.
Nach Einschätzung der Aufsicht ist der Handlungsbedarf hoch. Schätzungen zufolge nutzen rund ein Viertel der deutschen Spieler weiterhin illegale Online-Plattformen. Andere Untersuchungen gehen sogar von einem noch größeren Anteil aus. Brisant ist dabei, dass die Teilnahme an nicht erlaubtem Glücksspiel in Deutschland strafbar ist.
Die Behörde sieht deshalb auch die legalen Anbieter in der Verantwortung. Sie sollen ihr Marktverständnis und ihre Reichweite nutzen, um auf illegale Angebote aufmerksam zu machen und deren Attraktivität zu verringern. Nur durch ein gemeinsames Vorgehen von Aufsicht und lizenzierten Unternehmen lasse sich langfristig ein sicherer, stabiler und nachhaltiger Glücksspielmarkt in Deutschland etablieren.