Electronic Arts hat die wichtigsten Gameplay-Änderungen für EA Sports FC 27 erstmals ausführlich vorgestellt. Der am Mittwoch veröffentlichte Gameplay Deep Dive zeigt einen klaren Schwerpunkt: Weniger automatische Hilfe soll Spielern mehr direkte Kontrolle über Angriff, Verteidigung, Pässe und Standardsituationen geben.
Am heutigen Donnerstag, 30. Juli 2026, stehen vor allem die Eingriffe in die defensive KI im Fokus. Computergesteuerte Mitspieler führen im kompetitiven Gameplay deutlich seltener eigene Tacklings aus. Manuelles Verteidigen soll dafür schneller, reichweitenstärker und verlässlicher werden. Auch Angriffsläufe reagieren früher auf freie Räume und die Abseitslinie.
EA begründet den Umbau mit Rückmeldungen aus der Community. Viele Spieler hatten eine zu starke Automatisierung und einen zu hohen Einfluss computergesteuerter Verteidiger kritisiert. FC 27 soll deshalb mehr Aktionen direkt von Eingaben, Timing und Positionierung abhängig machen. Weitere Gaming-Neuheiten setzen ebenfalls zunehmend auf klarere Unterschiede zwischen automatischer Unterstützung und manueller Kontrolle.
Die zentralen Änderungen umfassen:
- Weniger automatische Tacklings: KI-Verteidiger unterstützen überwiegend durch Positionierung und übernehmen seltener die direkte Balleroberung.
- Stärkeres manuelles Verteidigen: Kontrollierte Spieler bewegen sich beim Jockeying schneller und erreichen bei Standtacklings einen größeren Bereich.
- Intelligentere Laufwege: Angreifer erkennen freie Räume früher und nutzen häufiger gebogene Laufwege.
- Neue Kontrolle bei Ecken: Spieler können Empfänger vor der Hereingabe bewegen, abschirmen und gezielt in freie Bereiche schicken.
- Manuellere Pässe und Flanken: Richtung und Stärke der Eingabe erhalten mehr Einfluss auf das Ergebnis.
- Neu gewichtete PlayStyles: Grundattribute sollen wieder stärker zählen und dominante Spezialfähigkeiten verlieren teilweise an Wirkung.
| Gameplay-Bereich | Änderung in FC 27 | Auswirkung |
|---|---|---|
| KI-Verteidigung | weniger Auto-Tacklings und geringere Abfangreichweite | weniger defensive Automatik |
| Manuelle Verteidigung | schnelleres Jockeying und größere Tackling-Reichweite | höherer Wert für Timing und Spielerwechsel |
| Angriffsläufe | bessere Raumerkennung und gebogene Läufe | mehr Optionen abseits des Balls |
| Ecken und Flanken | freie Positionierung und stärker manuelle Hereingaben | größere Vielfalt bei Standards |
| Steilpässe | stärkere Bindung an Richtung und Eingabestärke | höhere Anforderungen an Präzision |
| PlayStyles | geringere Abstände zu normalen Attributen | ausgeglichenere Spielerwerte |
EA reduziert automatische Tacklings und stärkt manuelles Verteidigen
Eine der größten Änderungen betrifft die KI-Verteidigung. In FC 26 konnten computergesteuerte Verteidiger bei geringem Abstand selbstständig einen Tackling-Versuch starten. FC 27 reduziert diesen Automatismus im kompetitiven Gameplay deutlich. KI-Spieler sollen ihre Position halten, Passwege absichern und den ballführenden Gegner begleiten.
Eine direkte Balleroberung bleibt in einigen Situationen möglich. Ein Verteidiger kann einen frei erreichbaren Ball aufnehmen. Ein Angreifer kann den Ball auch durch einen direkten Zusammenstoß verlieren. Die KI startet dabei laut EA jedoch keinen eigenen Tackling-Versuch. Das Spiel unterscheidet stärker zwischen einer Ballreaktion und einer aktiv eingeleiteten Defensivaktion.
EA verkleinert zusätzlich die Reichweite automatischer Abfangaktionen. Ein manuell kontrollierter Verteidiger soll weiter nach einem Pass greifen können als ein KI-gesteuerter Mitspieler. Der Spielerwechsel erhält dadurch mehr Bedeutung. Wer früh auf den passenden Verteidiger wechselt, kann einen Passweg effektiver schließen.
Das manuelle Jockeying wird gleichzeitig schneller. Kontrollierte Verteidiger sollen Richtungswechsel und kurze Bewegungen besser mitgehen können. EA erhöht außerdem die Reichweite manuell ausgelöster Standtacklings. Der Entwickler will dadurch mehrere aktive Fähigkeiten belohnen:
- frühes Erkennen der Angriffsrichtung
- schneller Wechsel auf den passenden Verteidiger
- kontrolliertes Jockeying vor dem Tackling
- gutes Stellungsspiel zwischen Gegner und Tor
- präzises Timing beim Versuch der Balleroberung
Auch die Funktion Teammate Contain verliert an direktem Druck. Ein gerufener KI-Mitspieler hält künftig etwas mehr Abstand zum ballführenden Gegner. Für einen aggressiven Zugriff muss der Nutzer selbst auf diesen Verteidiger wechseln. Dauerhaftes Doppeln mit starker KI-Unterstützung dürfte dadurch schwieriger werden.
Die Änderungen betreffen laut EA zunächst den kompetitiven Gameplay-Stil. Dieser Stil kommt vor allem in Online-Modi und wettbewerbsorientierten Partien zum Einsatz. Für den realistischeren Modus Authentic Gameplay 2.0 plant EA eine eigene Vorstellung im Zusammenhang mit dem Karrieremodus.
Der neue Ansatz kann das Kräfteverhältnis deutlich verändern. In FC 26 konnten gut positionierte KI-Verteidiger zahlreiche Situationen ohne direkte Eingabe lösen. FC 27 verlagert mehr Verantwortung zum Spieler. Fehler beim Wechseln oder Tackling öffnen dadurch schneller freie Räume. Gute defensive Entscheidungen sollen im Gegenzug mehr Wirkung zeigen.
EA passt außerdem mehrere defensive PlayStyles an. Spieler ohne Jockey-PlayStyle erhalten eine bessere Beschleunigung während schneller Abwehrbewegungen. Ein hoher Interceptions-Wert soll auch ohne passenden PlayStyle häufiger zu erfolgreichen Abfangaktionen führen. Spezialfähigkeiten bleiben relevant, der Abstand zu starken Grundattributen wird jedoch kleiner.
Diese Gewichtung kann auch den Aufbau von Mannschaften in Football Ultimate Team verändern. Karten mit guten Basiswerten könnten länger konkurrenzfähig bleiben. Einzelne PlayStyles sollen weniger stark über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Eine endgültige Bewertung ist erst nach Tests unter realen Online-Bedingungen möglich.
Neue Laufwege, Ecken und Pässe geben Angreifern mehr Kontrolle
EA überarbeitet nicht nur die Verteidigung. Die offensive KI erhält eine neue räumliche Wahrnehmung. Angreifer sollen freie Bereiche früher erkennen und ihre Bewegungen besser an Mitspieler, Gegner und Abseitslinie anpassen. Gerade Flügelspieler und zentrale Stürmer sollen weniger häufig in bereits besetzte Räume laufen.
Automatisch gestartete Läufe können künftig gebogene Wege nutzen. Ein Flügelspieler kann zunächst parallel zur Abwehrlinie laufen und nach einem Pass in Richtung Strafraum abdrehen. Diese Bewegung soll Abseitsstellungen reduzieren und neue Passwinkel schaffen.
Spieler können solche gebogenen Läufe auch manuell auslösen. Die Tastenkombination L1 und R1 auf PlayStation oder LB und RB auf Xbox startet einen sogenannten Triggered Curved Run. Der Mitspieler bewegt sich dabei nicht geradlinig nach vorn. Er sucht einen Bogen um Verteidiger oder in einen freien Bereich.
Auch nach einem Pass steht eine neue Variante bereit. Pass and Follow schickt den Passgeber auf einen gebogenen Anschlusslauf. Der Spieler entscheidet je nach Position über einen Lauf außen vorbei oder einen Weg nach innen. Die Bewegung orientiert sich stärker am verfügbaren Raum.
Manuell gestartete Läufe dauern jedoch nicht mehr unbegrenzt an. Der Mitspieler stoppt nach einer bestimmten Distanz und nimmt wieder seine taktische Position ein. Für eine Fortsetzung ist ein neuer Befehl erforderlich. EA will damit unrealistische Läufe über große Teile des Spielfelds verhindern.
Auch Standardsituationen erhalten einen deutlichen Umbau. Nach der Auswahl des Zielbereichs bei einer Ecke richtet sich die Kamera auf den Strafraum. Der Spieler bekommt ein kurzes Zeitfenster für die Kontrolle eines Empfängers. Folgende Aktionen sind möglich:
- einen Angreifer frei im Strafraum bewegen
- zwischen mehreren Spielern wechseln
- einen Lauf in den Zielbereich starten
- die Position gegen einen Verteidiger abschirmen
- mit Avoidance durch enge Spielergruppen ausweichen
Die neue Avoidance-Funktion wird bei Ecken mit R1 auf PlayStation oder RB auf Xbox aktiviert. Sie erleichtert Bewegungen durch überfüllte Bereiche. Anschließendes Abschirmen kann die erarbeitete Position sichern. Der Empfänger bewegt sich nicht mehr automatisch an den optimalen Kontaktpunkt.
Dadurch kann eine Hereingabe auch vollständig an allen Spielern vorbeifliegen. Ein gut getimter Lauf soll dagegen zu präziseren und abwechslungsreicheren Abschlüssen führen. Saubere Kopfballkontakte treten seltener auf, erhalten laut EA jedoch eine höhere Genauigkeit.
Flanken folgen ebenfalls stärker der manuellen Eingabe. Der Ball wird häufiger in einen freien Raum gespielt und seltener direkt auf einen fest ausgewählten Empfänger gelenkt. Zielrichtung und Kraft bestimmen den Landepunkt. Eine unpräzise Eingabe kann sämtliche Angreifer verfehlen.
Steilpässe am Boden und in der Luft verlieren einen Teil ihrer bisherigen Lenkhilfe. FC 27 folgt genauer der gewählten Richtung. Das System korrigiert schwache Eingaben nicht mehr automatisch in einen offenen Passweg. Verteidiger erhalten dadurch eine bessere Chance zum Lesen und Abfangen des Zuspiels.
Gelupfte Kurzpässe und gelupfte Steilpässe wechseln vollständig auf ein manuelles System. Erfolg hängt stärker von Richtung und Kraft ab. EA erhöht damit die Anforderungen an kreative Zuspiele. Gleichzeitig soll ein gut antizipierender Verteidiger nicht mehr durch eine starke Passhilfe benachteiligt werden.
Eine weitere Neuerung betrifft Dribbler mit hohen Werten für Balance, Beweglichkeit und Dribbling. Diese Spieler können nach einem Kontakt kurz aus dem Gleichgewicht geraten und den Ball trotzdem kontrollieren. Der Nutzer behält während der Animation die Kontrolle über die Bewegungsrichtung.
Das sogenannte Off-Balance Dribbling steht nur auf PlayStation 5, Xbox Series X und S, PC sowie Nintendo Switch 2 zur Verfügung. PlayStation 4, Xbox One und die erste Nintendo Switch erhalten diese Funktion nicht. Auch weitere Inhalte können je nach Plattform abweichen.
EA überarbeitet zusätzlich mehrere PlayStyles. Finesse Shot berücksichtigt die Schussattribute stärker. Rapid und Quick Step verlieren einen Teil ihres Geschwindigkeitsbonus. Low Driven erhöht nicht länger die reine Schussgeschwindigkeit. Technical Dribbler, Precision Header, Pinged Pass und Tiki Taka erhalten ebenfalls neue Gewichtungen.
Diese Änderungen sollen die Bedeutung normaler Attribute erhöhen. Ein Spieler mit starken Grundwerten soll ohne passenden PlayStyle konkurrenzfähiger sein. Der PlayStyle bleibt ein Vorteil, soll jedoch keine schwachen Basiswerte vollständig ausgleichen.
EA Sports FC 27 erscheint am 25. September 2026 für PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X und S, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2. Die Ultimate Edition und Ultimate Plus Edition starten bereits am 18. September. Der Vorgänger war im Frühjahr Bestandteil von PlayStation Plus mit EA Sports FC 26.
Der Gameplay Deep Dive beschreibt einen umfassenden Wechsel zu mehr manueller Kontrolle. Entscheidend bleibt die Umsetzung im fertigen Spiel. Besonders Serververhalten, Eingabeverzögerung, Spielerwerte und spätere Updates können den tatsächlichen Effekt der Änderungen beeinflussen. Erste unabhängige Tests dürften mit dem vorzeitigen Zugang ab dem 18. September folgen.